08.10.2020 - 16:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Beckenrand Sheriff"-Drehtag im Gotteshaus: Großes Kino in der Josefskirche

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Die Dreharbeiten für Markus H. Rosenmüllers Kinofilm „Beckenrand Sheriff“ wurden am Donnerstag, was den Drehort Weiden betrifft, abgeschlossen. An den verbleibenden beiden Drehtagen wird sich das Team nur noch in Pleystein aufhalten.

Dreharbeiten in der Josefskirche.
von Helmut KunzProfil

In der Josefskirche wurde eine Trauergottesdienst-Szene gedreht. Wie Mesner Josef Bäumler berichtete, musste er seine Kirche am Donnerstagmorgen schon um 5.30 Uhr für das Filmteam aufsperren, das dann sein Equipment aufbaute. Die Öffentlichkeit war ausgesperrt. Die Gläubigen waren im Pfarrbrief vorgewarnt. Stadtpfarrer Markus Schmid wusste seit August Bescheid. Bäumler selbst hatte zwar keine Komparsenrolle übernommen, sah sich aber in der Rolle des kompetenten Mannes für die sakralen Feinheiten.

„Ich muss jedes Mal, wenn sie ins Bild kommen, die Kerzen anzünden und muss sie hinterher sofort wieder löschen.“ Warum? „Weil die immer gleich lang sein müssen. Die passen da auf und schauen genau hin." Nicht mal die Ministranten seien aus der Pfarrei. "Die haben sie mitgebracht." Die Komparsenrollen teilte sich die große Pfarrfamilie von St. Josef: Pfarrgemeinderat, Kirchenpfleger, Sakristei-Mitarbeiter, Stadtpfarrer und Kaplan. Sie alle spielten Trauergäste. Und alle mussten sich vorher einem Corona-Test unterziehen.

„Wenn wir schon unsere Kirche zur Verfügung stellen, müssen wir auch mit dabei sein“, begründete Kaplan Pater Johannes Bosco das cineastische Engagement seiner Schäflein. „Die Leute sind begeistert, sowohl vom Inhalt her, als auch von der Ausführung“, ergänzte Stadtpfarrer Markus Schmid.

„Nachdem der Inhalt des Kinofilms christliche Werte vermittelt und dadurch unsere Pfarrkirche noch mehr bekannt werden wird, bringen wir dafür das nötige Verständnis auf“, hatte der Geistliche die eintägige Schließung seiner Kirche bereits im Pfarrbrief begründet. Der Film spiegle eine „lakonische Hymne auf das Leben, die Gemeinschaft und letztendlich auch auf die Liebe" wider.

„Ich hatte mir das nicht so interessant vorgestellt“, betonte Pater Johannes Bosco, der beim gemeinsamen Auszug aus der Kirche sogar eine kleine Sprechrolle bekommen hatte. Warum so interessant? „Wegen der ständigen Wiederholungen.“ Dreimal musste die Komparsengruppe am Film-Pfarrer Nissl, gespielt von Thomas Mraz, vorbeiziehen, ehe die Szene endlich im Kasten war. "Und alles muss bis ins kleinste Detail sitzen."

Strikte Regieanweisungen gab es nicht nur für die Schauspieler Milan Peschel und Frederic Lindemann, sondern auch für die Statisten. So erklärte ihnen Rosenmüller mit rudernden Armen, wie sie sich gegenüber Pfarrer Nissl (Thomas Mraz) zu verhalten hätten: „Möglichst nett vom Pfarrer verabschieden, aber Euch nicht anmerken lassen, dass ihr in Wirklichkeit gar nichts gespendet habt. Ihr seid nämlich alle recht knausrig.“ Im fertigen Film wird die Außenfassade der Josefskirche nicht zu sehen sein. Dort wird eine andere Kirche gezeigt. In der Weidener Pfarrkirche fanden nur die Innenaufnahmen statt. Dafür werde es aber die Mühlweger Villa, wo am Montag gedreht wurde, auf die große Leinwand schaffen, gab Rosenmüller bekannt.

Weiden-Ost Schauplatz für "Beckenrand Sheriff"

Weiden in der Oberpfalz

Wenn wir schon unsere Kirche zur Verfügung stellen, müssen wir auch mit dabei sein

Kaplan Pater Johannes Bosco

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