01.11.2020 - 17:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Beim Gräbergang in Weiden und Landkreis Neustadt in Gedanken vereint

Der Gedenktag Allerheiligen findet in der Corona-Pandemie einen etwas anderen Ablauf. Die Pfarrer in Weiden und den Landkreisgemeinden bleiben bei der Gräbersegnung weitgehend unter sich.

Erstmals segneten die Seelsorger der Weidener Pfarreien gemeinsam die Gräber (hier am Stadtfriedhof) an Allerheiligen. Sie beteten am Kreuz und zogen dann getrennt durch die Grabreihen. Von links: Pater Toni, Vikar Achim Dittrich, Gerhard Pausch, Dekan Johannes Lukas, Johannes Bosco, Markus Schmid und Matthias Strätz.
von Externer BeitragProfil

In vielen Pfarrgemeinden finden keine Gräbersegnungen an Allerheiligen und Allerseelen mit Gläubigen statt. Auch in Weiden gibt es wegen der hohen Corona-Fallzahlen heuer keine gemeinsamen Treffen. Eine Gräbersegnung mit der Geistlichkeit fand dennoch statt.

Erstmals gemeinsam

Dekan Johannes Lukas, Pater Toni, Markus Schmid, Pater Johannes Bosco und Praktikant Matthias Strätz, sowie Pfarrer Gerhard Pausch und Vikar Achim Dittrich gingen für die Pfarreien St. Konrad, St. Josef, Herz Jesu und St. Johannes am Sonntag erstmals alle gemeinsam im Stadtfriedhof durch die Gräberreihen. Dekan Lukas eröffnete das Gebet mit einem Psalm, Vikar Dittrich sprach die Lesung und Pfarrer Schmid verlas die Fürbitten. Nach der Gräbersegnung trafen sie sich am großen Friedhofskreuz, beteten und gaben den Schlusssegen für einige Gläubige, die sich eingefunden hatten.

Das traditionsreiche Fest Allerheiligen im Jahr 2020 mit den staatlichen Hygienevorschriften in Einklang zu bringen, war für alle Pfarreien eine Herausforderung. Pragmatische Lösungen für den Gräbergang zu finden, war auch für Stadtpfarrer Dekan Thomas Jeschner in Coronazeiten eine besondere Aufgabe. "Einerseits die Gläubigen nicht alleine lassen und andererseits beim Gräberbesuch Menschenansammlungen mit bis zu 2000 Besucher vermeiden". Dieses Szenario im Blick, verzichtete der Seelsorger auf die gemeinsame Friedhofsandacht mit Blasmusikbegleitung. Im Gedenken an die Verstorbenen der vergangenen zwölf Monaten, verlas Jeschner die Namen bereits in den Gottesdiensten. Jedem Friedhofsbesucher empfahl der Stadtpfarrer, im Sinne eines Hausgottesdienstes individuell am Familiengrab zu beten und beim Totengedenken die an den Friedhofseingängen aufliegenden Gebetsblätter zu verwenden. Die Gebetstexte waren auch Bestandteil des Laurentiusboten. Zur persönlichen Segnung der Gräber stand für die Gläubigen in und vor der Friedhofskapelle zum Abfüllen in Fläschchen Weihwasser bereit.

Dennoch selbstverständlich war für den Seelsorger die kirchliche Gräbersegnung mit Weihwasser. Diese nahm der Stadtpfarrer unterstützt von Pfarrvikar Gerald mit einem Gang durch die Gräberreihen am Sonntagvormittag vor.

Bei zeitweise strömenden Regen ließen sich auch die Reservisten und die Krieger- und Soldatenkameradschaft nicht davon abhalten, vor den Friedhofstoren für die Kriegsgräberfürsorge zu sammeln.

Um die Gläubigen beim Gräbergang zu Allerheiligen nicht allein zu lassen, war für Stadtpfarrer Thomas Jeschner die kirchliche Gräbersegnung allerdings ohne zeitliche Angabe und bei strömenden Regen selbstverständlich.

Gräbergang ohne Gedränge

"Wir gehen ja das ganze Jahr in den Friedhof, nicht nur an Allerheiligen" war in den vergangenen Tagen immer wieder in zu hören. Tatsächlich waren viele heuer erst gar nicht weit angereist. Die Grabbesucher verteilten sich auf Samstag, Sonntag und den Allerseelentag. So gab es kein Gedränge. Die Namen der seit 1. November 2019 zehn Verstorbenen wurden in beiden Gottesdiensten verlesen. Pfarrer Varghese Puthenchira, der bereits um 8 Uhr die Gräber segnete, sah im Verzicht auf den gemeinsamen Friedhofsgang und auf das folgende Verwandten- und Bekannten-Treffen die Möglichkeit, im kleinen Kreis der Familie die Begegnung und Verbindung mit den lieben Verstorbenen intensiver zu spüren und zu erleben. "Gedenke auch deiner Diener und Dienerinnen, die uns vorangegangen sind, bezeichnet mit dem Siegel des Glaubens. Das ist der christliche Hintergrund für das Leben mit den Toten und der Grund, warum wir für unsere Verstorbenen beten", betonte Puthenchira. Die Fürbitte für die Toten bringe auch zum Ausdruck, "dass die Liebe als Band stärker als der Tod sei und dass das Leben letztlich über den Tod siegen und niemand endgültig verloren gehen wird. Allerheiligen ist somit ein ermutigendes, tröstendes Fest".

Pfarrer Varghese Puthenchira segnet die Gräber auf dem Friedhof in Kaltenbrunn.

 

 

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