02.05.2019 - 14:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Angebot: "Sündikat"-Serenade in Altenstadt

Auch nach einem klärenden Gespräch mit der Stadt bleibt es dabei: Das "Sündikat" darf 2019 keine Serenade in Weiden ausrichten. Eine Nachbargemeinde bietet an, in die Bresche zu springen. Allerdings erfolglos.

Das Duo „Ströme“ stöpselt aufregende Musik zusammen: Ende 2017 in der „Sünde“, demnächst in der Regionalbibliothek.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Dieses Angebot hat die Jungs vom "Sündikat" mächtig gefreut: Der Jugendbeauftragte der Gemeinde Altenstadt/WN, Bernhard Pscheidt, schlug dem Kulturverein vor, die geplatzte Serenade mit zwei Bands und DJs einfach in die Nachbargemeinde zu verlegen. Der Termin - 14. Juli - wäre derselbe geblieben, auch mit der Dauer von sechs Stunden hätten die Altenstädter keine Probleme. Eine ähnliche Aufgeschlossenheit hätte er sich in Weiden erhofft, sagt "Sündikat"-Sprecher Lukas Höllerer. Dennoch lehnte er dankend ab. Höllerer: "Wir verstehen uns als Weidener Verein, der in Weiden etwas bewegen will." Zudem sei dem Verein "die Location" - der Max-Reger-Park - bei dieser Veranstaltung wichtig gewesen.

Auch nach einem klärenden Gespräch im Kulturamt am Dienstag bleibt es dabei: Anders als ursprünglich geplant wird das "Sündikat" 2019 keine städtische Sommerserenade ausrichten. "Uns ist das so lieber, als wenn wir unsere Veranstaltung hätten eindampfen müssen", betont der Vereinssprecher. Wie berichtet, befürchtete die Stadtverwaltung im Falle einer Sechs-Stunden-Sause eine zu große Lärmbelästigung. Das Kulturamt sagte laut Höllerer zu, die bereits gebuchten Künstler Ami Warnung und "Das Paradies" zu entschädigen. Überhaupt berichtet er von einem "konstruktiven Gespräch", auch wenn das "Sündikat" die Absage weiterhin nicht nachvollziehen könne und wegen des mangelnden Verständnisses schwer enttäuscht sei: "Es gab kein böses Blut." Generell solle die Zusammenarbeit fortgesetzt werden. So wird das "Sündikat" beim Bürgerfest am 30. Juni - mit der Band "Pho Queue" und DJs - erneut den Marienbadplatz bespaßen.

"Pho Queue" traten bereits im Winter im Pop-up-Club "Die Sünde" auf. Ebenso wie vormals das Techno-Duo "Ströme". Ein Wiedersehen mit den beiden Soundtüftlern, präsentiert vom "Sündikat", gibt es am 19. Juni im Innenhof der Regionalbibliothek. Und für 2020, so kündigt Höllerer an, werde der Kulturverein tatsächlich einen neuen Anlauf in Sachen Serenade im Park wagen.

Der Bericht zur Absage

Kommentar:

Leisetreter

Sie konnten zusammen nicht kommen. Für die Verantwortlichen im Rathaus wäre die „Sündikat“-Serenade zu lang und zu laut gewesen. Für das „Sündikat“ sind die Verantwortlichen im Rathaus dafür zu unaufgeschlossen und zu unflexibel. Schön, dass man sich trotzdem weiter in die Augen sehen kann. Schön für alle, die auch mal bei städtischen Veranstaltungen und/oder auf städtischem Grund zu angesagtem, zeitgemäßem Sound abtanzen wollen. Ausgeschlossen ist das – ungeachtet der „Sündikat“-Vorwürfe – ja schon jetzt nicht. Siehe Bürgerfest. Siehe auch den Freiluft-Auftritt des Techno-Duos „Ströme“ im Juni im Innenhof der Regionalbibliothek. Dabei muss niemand Angst haben, dass die städtische Einrichtung zur unausstehlichen Lärmquelle mutiert: Die Besucher hören das Konzert live über Kopfhörer. Ja, könnte das nicht auch die Lösung für eine „Sündikat“-Serenade sein? Vielleicht findet sich ja ein Sponsor – für 1500 Kopfhörer. Oder, alternativ: für geschätzte 50 Ohrenstöpsel für die Anwohner.

Ralph Gammanick

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"Sündikat" vermisst Vertrauen der Stadt

"Wir sind ziemlich enttäuscht von den Entscheidungsträgern im Rathaus“: Auf seiner Facebook-Seite kommentiert das „Sündikat“ offen die Absage seiner Serenade durch die Stadt. „Wir sind der Meinung, dass – den vielen Lärmparagrafen zum Trotz – eine Veranstaltung dieser Art vor allem eines braucht: den Willen, die Offenheit und das Vertrauen von amtlichen Würdenträgern“, heißt es weiter. „Damit konnten, können und werden wir scheinbar nicht rechnen können. Sehr schade.“

Der Kulturverein schildert, dass sein Konzept „nach und nach eingedampft“ worden sei. Für das Sündikat sei jedoch klar gewesen: „Wir wollen euch eine Veranstaltung bieten, wie ihr sie von uns gewohnt seid, weshalb wir hartnäckig blieben (...).“ Dann habe die Stadt „den Stecker gezogen“. Am Ende ein Versprechen: „Jetzt heißt’s Blick nach vorne, wir werden nicht nachgeben und weiter unser Träumchen von alternativer Kulturarbeit in Weiden träumen.“

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