30.03.2020 - 18:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Blutspenden: Große Hilfsbereitschaft in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN

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Leben retten, auch wenn man sich angesichts der Coronakrise machtlos fühlt? Das geht zum Beispiel mit einer Blutspende. Der BRK-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN freut sich aktuell über eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Die Hygiene- und Sicherheitsstandards beim Blutspenden sind auch in der Coronakrise hoch.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Markus Zimmermann kann in den Coronakrise auch lächeln. „Ich bin überwältigt, wie groß die Hilfsbereitschaft der Bürger ist. Die vergangenen Blutspendetermine in Etzenricht, Tännesberg und Eslarn waren überragend“, freut sich der Blutspendebeauftragte des BRK-Kreisverbandes Weiden-Neustadt/WN. In Etzenricht waren es 145 Teilnehmer, in Eslarn über 120, davon 20 Erstspender.

Kontrollen verstärkt

So könnte es bei den anstehenden Terminen (z. B. am 2. April in der Mehrzweckhalle in Mantel) gerne weitergehen. „Und darüber hinaus“, sagt Zimmermann. Denn auch nach der Coronakrise würden Blutkonserven dringend benötigt, rund 2000 täglich in ganz Bayern. Der Rotkreuzler ist froh, dass die Prognosen, das Coronavirus würde Blutspender davon abhalten, bisher nicht zutrafen. Im Gegenteil. Die Bürger kämen zahlreich.

Das BRK achtet peinlich genau auf Hygiene- und Sicherheitsstandards. „Zum Schutz aller werden die Spender eingehend zu ihrem Gesundheitszustand befragt und ihre Temperatur (nicht höher als 37,5 Grad Celsius) gemessen. Wenn es die Örtlichkeit zulässt, dann liegen Ein- und Ausgang auseinander, so dass es so wenig Kontakte wie möglich gibt“, erklärt Zimmermann. Bei den Wartenden wie bei den Blutspendeplätzen selbst werde auf ausreichend Abstand dazwischen geachtet. Die Liegen würden außerdem nach Gebrauch desinfiziert, die Räume regelmäßig gelüftet. Zimmermann rät Spendern sogar, einen eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Auch sei die Angst unbegründet, dass sich das Coronavirus über Blut übertragen lasse. „Darüber gibt es im Moment keine wissenschaftlichen Erkenntnisse.“

Nicht verzichten müssen Blutspender auf den obligatorischen Imbiss. „Unsere Ehrenamtlichen packen viele Lunch-Pakete, die wir den Spendern mit nach Hause geben“, sagt Zimmermann. Die Blutspende sei eine Möglichkeit, in dieser Krisensituation zu helfen und Leben zu retten. Er hofft, dass die Hilfsbereitschaft nicht nach der Coronakrise abreißt.

In Hallen ausweichen

In die Hände spielt dem Roten Kreuz die momentane Zwangspause an den Schulen. „So haben wir die Möglichkeit, wenigstens die Turnhallen zu nutzen. Hier können wir die Liegen großzügig verteilen und den Abstand einhalten,“ sagt der Fachmann. „Das kann aber auch dazu führen, dass sich die Örtlichkeiten der Blutspendetermine kurzfristig ändern. So finden die Termine Ende April in Weiden nicht im Rot-Kreuz-Haus in der Ulrich-Schönberger-Straße statt, sondern in der Berufsschule.“ Zimmermann rät, auf die Termine im Internet zu achten. Auf der Webseite www.blutspendedienst.com würden diese ständig aktualisiert.

Wie viele Blutkonserven täglich im Einzugsgebiet des Kreisverbands verbraucht würden, könne Zimmermann nicht sagen. „Im Moment haben wir noch genügend Konserven. Wir rechnen immer mit einem Puffer, der uns hilft ein paar Tage zu überbrücken. Gleichwohl wollen wir es nicht darauf anlegen.“

Info:

Blutkonserven: Kliniken noch gut versorgt

Die Kliniken Nordoberpfalz AG verzeichnen zum jetzigen Zeitpunkt keine Engpässe bei der Verfügbarkeit von Blutkonserven. „Die Situation ist aktuell stabil“, teilte Klinikumssprecher Michael Reindl auf Anfrage mit. Da derzeit außer dringlichen Eingriffen und Notfällen keine weiteren Operationen stattfänden, würden auch entsprechend weniger Konserven benötigt. „2019 haben wir am Klinikum Weiden ca. 10 Blutkonserven am Tag benötigt. In der aktuellen Situation gehen wir von einem zwischen 30 und 40 Prozent geringeren Verbrauch aus“, sagte Reindl. (shl)

Blutspender stehen in Eslarn Schlange

Eslarn
Info:

145 Blutspender in Etzenricht

So lief es vor wenigen Tagen beim Blutspendetermin in Etzenricht ab: Um die erhöhten Abstände der Spender zu gewährleisten, wurde auf die größere Schulturnhalle ausgewichen. Vor jedem Spenden wurde eine Fiebermessung durchgeführt. "Das heißt, jeder ab 37,5 Grad Temperatur wird wieder weggeschickt."

Bereitschaftsleiterin Sieglinde Steiner sagte: "Wir haben bereits im Vorfeld von Corona vorsorgende Maßnahmen getroffen, zum Eigenschutz, zum Schutz des Personals und natürlich auch zum Schutz des Spender-Klientels". Der Spendenaufruf des BRK zeigte Wirkung. Bis zu drei Stunden standen die Spender in der Schlange. "Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtig zur Spende zu gehen“, sagt stellvertretender BRK-Bereitschaftsleiter Josef Bock. Er zollte allen tiefsten Respekt, so lange, zum Teil im Freien, auf Einlass zu warten und dabei die gute Laune nicht zu verlieren.

Müde und zufrieden stellte das ganze ehrenamtliche Team nach einem langen Tag fest: 145 Spender kamen, davon waren 17 Erstspender.

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