08.09.2021 - 16:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Auffrischungsimpfung nur für bestimmte Personengruppen

Praxen und Impfzentrum kümmern sich in der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN weiterhin um einen Aufbau des Schutzes gegen Covid-19. Vermehrt lassen sich auch Jugendliche eine Impfung geben.

Drei Spritzen mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer liegen mit der notierten Uhrzeit der Zubereitung bereit.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Nach 449 Erstimpfungen durch das Impfzentrum des Roten Kreuzes stieg deren Zahl auf insgesamt 55.387 verabreichte Dosen an. Bei den Abschlussimpfungen waren es 705 Impfungen und damit 51.534 Gesamtimpfungen einschließlich der Außenstandorte Pressath und Vohenstrauß. In diesen beiden Außenstellen sind keine Erstimpfungen mehr in den BRK-Zentren möglich. Um Erst-, Zweit- und ab kommender Woche auch Auffrischungsimpfungen ohne Termin kümmert sich das Impfzentrum Weiden von Montag bis Samstag jeweils von 10 bis 16 Uhr. Letztere sind nach Auskunft von Leiter Thomas Rauch für folgende Personengruppen, deren vollständige Immunisierung länger als sechs Monate zurückliegt, möglich:

  • Personen Ü80
  • Hochrisikopatienten wie Altenheimbewohner oder fragile Hochbetagte, Immunsupprimierte durch Erkrankung und/oder Medikation, aktive Tumorbehandlung, Organtransplantierte, Stammzell- oder Knochenmark-Transplantierte sowie beispielsweise Menschen mit fortgeschrittener oder unbehandelter HIV-Infektion.
  • Personen die beruflich in regelmäßigem Kontakt mit infektiösen Menschen stehen, beispielsweise in der ambulante und stationäre Pflege, (zahn-)medizinisches Personal ambulant und stationär, Personal des Rettungsdienstes, mobile Impfteams, pädagogisches Personal oder personennahe Dienstleistung.

Die Drittimpfung kann nur erfolgen, wenn die Zugehörigkeit zu einer dieser Personengruppen und die vorausgehenden Impfungen durch Impfpass oder EU-Impfzertifikat nachgewiesen werden.

  • In Weiden haben sich in den vergangenen sieben Tagen 85 das erste und 118 Bürger abschließend beim Hausarzt eine Spritze gegen Covid-19 geben lassen (Vorwoche 114 beziehungsweise 180). Die Gesamtzahl der Erstimpfungen liegt nun bei 9349, bei den Abschlussimpfungen sind es 9359 (Stand: 7. September). Außerdem sind bereits 15 Auffrischungsimpfungen verabreicht worden, davon 9 in den vergangenen sieben Tagen.
  • Im Landkreis Neustadt haben Hausärzte in den vergangenen sieben Tagen 322 Erst- und 586 Zweitimpfungen verabreicht (Vorwoche 245 beziehungsweise 519). Insgesamt sind damit nun 19.042 Personen zum ersten und 19.808 abschließend geimpft (Stand: 7. September). 67 Auffrischungsimpfungen sind bereits registriert. In der Vorwoche war es erst 1.

Sonderaktionen bietet das Impfzentrum mit den Impfstoffen BionTech und Johnson&Johnson an in Vorbach, im Gemeindezentrum am Freitag, 10. September, von 17 bis 21 Uhr; in Weiden, E-Center Grünbauer am Montag, 13. September, sowie am Dienstag und Mittwoch am OBI jeweils von 13 bis 16 Uhr; in Kirchenthumbach am Turnerplatz in der Buchbergerstraße am Donnerstag, 16. September, von 13 bis 19 Uhr sowie in Weiden am NOC am Freitag, 17. September, von 13 bis 18 Uhr.

Auch in den Arztpraxen wird entgegen anderslautenden Gerüchten weiter geimpft, bestätigt der Weidener Hausärztesprecher Dr. Matthias Loew. Vereinzelt habe es Probleme gegeben, weil die Vakzine in Sechserpacks ausgeliefert werden und in der Urlaubszeit nicht immer diese Zahl an Impfwilligen zusammengekommen sei. Sein Vohenstraußer Kollege Dr. Martin Poschenrieder berichtet von vermehrten Anfragen nach der Auffrischungsimpfung. Er rät, damit noch zu warten bis zur Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (Stiko).

Er beobachtet, dass sich Jugendliche verstärkt impfen lassen und führt dies auf Erfahrungen im Urlaub zurück, wenn die 3-G-Regel angewandt wurde. "Viele kommen aus der Überzeugung, dass es eine gute Sache ist oder hatten auf die Empfehlung der Stiko im August gewartet." Andere locke die Aussicht, dass sie mit der Impfung keine drei Tests pro Woche in der Schule machen müssten.

Was sagen die Patienten, die jetzt erstmals zum Impfen kommen? Poschenrieder: "Man kommt ja doch nicht aus. Das Testen wird finanziell schwierig." Außerdem sei die Überzeugung gewachsen, dass das Impfen eine positive Sache sei. Wieder andere, die persönlich nicht überzeugt seien, hätten sich einen Ruck gegeben, um Angehörige zu schützen, hat er von seinen Patienten erfahren.

Nebenwirkungen seien kein Thema mehr. "Mittlerweile wurden Milliarden Dosen verimpft und auch ganz seltene Sachen beschrieben." Poschenrieder nennt die Impfung eine sichere Sache. "Die ersten, die sich die Spritze geben ließen, mussten mehr Mut aufbringen, als die die jetzt kommen. Sie wurden aber auch belohnt und haben den Boden für die Ängstlicheren bereitet."

Start der Auffrischungsimpfungen

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