Weiden in der Oberpfalz
30.07.2019 - 09:55 Uhr

Comic-Held "Tibor" kommt ins Alter

Ein Dschungelheld feiert den 60. Geburtstag. Ein Anlass, den Mitglieder des "Hansrudi-Wäscher-Fanclubs" ausgiebig feiern – in Weiden.

Comic-Freunde aus Weiden und ganz Deutschland feiern auf Einladung von Uli Narr (Mitte) im tschechischen Bierkeller "Chodovar" unter anderem den 60. Geburtstag des Comic-Helden "Tibor". Bild: Kunz
Comic-Freunde aus Weiden und ganz Deutschland feiern auf Einladung von Uli Narr (Mitte) im tschechischen Bierkeller "Chodovar" unter anderem den 60. Geburtstag des Comic-Helden "Tibor".

75 Freunde vom "Hansrudi-Wäscher-Fanclub" aus ganz Deutschland versammelten sich zum großen Jahrestreffen beim Weidener Comic-Fanclub. Vorsitzender Uli Narr hatte für die Gäste, von denen viele aus Westdeutschland angereist waren, ein interessantes Begleitprogramm auf die Beine gestellt. Gefeiert wurde der 60. Geburtstag des Dschungelhelden „Tibor“.

Wie der bayerische Fanclub-Chef Sepp Schrottner erklärte, wird das Clubheft Nummer 48, das im November erscheint, ein Titelblatt mit Wäschers 1959 erstmals erschienenen Fortsetzungshelden „Tibor“ erhalten. „Das waren längere, gut durchdachte Abenteuergeschichten, die bis zu 40 Hefte umfassten.“ Die komplette Club-Ausgabe werde den Tarzan-ähnlichen Urwaldhelden zum Schwerpunkt haben.

„Tibor“ sei Wäschers Einstieg in längere Abenteuergeschichten gewesen. „Die zogen sich manchmal bis zu einem Dreivierteljahr hin.“ Alle Bände, egal ob Piccolo oder Großformate, habe natürlich jedes Clubmitglied in seiner Sammlung. „Das müssen keine Erstausgaben sein. Die Hefte gab es auch im Nachdruck.“ Nachdruckverleger war unter anderem Manfred Wildfeuer, der auch unter den Gästen weilte.

Wer heute das Heft „Tibor“-Heft Nummer 1 besitze, könne dafür bis zu 200 Euro verlangen. Alle 187 Piccolo-Heftchen zusammen kosteten den Sammler rund 5000 Euro. „Aber nur, wenn sie in sehr guter Qualität verkauft werden.“ Alt- und Neuauflagen seien gut zu unterscheiden. So sei die zweite Serie schon mit neuen Titelblättern aufgelegt worden, die Wäscher aber noch gezeichnet habe.

Was derzeit wieder sehr gefragt sei unter Sammlern: „Fix und Foxi“. Die Nachfrage steige. „Unser Club zählt 196 Mitglieder. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir 35 Neumitglieder gewonnen.“ Geschuldet sei dieser Erfolg dem Club-Magazin, das alle zwei Jahre erscheine, und dem Internetauftritt. „Natürlich sind diese neuen Mitglieder auch schon Rentner.“

Junge Leute seien nicht zu gewinnen. Da mache man sich nichts vor. „Die lassen sich nicht mehr begeistern.“ Und: „Viele lesen gar nicht mehr.“ Das sei eine ganz andere Generation. „Was wir unter Jüngeren verstehen, sind das Leute um die 45 Jahre.“ Mindestens zwei Drittel der Mitglieder seien im Rentenalter.

Das bedeute, dass die Sammelleidenschaft allein schon aus finanziellen Gründen stark nachgelassen habe. „Sammeln muss man, wenn man im aktiven Berufsleben steht. Später kann man sich das nicht mehr leisten.“ Nachdrucke von Comic-Heften kosteten heute bis zu 20 Euro das Heft. Vielen Sammlern sei heute schon angst und bange, was später einmal mit ihren Comic-Schätzen geschieht, weil sich keiner außer ihnen hierfür interessiert.

Das mehrtägige Ausflugsprogramm, das Uli Narr für seine Comic-Freunde organisierte, führte die Gruppe zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr, in die Patenstadt Marienbad und in den Bierkeller „Chodovar“. Zum Ausklang war eine Tauschbörse im „Hotel Stadtkrug“ anberaumt.

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