17.06.2019 - 16:12 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Brand beim "Circus Afrika": 20-Jähriger unter Verdacht

Ein brennender Anhänger beim "Circus Afrika" löst in Weiden eine Welle der Unterstützung aus. Nun gibt es einen Tatverdächtigen. Und er stammt nicht, wie zunächst vermutet, aus den Reihen der Tierschützer.

Auf dem Anhänger, der vor eineinhalb Wochen abbrannte, waren neben dem Winterzelt und dem Futter auch Plakate des Zirkus' gelagert.
von Redaktion ONETZProfil

Die aktuellen Ermittlungen richten sich gegen einen Hilfsarbeiter des "Circus Africa". Er soll aus Meißen stammen. "Ermittlungen im Umfeld des Zirkusses haben ergeben, dass der 20-Jährige als tatverdächtig gilt", bestätigt Dietmar Winterberg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Angaben zu einem möglichen Tatmotiv kann die Polizei noch nicht machen: Der Tatverdächtige habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Zunächst müsse der 20-Jährige weiter befragt werden. Zeugenaussagen hätten den jungen Mann belastet, der anderorts bereits wegen anderer polizeilicher Delikte in Erscheinung getreten war. Zudem habe er sich zum Tatzeitpunkt in der Nähe aufgehalten. "Momentan ist er aber auf freiem Fuß. Es liegt kein Haftbefehl vor", erklärt Winterberg.

Tatsächlich arbeitete der 20-Jährige noch am Montag beim Zirkus mit, wie dessen Chef Hardy Weisheit berichtet. Die Nachricht vom vorläufigen Ermittlungsergebnis erfuhr Weisheit nicht von der Polizei, sondern am späteren Nachmittag von Oberpfalz-Medien. Der Zirkusdirektor reagierte geschockt. Der Meißener engagiere sich als Ehrenamtlicher seit acht Wochen immer wieder mal bei dem Unternehmen. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, "wäre das die größte Enttäuschung", sagt Weisheit. "Ich hätte mich sehr in einem Menschen getäuscht."

Ein Kommentar zum Ermittlungsstand

Weiden in der Oberpfalz

Rückblick: Nach der Premiere des "Circus Afrika" in Weiden am Freitag, 7. Juni, kommt es nach Angaben von Zirkuschef Hardy Weisheit zu Rangeleien mit Tierschützern. In der Nacht auf Samstag steht gegen 0.30 Uhr ein mit Futter, Plakaten und dem Winterzelt für die Tiere beladender Anhänger in Flammen. Zwei Personen werden verletzt - darunter auch der Tatverdächtige. Laut Weisheit hat der 20-Jährige "beim Löschen geholfen und mitgeflucht". Der Schaden beläuft sich auf 75 000 Euro. Die Polizei schließt von Anfang an Brandstiftung als Brandursache nicht aus.

In den folgenden Tagen gingen sowohl Geld- als auch Futterspenden beim Zirkus ein. Nach der letzten Vorstellung am Sonntag brach er seine Zelte in Weiden ab und reiste weiter. Die nächste Station ist Neunburg vorm Wald. Dort gastiert der Zirkus von Donnerstag bis Sonntag, 20. bis 23. Juni. Dann geht es weiter nach Cham (27. Juni bis 7. Juli).

Zum Brand des Anhängers:

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