Weiden in der Oberpfalz
12.12.2024 - 15:56 Uhr
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Bahn-Elektrifizierung: Drei Varianten für Stromtrassen im Raum Weiden

Die Deutsche Bahn will den Streckenabschnitt Marktredwitz-Regensburg elektrifizieren. Für den Bau von Versorgungsleitungen kommen drei Varianten in Frage. Was heißt "Elektrifizierung" konkret – und was bedeutet sie speziell für Anwohner?

Diese drei Varianten stehen bei der Elektrifizierung des Streckenabschnitts im Raum Weiden zur Auswahl – und werden aktuell geprüft. Grafik: Laura Fröhler
Diese drei Varianten stehen bei der Elektrifizierung des Streckenabschnitts im Raum Weiden zur Auswahl – und werden aktuell geprüft.

Schneller, leiser, sauberer: Die Züge der Deutschen Bahn sollen elektrifiziert werden. Statt mit Diesel sollen die Personen- und Güterzüge künftig also mit Strom fahren – auch auf dem Streckenabschnitt von Marktredwitz bis Regensburg. Aber was bedeutet „Elektrifizierung“ eigentlich konkret? Welche der drei diskutierten Varianten im Bereich Weiden könnte es am ehesten werden? Und was bedeutet der Bau von Versorgungsleitungen für Anwohner und Landschaft? Oberpfalz-Medien fragte nach.

Für den Bau der für die Elektrifizierung benötigten Versorgungsleitungen kommen aktuell drei mögliche, bereits bestehende Trassen in Frage, die durch die Stadt Weiden und den Landkreis führen. Dabei geht es nicht um die Bahnstrecke an sich, sondern um deren Versorgung mit Strom. Die „Ostvariante“ führt – entlang des geplanten Süd-Ost-Links – die Versorgungsleitungen zwischen Altenstadt/WN und Neustadt/WN und durch Weiden-Ost hindurch, erklärt ein Bahnsprecher gegenüber Oberpfalz-Medien. Die „Westvariante“ verläuft zwischen Altenstadt und Parkstein und durch den Manteler Forst – zusammen mit der Stromtrasse des Ostbayernrings. Die dritte Variante führt ebenfalls zwischen Altenstadt/WN und Neustadt/WN, dann aber durch die Stadtmitte statt durch den Weidener Osten.

Favorit: Westvariante

Welche der drei Varianten für die Elektrifizierung am geeignetsten ist, das soll schon bald im Rahmen einer Raumverträglichkeitsprüfung von der entsprechenden Regierungsbehörde geprüft werden. Zwar habe die DB bei der Erarbeitung aller drei Möglichkeit „den Schutzgütern Mensch und Natur“ sowie dem Landschaftsbild „einen hohen Stellenwert eingeräumt“, eine Tendenz lässt sich aber jetzt schon erkennen, bestätigt ein Bahnsprecher. Aktueller Favorit sei die Westvariante. Warum? Die mittlere Variante, durch die Stadtmitte Weidens, wäre am kompliziertesten. Gerade mit Blick auf das Landschaftsbild gebe es bei dieser Variante „mehr Betroffenheit“, heißt es vonseiten der DB. Dazu komme, dass die Maßnahmen zur Elektrifizierung hier nur schlecht umsetzbar seien.

Die Ostvariante quert das Naabtal – auch das scheint unglücklich. „Dies wäre bei der Westvariante durch den Manteler Forst nicht der Fall“, sagt ein Sprecher der DB. Ein weiterer Vorteil der Westvariante liege im Artenschutz. „An der bestehenden Stromtrasse konnten sich seltene Tierarten entwickeln. Die Bahnstromleitung würde diese Trasse dauerhaft offenhalten“, erklärt er. „Wir halten die Westvariante für die beste Variante.“ Trotzdem würden alle drei Varianten dicht beieinanderliegen.

Umfang der Baumaßnahmen unklar

Egal, welche der drei Varianten es wird, Baumaßnahmen am Stromnetz der DB wird es geben müssen. Was das konkret für die Anwohner an der künftigen Route bedeutet, lässt die Bahn im Gespräch mit Oberpfalz-Medien offen. Ob es zum Bau von neuen Strommasten oder -Leitungen kommt, bleibt unbeantwortet. Fest steht aber: Zur Elektrifizierung braucht es mehrere Stromleitungen und sogenannte „Unterwerke“. Die Bahnstromleitungen nutzen dabei eine Spannung von 110.000 Volt, die Versorgungsleitungen jedoch nur eine Spannung von 15.000 Volt.

Der Bahnsprecher weiter: „Um eine längere Strecke zu elektrifizieren, sind Unterwerke entlang dieser Strecke notwendig. Die Versorgungsleitung alleine kann nur einen relativ kurzen Bereich ohne ein Unterwerk sicher versorgen. Die Abstände der Unterwerke sind abhängig von den geplanten Zugverkehren mit deren Geschwindigkeiten und Massen.“ Wie umfangreich die Baumaßnahmen ausfallen, dazu gibt es noch keine Angaben.

Variantenprüfung bis Mitte 2025

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien versucht die DB zu beruhigen: „Bei der Erarbeitung der Vorzugsvarianten hat die Deutsche Bahn viel Wert auf den Schutz von Mensch, Natur und Landschaftsbild gelegt. Mindestens 75 Prozent der neuen Leitungen verlaufen gebündelt mit bestehenden Autobahn-, Schienen- oder Stromtrassen.“ Zusätzlich gehe die Elektrifizierung bundesweit mit der Errichtung von Schallschutzmaßnahmen auf „höchsten Standards“ einher.

Bis es soweit ist, wird es noch etwas dauern. Die Prüfung der Streckenvarianten soll im Januar nächsten Jahres beginnen und wird etwa sechs Monate dauern, schreibt die DB. Mitte 2025 sollen dann die Anwohner der entsprechenden Variante informiert und der Plan zu Trassenverlauf und Maststandorten konkretisiert werden. Wann die Elektrifizierung abgeschlossen sein wird, bleibt zunächst offen.

Neben der Elektrifizierung des Streckenabschnitts kündigt die Bahn weitere Bau- und Sanierungsarbeiten an. So soll der Weidener Bahnhof nun endlich barrierefrei werden – unabhängig davon, welche Variante es wird. "Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs Weiden ist Teil des Elektrifizierungsprojekts", bestätigt ein Bahnsprecher gegenüber Oberpfalz-Medien.

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Hintergrund:

Warum Elektrifizierung?

  • Züge sind schneller und geräuscharmer
  • Umweltschonend durch weniger Schadstoffausstoß im Vergleich zu bisherigem Antrieb mit Diesel
  • Mit der Elektrifizierung und den damit verbundenen Ausbaumaßnahmen wird sich laut Bahn die Reisezeit zwischen Hof und Regensburg um 20 Minuten verkürzen

Quelle: Deutsche Bahn

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