26.02.2020 - 22:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Benjamin Zeitler demonstriert neuen Politikstil

Beim Politischen Aschermittwoch der CSU warten die Gäste vergeblich auf verbale Attacken: Benjamin Zeitler denkt schon an die Zeit nach der Wahl, in der alle zusammenarbeiten müssen.

Benjamin Zeitler ganz vorn. Geht es nach den Wünschen der CSU, soll er am 15. März die OB-Wahl in Weiden gewinnen. Beim traditionellen Politischer Aschermittwoch der CSU unterstützen ihn (von links) besonders Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht, Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer, Bürgermeister Lothar Höher und Fraktionschef Markus Bäumler.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die CSU lässt keinen Zweifel daran, dass sie stärkste Fraktion im Stadtrat werden will. Stark genug, die Stadt als Oberbürgermeister zu führen, fühlt sich auch Benjamin Zeitler. Als OB-Kandidat steht er beim Aschermittwoch im Mittelpunkt. Er wirbt um Vertrauen, um die Stimmen für die CSU-Kandidaten und für sich als künftiger Oberbürgermeister.

Nur zwischen den Zeilen blitzt hin und wieder Kritik an der Amtsführung des bisherigen Oberbürgermeisters auf, wenn er auf Versäumnisse, auf dringende Verbesserungen, auf die Defizite hinweist, die beseitigt werden müssen, damit Weiden eine moderne, prosperierende, bürgerfreundliche und serviceorientierte Stadt wird.

Keine Attacken

Zeitler zeigt sich selbst für Parteifreunde überraschend zurückhaltend, staatstragend. Er verbreitet eine Welle der Sympathie, verteilt beflissentlich keine Watschn, lässt selbst die Finger vom Nadelkissen. Der OB-Kandidat versichert, dass er nie die Konfrontation suchen werde, sondern das Gespräch mit allen, die eine positive Entwicklung der Stadt Weiden und der Nordoberpfalz fördern können.

Beim traditionellen Politischen Aschermittwoch der CSU im Postkeller ruht die "Abteilung Attacke". Zumal auch Zeitlers Vorredner, Bürgermeister Lothar Höher und Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer, vor allem auf die Stärken ihrer eigenen Kandidaten für den Stadtrat und für den Rathaus-Chefsessel verweisen, aber den Mitbewerbern keinen Blick und kaum ein Wort gönnen.

CSU mit gutem Lauf

"Wir haben Großes vor", kündigt Höher an, der dabei die offensichtlich gute Entwicklung der Stadt unter der Gestaltungsmehrheit von SPD und OB Kurt Seggewiß für die CSU in Anspruch nimmt. Denn seine Partei, so Höher, habe sich nach den Wahlschlappen nicht schmollend als "beleidigte Leberwurst" zurückgezogen, sondern Verantwortung in der Stadtpolitik übernommen. "Jetzt wollen wir gestalten." Mit Zeitler ("er ist der richtige Mann") als OB öffne sich für Weiden die Chance, durchgehend über alle Ebenen bis nach Brüssel gut über CSU-Entscheider vernetzt zu sein, betont Höher: "Ein Traum." Seit der Mitgliederbefragung im Sommer habe die CSU einen guten Lauf. "Mit dem Frühling kommt am 15. März auch der Wahlerfolg für die CSU", zeigt sich Höher überzeugt.

Seriösen Stil pflegen

Er werde niemanden an den Rand stellen, sondern versuche jeden in die Mitte zu holen, betont Zeitler, der zu Beginn seiner "Bewerbungsrede" ankündigt, er werde alle enttäuschen, die jetzt "den Haudrauf" erwarteten. "Das hat mit politischen Stil zu tun. Mit Konflikten und Angriffen kommt man letzten Endes nicht weiter. Man muss den Wahlkampf so machen, wie man später Politik machen will." Er wolle sich für die Aufgabe zerreißen, zuhören, verbindlich und verlässlich sein. 4000 Hausbesuche habe er hinter sich gebracht und dabei viel gehört. "Wir müssen alle wieder mehr sagen, was wir denken und tun, was wir sagen. Wir müssen auch sagen, wenn wir anderer Meinung sind. Das ist die Basis."

In der Stadtentwicklung, aber auch in der Umsetzung von Beschlüssen fordert Zeitler mehr Geschwindigkeit, mehr Dynamik. Die künftige Stadtpolitik werde auch aufgrund der Sitzverteilung durch Kooperationen und Absprachen geprägt sein. "Der Stadtrat muss in der Lage sein, mit eindeutiger Mehrheit Beschlüsse zu fassen."

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