23.10.2020 - 14:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Brand im Industriegebiet Weiden: Löschschaum im Weidingbach

Bis spät in die Nacht dauern die Löscharbeiten der Feuerwehren im Weidener Industriegebiet. Rund zwei Millionen Liter Löschwasser braucht es, um den Brand an einer Reifenverwertungsanlage zu löschen. Dabei gelangt Schaum in den Weidingbach.

Bis tief in die Nacht löschen die 133 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren die brennenden Reifenschnitzel im Industriegebiet Weiden.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände, wie Stadtbrandrat Richard Schieder am Freitag, dem Tag nach dem großen Brand im Weidener Industriegebiet, berichtet: Der Einsatz der neun Feuerwehren aus der Stadt und dem Landkreis Neustadt/WN mit 133 Einsatzkräften dauerte deshalb von Donnerstagmorgen, 9 Uhr, bis 4 Uhr nachts, weil der Dieseltank eines brennenden Radladers ausgelaufen war und der Kraftstoff zwei mit Reifenschnitzel gefüllte Bunker in Brand setzte. 1400 Tonnen geschredderte Altreifen standen daraufhin in Flammen. Die vielen Feuerwehren, die aus Material- und Personalgründen nach und nach dazu geordert wurden, mussten bis tief in die Nacht enorme Mengen an Löschwasser (2 Millionen Liter) und Löschschaum (2000 Liter) auf die Brandherde spritzen, um zu verhindern, dass das Feuer auf weitere zwei Bunker und ein Wohngebäude übergriff. Beim Ausräumen der circa vier Meter hohen Bunker mit Radladern, das Einsatzkräfte des THWs übernahmen, mussten die Helfer fleißig Wasser dazugeben, damit die Reifenschnitzel nicht mehr zu brennen begannen.

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Weiden in der Oberpfalz

Weil so viel Löschwasser und Löschschaum zum Einsatz kamen, gelangte auch ein Teil in den naheliegenden Weidingbach. "Im Bach bildet sich nun teilweise Schaum", berichtet Schieder am Freitag. In dieser geringen Konzentration sei das aber ungefährlich, beruhigt er. Er berichtet von besorgten Bürgern, die sich bereits zuhauf gemeldet hätten. Der Schaum löse sich mit der Zeit auf, erklärt der Stadtbrandrat. "Das ist nicht unbedingt toll, aber wir können den Weidingbach nicht komplett absaugen." Mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden und der Polizei habe es deshalb Freitagvormittag auch schon ein Gespräch gegeben.

Auf Nachfrage beim Wasserwirtschaftsamt bestätigt stellvertretender Leiter Manuel Schlegel, dass zwar kleinere Mengen in den Weidingbach geflossen seien, der Großteil aber dorthin, wo er hingehöre: in das Regenrückhaltebecken. Schlegel sieht deshalb keine Gefahr für das Grundwasser vor Ort. Beanstandungen gebe es nach aktuellem Stand nicht, informiert er. Im Einsatz waren bei dem außergewöhnlich lang andauernden Brand neben den Feuerwehren aus Neunkirchen, Weiden, Frauenricht, Neustadt/WN, Schirmitz, Oberwildenau, Parkstein, Störnstein und Altenstadt/WN auch 14 Einsatzkräfte des TWH Weiden und 18 des BRK.

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Maximilian Koos

*THW Weiden

25.10.2020