09.07.2019 - 17:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ausschuss segnet umstrittene Pläne für Sedanstraße ab

Die geplante Umgestaltung von Dr.-Pfleger- und Sedanstraße ist heftig umstritten - bei den Bürgern. Ganz eins sind sich auch die Stadträte nicht. Doch einstweilen signalisieren sie grünes Licht.

Die Dr.-Pfleger- und die Sedanstraße sollen Fußgänger- und radler-freundlicher werden. Der Sonderausschuss Innenstadtentwicklung votiert - bei einer Gegenstimme - für das Vorhaben.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Den vielen negativen Kommentaren in den sozialen Medien schließt sich am Dienstag Stefan Rank (Bürgerliste) an: Der "massive Eingriff in eine sehr stark befahrene Straße" werde im Chaos enden, prophezeit er im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung. Die Geschäfte würden Sturm laufen, wenn Parkplätze wegfallen. Vor einem "Nadelöhr" warnt CSU-Fraktionschef Markus Bäumler. Positiv sei, dass alles leicht rückgängig gemacht werden könnte, wenn das Experiment scheitert.

Tatsächlich soll die Umgestaltung von Dr.-Pfleger- und Sedanstraße einstweilen provisorisch erfolgen, um zum Start des Einkaufszentrums ein "verträgliches Miteinander" von Fußgängern, Fahrrad- und Kraftfahrzeugverkehr zu erreichen. Große bauliche Veränderungen wie zum Beispiel bei Bodenbelägen sind demnach (noch) nicht vorgesehen. Mittel zum Zweck sind vor allem Straßenmarkierungen. Auf diese Weise sollen zwischen Stadtmühlbach und Postgasse unkompliziert Schutzstreifen für Fahrradfahrer und der durchgängige Mittelstreifen als Querungshilfe für Fußgänger entstehen. Baudezernent Oliver Seidel räumt ein, dass breitere Fahrzeuge - wie Busse - Linien überfahren müssten. Deshalb sei auch in der Verwaltung durchaus kontrovers diskutiert worden. Die Pläne sehen weiter vor, dass auf dem Mittelstreifen im Abstand von 12 bis 20 Metern Pflanzkübel stehen. Den Radspuren am Fahrbahnrand fallen bis zu 25 Parkplätze zum Opfer. Statt Tempo 50 ist nur noch 30 erlaubt.

An die Spitze der Befürworter stellt sich Bürgermeister Jens Meyer (SPD). Er erinnert unter anderem an den heftigen Gegenwind, auf den einst die Pläne zur Fußgängerzone gestoßen waren. "Man hat einen Kollaps befürchtet. Er trat nicht ein." Von den Kollegen fordert er "Mut zur Veränderung" - und dass sie nicht einknickten, wenn es nach der NOC-Eröffnung tatsächlich zu einem Verkehrschaos kommen werde.

"Wir werden positiv überrascht sein, wie gut das im Endeffekt klappen wird", zeigt sich Gisela Helgath (Grüne) sicher. Und Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) vertritt eine "komplett andere Meinung" als sein Fraktionskollege Rank: "Ziel sollte es sein, den Verkehr aus den Straßen herauszubringen." Die geplanten Maßnahmen könnten dies erreichen. Wildenauer plädiert sogar für Tempo 20 im fraglichen Bereich. De facto könnten gar keine höheren Geschwindigkeiten gefahren werden.

Für den Baudezernenten ist Ranks Ablehnung nicht nachvollziehbar: Im Stadtrat habe der BL-Mann noch für den Planungsauftrag gestimmt. Der sei nun "1:1" umgesetzt. Trotzdem votiert Rank nun - als einziger - gegen das Vorhaben. Der Beschluss ist eine Empfehlung an den Stadtrat, der am 22. Juli das letzte Wort hat.

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