Weiden in der Oberpfalz
28.06.2019 - 16:14 Uhr

CSU Weiden applaudiert drei möglichen OB-Kandidaten

Die CSU scheint den Schlüssel für einen überzeugenden OB-Wahlkampf gefunden zu haben. Am Donnerstagabend kittet der Kreisverband bei der Kandidatenvorstellung Risse. Die Urwahl kommt an.

Die Weidener CSU feiert sich und ihre drei OB-Kandidaten, die sich für die „Urwahl“ beworben haben. Bild: Karin Wilck
Die Weidener CSU feiert sich und ihre drei OB-Kandidaten, die sich für die „Urwahl“ beworben haben.

Erleichterung beim Kreisvorstand. Der Lehnersaal ist proppenvoll, als sich die drei OB-Kandidaten Heiner Vierling, Benjamin Zeitler und Max Spicher den 112 anwesenden Mitgliedern sowie 20 Gästen aus dem Landkreis vorstellen. Das Trio wird bei den Vorstellungsrunden immer wieder vom Beifall unterbrochen. Endlich wieder Zuversicht und gute Laune bei der CSU.

Historische Chance für OB

Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer erinnert in seiner Begrüßung an Stoibers alte Forderung, die Parteibasis stärker in die Entscheidungen einzubinden. Die CSU müsse neue Wege gehen, begründet Gollwitzer die Entscheidung, die Mitglieder bei der Kandidatenfindung zur Urwahl zu bitten. Da OB Kurt Seggewiß nicht mehr antrete, habe die CSU im Frühjahr die historisch einmalige Chance, "wieder einen schwarzen Oberbürgermeister im Rathaus zu haben".

Das Fundament der CSU seien die Mitglieder, betont Gollwitzer. "Sie sind der Ausgangspunkt für alles, was wir machen. Es ändert sich viel. Nicht alles, was sich ändert, muss man für gut befinden. Aber es ändert sich", sagt er zu den Kritikern der Urwahl, die dieses Instrumentarium, das die CSU-Satzung vorsieht, vorschnell als Führungsschwäche der Verantwortlichen sehen.

Die drei Kandidaten

Das Los entscheidet über die Reihenfolge in der Vorstellungsrunde. Jeder Kandidat erhält 20 Minuten. Die Zeit stoppt stellvertretende Kreisvorsitzende Dagmar Nachtigall. Vorstellen braucht sich Heiner Vierling eigentlich nicht. Der 52-Jährige entstammt einer der ältesten Familien der Stadt, ist langjähriger Stadtrat, Vorsitzender des Heimatrings usw. Vielen neu ist, dass der Agrar-Betriebswirt, Garten-, Natur- und Landschaftspfleger mit eigenen Betrieben einst den Meisterpreis als zweitbester Absolvent in Süddeutschland erhielt. Er überrascht mit freier Rede. Ihm genügen für seine "Reise durch die Stadt" einige Zettelchen. Vierling spricht 18 Minuten und 33 Sekunden. Sein abschließender Applaus dauert 18 Sekunden.

Benjamin Zeitlerlegt Wert darauf, dass auch er gebürtiger Weidener ist. Der Politikwissenschaftler (37 Jahre) verweist auf seine 17-jährige kommunalpolitische Erfahrung. Er war Vize-Bürgermeister sowie Kreisrat im Landkreis Tirschenreuth und wohnt seit einiger Zeit wieder in Weiden. Er ist Inhaber und Geschäftsführer von Learning Campus mit 80 Mitarbeitern. Sein Motto: "Unser Weiden kann mehr". Und er verweist auf seine Netzwerke nach Regensburg, München und Berlin. Zeitler benötigt 19 Minuten und 6 Sekunden. Die Mitglieder applaudieren - teilweise stehend - 23 Sekunden.

Eine Überraschung ist Max Spicher, den lange niemand auf der Rechnung hatte. Der 33-Jährige ist Sohn des 1993 verstorbenen Stadtplaners und Baudezernenten Hartmut Spicher. Mit Mittlerer Reife schließt er den Industriemechaniker bei der BHS ab, ist als Service-Monteur weltweit unterwegs, bildet sich zum Maschinenbautechniker weiter, holt das Fachabitur nach und arbeitet seit 2011 für die Krones AG in Neutraubling. "Ich habe dabei 37 Länder gesehen, die nicht als Urlaubsziele gelten", gegründet der Vater eines 17 Monate alten Sohnes seinen Wunsch, die Zukunft der Menschen besser gestalten zu können. Max Spicher, der sich erstmals vor größerer Runde zeigt, spricht 12 Minuten und 46 Sekunden. Er erhält einen Beifall über 12 Sekunden.

Die Sachprogramme der drei Kandidaten sind in vielen Teilen identisch, wenngleich sie jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Sie wollen die Stadt voranbringen.

Sie sorgen für Aufbruchstimmung bei der Weidener CSU: Heiner Vierling und Benjamin Zeitler (von links) wollen OB werden, ebenso Maximilian Spicher (rechts). Ehrenkreisvorsitzender Lother Höher moderiert die Kandidatenvorstellung. Bild: Karin Wilck
Sie sorgen für Aufbruchstimmung bei der Weidener CSU: Heiner Vierling und Benjamin Zeitler (von links) wollen OB werden, ebenso Maximilian Spicher (rechts). Ehrenkreisvorsitzender Lother Höher moderiert die Kandidatenvorstellung.
Auf dem richtigen Weg:

Urwahl kommt an

Von den über 530 Parteimitgliedern haben übrigens innerhalb weniger Tage bereits mehr als 150 ihren Wahlzettel abgegeben. „Die Beteiligung ist riesig. Das ist ein Zeichen, dass es wirklich gelingt, unsere Basis mitzunehmen“, freut sich Ehrenkreisvorsitzender und Bürgermeister Lothar Höher, der durch den Abend führt. Die Urwahl sei eine gute Idee. „Wir gehen den richtigen Weg. Wir müssen die Situation so annehmen, wie sie nun mal ist.“

 
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