01.12.2021 - 14:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Angeklagter erscheint zum dritten Mal nicht vor Gericht

Bereits drei Mal warteten Richter und Zeugen vergeblich auf einen angeklagten 26-Jährigen, der des Diebstahls beschuldigt wird. Auch dieses Mal erschien der Angeklagte nicht. Und das obwohl er sogar vorbestraft ist.

Die Akten im Fall eines angeklagten 26-Jährigen bleiben noch etwas länger liegen: Der Mann erschien erneut nicht vor Gericht.
von Autor hczProfil

Schon drei Mal mussten Richter, Staatsanwaltschaft und mehrere Zeugen vor Gericht erscheinen, weil ein, des Diebstahls verdächtigter Mann, nicht zur Verhandlung kam. Einmal hatte er die Ladung nicht erhalten, weil er zwischenzeitlich verzogen war. Einmal habe ihm sein Chef nicht frei geben wollen.

Auf die Frage von Richter Hubert Windisch, was denn wichtiger sei, sein Chef oder das Gericht, antwortete der 26-Jährige, dass ihm Beides gleich wichtig sei. Auch beim dritten Mal tat sich ein „Verfahrenshindernis“ auf.

Keine Verfahrenseinstellung

Laut Rechtsanwältin Monika Sehmsdorf hat ihr Mandant die Anklage nicht in bulgarischer Sprache erhalten und sie habe auch keine Möglichkeit gehabt, sie mit ihm durch zu sprechen. Der Ledige wird von Rechtsreferendarin Matea Bernhard beschuldigt, in einem Verbrauchermarkt Waren im Wert von sechs Euro ohne Bezahlung mitgenommen zu haben.

Zudem wurde er mit einem Fahrrad erwischt, das vier Tage zuvor – zufälligerweise gegenüber seiner Arbeitsstätte – gestohlen worden war. Einer Einstellung des Verfahren gegen geringe Geldbuße stehe die Vorstrafenliste des Mannes entgegen, stellte Richter Hubert Windisch fest.

Drei Vorahndungen

Entgegen seiner ersten Erklärung im Prozess („Ich bin nicht vorbestraft“) wies das Bundeszentralregister drei Vorahndungen in den letzten zwei Jahren auf. Einmal wegen Diebstahl und zwei Mal wegen Rauschgiftbesitz hatte er jeweils Geldstrafen zahlen müssen.

Da wegen des „Verfahrenshindernisses“ der Prozess am Dienstag scheiterte musste, setzte ihn Richter Windisch bis zum 11. Januar aus. Dann müssen die Polizeibeamten, die berichteten, dass sie sich immer problemlos mit dem schon lange in Weiden Lebenden unterhalten hatten können, noch einmal als Zeugen erscheinen. Die Prozesskosten werden – im Falle einer Verurteilung – für den Beschuldigten nicht geringer.

Zwei Diebe in einem Verbrauchermarkt in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

 

 

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