16.09.2021 - 17:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Sonst bleibt immer ein Beigeschmack – Warum es eine strenge Obergrenze für Parteispenden geben sollte

Der Regensburger Unternehmer Sebastian Schels spendet viel Geld an die Grünen. Er kann das gut begründen und hält sich ans Gesetz. Und doch – irgendwie bleibt da ein Beigeschmack, kommentiert Wolfgang Würth.

Wahlplakate soweit das Auge reicht. Um die Werbung zu finanzieren, setzen die Parteien im Wahlkampf auf Großspenden.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil
Kommentar

Eines vorweg: Es gibt überhaupt keinen Hinweis, dass Sebastian Schels mit seiner Spende an die Grünen unmoralische oder gar ungesetzliche Zwecke verfolgen würde. Solche Spenden sind im Parteiengesetz ausdrücklich vorgesehen. Auf die Anfrage unserer Redaktion reagierte der Regensburger schnell und offen, gab ausführlich Antwort. Und ganz ehrlich: Wer nimmt es einem jungen Vater nicht ab, dass er sich Sorgen um die Zukunft seiner Kinder macht?

Und dennoch: Bei der derzeitigen Spendenregelung bleibt immer dieser Beigeschmack, bleibt diese Frage: Erwarten sich Spender nicht doch eine Gegenleistung? Diese Spender sind schließlich nicht deshalb in der Lage, fünf-, sechs- oder gar siebenstellige Beträge locker zu machen, weil es für sie üblich wäre, Geld "einfach so" zu verschenken.

Das Getuschel und Geraune ließe sich abstellen: Indem die Parteien anders finanziert werden, eine strenge Obergrenze für Spenden eingeführt wird. Wer sich für eine Partei engagieren will, kann das auch an einem Infostand tun. Und wer aktuell die Plakatlandschaft in unseren Städten und Dörfern betrachtet, muss nicht lange überlegen, wo die Parteien sparen könnten, wenn ihnen im Wahlkampf weniger Mittel zu Verfügung stehen würden. Nebenbei würde das auch viel Müll und damit Ressourcen einsparen - ganz im Sinn von Sebastian Schels und den Grünen.

Spenden im Wahlkampf

Regensburg

 

 

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