30.09.2019 - 11:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

I’m a Barbie girl … in a Barbie world

Sie ist die meistverkaufte Puppe der Welt: Barbie. Die platinblonde Schönheit aus Plastik findet sich längst nicht mehr nur in Kinderzimmern, sondern ist inzwischen auch begehrtes Sammelobjekt - wie für Melanie Korsche.

Melanie Korsche strahlt, wenn sie ihre kleinen Schätze in Händen hält. Seit Jahren sammelt sie Barbies.
von Autor EWAProfil

„Ganz genau kann ich gar nicht sagen, wie viele Barbies ich inzwischen habe“, sagt Melanie Korsche, während sie ihren Blick durch ihr eigens eingerichtetes Barbie-Zimmer schweifen lässt. „Aber über 1500 sind es auf jeden Fall.“ Die Zeiten, in denen die 37-Jährige aus Neustadt/WN selbst mit Puppen gespielt hat, sind zwar schon lange vorbei, aber von Barbie und Co. kann sie dennoch nicht genug bekommen.

„Das ist sie, die Dream Glow Barbie“, sagt Melanie fast ein bisschen verliebt und nimmt eine blonde Kunststoffschönheit mit strahlendem Zahnpasta-Lächeln und romantischem Herzchen-Kleid aus dem Regal. „Die leuchtet sogar.“ Nur zu gut erinnert sich die Neustädterin an Weihnachten 1987, als diese ganz besondere Puppe unter dem Weihnachtsbaum stand. „Seitdem gehörte Barbie dann immer zu Weihnachten und zu meinen Geburtstagen dazu.“ Doch längst ist die Plastik-Blondine, die dieses Jahr übrigens ihren 60. Geburtstag feiert, für Melanie viel mehr als eine Kindheitserinnerung. Sie ist begehrtes Sammlerobjekt – und eine ganz große Leidenschaft.

Faszination für Fashionistas

„Eigentlich fing alles so richtig an, als ich mit meiner Tochter Amelie schwanger war“, erzählt Melanie. „Damals habe ich richtig bereut, dass ich viele meiner alten Barbies verkauft hatte. Also fing ich an, durch die Regale im Spielzeugladen zu schlendern und mich schlau zu machen, welche neuen Barbies es inzwischen gibt.“ Was sie sah, gefiel ihr allerdings erst einmal gar nicht. „Ich war regelrecht enttäuscht“, erzählt die Puppenfreundin. „Die meisten der Barbies hatten einfach nicht mehr diesen Charme wie früher, viele waren billig gemacht und hatten irgendwelche Funktionskörper. Die waren stocksteif, man konnte sie gar nicht mehr anziehen.“

Dabei machten gerade die vielen verschiedenen Kleidungsstücke den Reiz für Melanie, die sich schon immer für Mode interessierte, aus. „Für mich war Barbie auch immer eine Anziehpuppe. Wenn ich heute so eine moderne Version mit aufgemaltem Badeanzug sehe, finde ich das nur noch traurig. Wie soll man da kreativ werden?“ Doch nicht alles in der Entwicklung der meistverkauften Puppe der Welt findet die Sammlerin schlecht. „Gut gefallen mir zum Beispiel die Fashionistas. Die gibt es in normal, groß, curvy und klein sowie in verschiedensten Hauttönen. Da lernen die Kinder, dass es eben ganz verschiedene Menschen gibt.“

In der Originalverpackung: die Fashionistas.

Die Fashionistas gehören auch zu den neueren Barbies, die sich ebenfalls in Melanies Sammlung finden. Doch am meisten haben es ihr diese angetan, an die sie sich noch aus ihrer Kindheit erinnert. „Die bekannteste Barbie ist wohl die Superstar-Barbie“, erklärt die Neustädterin. „Diese kam Mitte der 70er auf den Markt, sie war blond und blauäugig und entspricht dem Bild, das eben viele auch heute noch von Barbie haben.“ Nachdem ihr Blick in die heutigen Spielzeug-Regale vor rund acht Jahren eher enttäuschend ausfiel, suchte Melanie auf Flohmärkten, Barbie-Börsen und im Internet nach den älteren Modellen ihrer Kindheit – und wurde schnell fündig.

Inzwischen wurde daraus eine große Sammelleidenschaft. Wer Melanies Barbie-Zimmer zuhause im Keller oder ihren Laden für Brautmode einige Straßen weiter betritt, kommt erst einmal aus dem Staunen nicht mehr heraus. Da werden nicht nur schnell eigenen Kindheitserinnerungen wach, man entdeckt außerdem liebenswerte Kuriositäten, edle Designer-Barbies – oder sogar Elvis. „Ich bin sicher nicht die typische Barbie-Sammlerin“, sagt Melanie und lacht. „Pink ist nicht meine Lieblingsfarbe und meine Einrichtung ist wohl auch eher puristisch.“ Und doch möchte sie ihr Hobby längst nicht mehr missen. „Wenn ich eine alte Barbie restauriere, dann sind das Momente, die nur mir gehören. Da fällt der Stress regelrecht von mir ab, das entspannt mich einfach unglaublich …“

Eine glänzende Erscheinung. Diese Barbies beweisen, dass die beliebte Puppe auch in edlen Roben überzeugt.
Info:

Barbie ist 60

Ihr Alter sieht man Barbara Millicent Roberts, wie Barbie mit vollem Namen heißt, wirklich nicht an. Und doch hat sie bereits im März ihren 60. Geburtstag gefeiert. 1959 stellte Mattel die erste Barbie auf der Spielwarenmesse in New York vor, es gab sie in blond und brünett und mit auffallendem Make-up. Ihr Aussehen hat sich jedoch seit damals stetig verändert.

1977 kam die Superstar-Barbie auf den Markt, die nächsten zwei Jahrzehnte hatte Barbie dann dieses Gesicht und war bis 1991 ausschließlich blond. Lange Zeit stand sie in der Kritik, sexistisch zu sein. Inzwischen gibt es Barbie nicht nur mit vielen Haut- oder Haarfarben und Körpergrößen, sondern auch als emanzipierte Version. Sie arbeitet als Ärztin, Astronautin, Managerin oder Feuerwehrfrau.

Melanie Korsche legt viel Wert auf Details.
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