09.06.2019 - 00:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Brand am Zirkusplatz spricht der Direktor: "Es ist ein Desaster"

Nach der Premiere des "Circus Africa" am Freitag gibt es auf dem Zirkusplatz an der Leimbergerstraße Rangeleien mit Tierschützern. Gegen 0.25 Uhr steht dort ein Sattelauflieger samt Anhänger, beladen mit Futtervorräten, in Flammen.

von Autor rdoProfil

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Weiden in der Oberpfalz

Brandstiftung kann als Ursache nicht ausgeschlossen werden, die Ermittlungen der Kripo Weiden laufen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr war der Brand gegen 1 Uhr gelöscht. Nachlöscharbeiten dauerten bis 4 Uhr. Die Rauchsäulen aber waren enorm, zwei Zirkusmitarbeiter erlitten Rauchvergiftungen, der Schaden liegt laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Regensburg und ersten Schätzungen bei 75 000 Euro.

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Weiden in der Oberpfalz

Heuvorräte reichen nicht mehr für die Tiere

"Es ist ein Desaster, die Heuvorräte, viele bedruckte Werbeplakate und das wichtige isolierte Winterzelt für die Tiere waren im ausgebrannten Wagen", sagt Zirkusdirektor Hardy Weisheit am Morgen nach dem Brand sichtlich gezeichnet von den Vorfällen in der Nacht. Das Platzen der brennenden Reifen habe er wie Kanonenschläge wahrgenommen. Zwei Mitarbeiter kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Weisheit bezifferte den Schaden auf etwa 90000 Euro, vom seelischen Schaden für Mensch und Tier ganz zu schweigen.

Wegen des Rauchs, der in Richtung der Unterkunftszelts der Großtiere wehte, mussten die Elefanten in den Freilauf gebracht und dort während des Einsatzes vom Zirkuspersonal betreut werden. Verletzt hat sich laut Polizei kein Tier.

Die Premiere Stunden vor dem Brand

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Als Glück im Unglück erkannte der Direktor den aufkommenden Sturm in der Nacht: "Sonst hätten wir geschlafen." So aber hielten die Mitarbeiter die Zugseile der Zelte unter Beobachtung - und bemerkten schließlich das Feuer. "Leider verursachten heiße Brandfunken Schäden an den Zelten", sagt Weisheit. Noch in der Nacht ging die Polizei laut einer ersten Meldung davon aus, dass die Zelte keinen Schaden genommen haben.

Polizei sucht Zeugen

Sollte sich zeigen, dass Tierschützer das Feuer gelegt haben, bezeichnet der Zirkuschef das als "Sauerei". Bereits nach der ersten Vorstellungen habe es seinen Angaben nach Rangeleien mit Tierschützern gegeben. Mit Tierschutz habe das aber nichts zu tun, wenn die Tiere wegen des Feuers in Panik gerieten, und sie aufgrund des verbrannten Isolationszelts im Winter frieren müssten. "Das ist kein Tierschutz mehr, das ist Kriminalität, soweit darf es nicht kommen", sagt Weisheit. Die Elefanten trompeten lautstark dazu, als verstünden sie, was Weisheit sagt. Überhaupt folgen sie dem Direktor auf den Fuß. Diese Vertrautheit hat wohl auch in der Brandnacht Schlimmeres verhindert. Die Tiere hätten auch in Panik auf die nahe Autobahn flüchten können, heißt es im Zirkusumfeld.

Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei Weiden übernommen. Sie bittet Zeugen um Hinweise unter der Telefonnummer 0961/401-0 .

Bitte um Spenden und Warnung vor Trittbrettfahrern

Derweil hoffen Hardy Weisheit und sein Team auf Hilfsbereitschaft - und Spenden. "Das noch vorhandene Heu reicht noch für einen Tag und wir sind nicht versichert", sagt der Zirkusdirektor. Er bittet deshalb unter anderem Landwirte um Futterspenden in Form von Heu. Die Bevölkerung könne helfen, indem sie die Vorstellungen besuche - und spende. Zum Beispiel an der Zirkuskasse. "Wir sammeln nicht an Haustüren", betont der Direktor und warnt, das seien "Trittbrettfahrer".

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