20.09.2019 - 10:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bierkrug ins Gesicht gerammt

Zu eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilte das Amtsgericht Tirschenreuth im Frühjahr einen 21-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Jetzt erfolgte die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Weiden.

Symbolbild
von Autor hczProfil

Im Juli 2018 war der 21-Jährige aus Nürnberg auf dem Bürgerfest in Erbendorf spät nachts mit zwei Kumpanen unterwegs und hatte kräftig "getankt". Nachdem die Gruppe von einer Disco abgewiesen worden war, wanderte man, mit einem Bierkrug in der Hand, in Richtung Feuerwehrhaus.

Auf dem Weg dorthin begegnete dem Trio ein Pärchen. Die junge Frau beleidigten die Männer mit obszönen Ausdrücken. Deren Begleiter bekam, auf die Bitte, dies zu unterlassen, die geballte Wut der drei Kumpel zu spüren. Sie schlugen ihn erbärmlich zusammen. Der Angeklagte, damals 19 Jahre alt, schlug mit seinem Bierkrug geradewegs ins Gesicht des Opfers. Auf dem Boden liegend bekam der Mann Tritte und Schläge ab. Man packte ihn und schlug seinen Kopf gegen die Seitenscheibe eines parkenden Autos, die dabei zu Bruch ging. Der Geschädigte erlitt neben Prellungen und Schürfwunden am ganzen Körper Schnittwunden im Gesicht.

In der Berufungsverhandlung bestand der Angeklagte erneut, wie vor dem Amtsgericht, auf seiner Unschuld. Über Facebook hatten die junge Frau und Andere ihn als Mittäter herausgefunden. Er aber behauptete, unbeteiligt in die Situation hineingeraten zu sein. Weshalb er danach weggelaufen sei, sei ihm unerklärlich.

Die Richter Peter Werner und Thomas Hys gaben zu erkennen, dass das Urteil des Amtsgerichts Tirschenreuth „völlig in Ordnung“ sei. Die Aussage eines Zeugen, der zu keinem der Lager gehöre, lasse keinen Zweifel an der Schuld des Nürnbergers. Sollte er, durch ein Geständnis Einsicht und Reue zeigen, könne sich das Gericht eine Reduzierung des Strafmaßes auf 14 Monate zur Bewährung vorstellen. Allerdings werde wahrscheinlich ein zusätzlicher zweiwöchiger Jugendarrest verhängt werden, damit der Angeklagte von der Verurteilung überhaupt etwas spüre.

Ein Plus für ihn sei, dass er nicht vorbestraft war. Jedoch sei diese Tat schon ein „heftiger Gewaltausbruch“ gewesen, sagte Werner. Nach langer Beratung mit Rechtsanwalt Martin Gelbricht (Nürnberg) nahm der Angeklagte seine Berufung zurück. Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz stimmte zu und auch Nebenklagevertreter German Hartmann widersprach nicht. Das Urteil des Amtsgerichts wurde damit rechtskräftig.

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