Weiden in der Oberpfalz
04.11.2019 - 10:22 Uhr

Bräuche im Herbst

Bertram Erhardt, der sich gerne selbst als Bräuchebewahrer bezeichnet, brachte den Zuhörern im Maria-Seltmann-Haus ein Stück Heimat nahe.

von fsb
Bertram Erhardt erzählt von Bräuchen im Herbst. Bild: fsb
Bertram Erhardt erzählt von Bräuchen im Herbst.

In seiner Vortragsreihe „Durch’s Jahr hindurch – G’schichtn und Brauchtum im Jahreskreis“ stellte er Wissenswertes, kurze Erzählungen und Gedichte vor, diesmal zu den Herbstmonaten. Das Zitherensemble unter Leitung von Michaela Gaach brachte mit klangvollen, mehrstimmigen, volkstümlichen Bravourstücken wie der Goldenegger- und der Schindagrabn-Polka, dem Amselwalzer, einem Bairischen, dem Hofbichl-Marsch, dem Walzer „Da Mondscheinige“ und der Melodie „Ein schöner Herbsttag“ die passende Atmosphäre der Veranstaltung voll zum Ausdruck.

Im Herbst, wenn „då Wold brennt und auf den Höhen der erste Schnee liegt“, gibt es eine Menge an Festen mit ihren alten Bräuchen. Das wichtigste im Oktober war (und ist) die Kirwa. Gab es fast das ganze Jahr über karges Essen, so war das Kirwamahl die vorzüglichste Art des Speisens. Die Landkirwa endet in der Region mit den Festen in Neustadt und Luhe: „Louh macht d’Kirwa zou.“

Am letzten Oktobertag ist das Fest des Heiligen Wolfgangs, des Bistumspatrons von Regensburg. Zu Ehren des Heiligen Leonhards (6. November) werden Reitveranstaltungen mit Segnung der Pferde durchgeführt. Am 25. November, dem Namenstag der heiligen Katharina, begann die „staade Zeit“.

Der November mit seinen oft tristen Tagen, grauen Nebeln und gedämpfter Stimmung soll die Menschen ruhiger machen und dazu gehören auch das Sterben und der Tod,. Vehement wandte sich Erhardt gegen „Halloween“ ("All Hallows’ Even“), bei dem aus einem keltisch fundierten Brauch bei uns ein Spaßettl und ein Geschäft wurde. Viel mehr Sympathie empfand er für das „Spitzlgejh“, bei dem an Allerheiligen der Pate seinem Patenkind einen aus Hefeteig geflochtenen Zopf schenkte und dieses sich wegen des Glaubens, die Seele wohne in den Haaren, mit dem Spruch „Vergelt's Gott für die armen Seelen“ bedankte. So wurden nach Heinrich Fähnrich 1995 in Tirschenreuth noch 10.000 kleine Spitzl verkauft.

Die Zithergruppe des Maria-Seltmann-Hauses mit (von links) Benita, Maria, Traudl, Elfriede und Leiterin Michaela. Bild: fsb
Die Zithergruppe des Maria-Seltmann-Hauses mit (von links) Benita, Maria, Traudl, Elfriede und Leiterin Michaela.
 
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