19.06.2019 - 17:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

CSU Weiden: Nun sind es drei OB-Kandidaten

Zwei Tage später ist alles anders: Die Zahl der OB-Kandidaten der CSU schrumpft von sechs auf drei. Hans-Jürgen Gmeiner und Dagmar Nachtigall sowie Maria Sponsel begnügten sich mit der Ehre, "zumindest einmal vorgeschlagen worden zu sein".

Walter Leupold begrüßt die "Urwahl" bei der Suche nach einem OB-Kandidaten. Seine Favorit ist und bleibt Heiner Vierling.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Damit wird der Wahlschein, der am Freitag den CSU-Mitgliedern für die Vorbereitung der Urwahl zugesandt wird, deutlich kürzer: Nur noch Heiner Vierling, Benjamin Zeitler und der auch in der Partei nahezu unbekannte Max Spicher sind am Mittwochabend im Rennen.

Dass der Kreisverband die Mitglieder bei der Urwahl über den OB-Kandidaten entscheiden lassen will, begrüßt auch Ehrenkreisvorsitzender Walter Leupold. "Die Urwahl ist sicherlich nicht das erste Instrumentarium der CSU. Aber es ist in der derzeitigen Situation sicherlich angemessen. Es ist richtig, die Entscheidung über unseren OB-Kandidaten auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Es ist gut, dass die Mitglieder gefragt werden. Es ist zwar nicht die übliche Handlungsweise, aber die Satzung sieht sie vor."

"Sehr ungewöhnlich"

Wenig Begeisterung lösten am Montagabend die Bewerbungen von gleich sechs OB-Kandidaten bei Leupold aus, der über 30 Jahre nahezu alle Wahlen für die Weidener CSU gemanagt hat. Er sagt am Mittwoch über die Kandidatenflut: "Ich bin überzeugt, dass der persönliche Ehrgeiz kein ausreichendes Kriterium für einen OB-Kandidaten darstellt."

Die Bewerbersuche sei bisher "sehr ungewöhnlich" verlaufen. Einen regelrechten "Zick-Zack-Kurs" habe Benjamin Zeitler gefahren. "Mal wollte er, und man hörte nichts mehr. Dann sagt er ab und man hörte nichts mehr und jetzt will er wieder", fasst Leupold zusammen. "Der Einzige, der stand und steht, ist Heiner Vierling. Er hat sich klar geäußert und sich klar positioniert. Das hatten übrigens auch schon Kreisverband und Fraktion, die sich eindeutig für Vierling ausgesprochen hat", erinnert Leupold seine Parteifreunde, denen er am Montagabend bei der Kreisvorstandssitzung die Leviten gelesen hatte. "Es kann für uns nur einen OB-Kandidaten geben."

Nach wie vor leide die Partei darunter, dass sie in schwieriger Zeit den Fraktionsvorsitz umbesetzt habe. "Und diese Unruhe zieht sich durch." Das Ziel der CSU müsse es nun sein, einen OB-Kandidaten zu küren, hinter dem sich dann auch alle stellen. "Die CSU muss nicht nur an der Wahl teilnehmen, sondern sie auch gewinnen wollen", sagt der 68-Jährige.

Kein Geruch von Küngelei

"Die Urwahl finde ich super", betont die ehemalige stellvertretende Kreis- und Fraktionsvorsitzende Maria Schnurrer. "Das läuft wirklich basisdemokratisch und kann keinen Geruch von Klüngelei haben." Die 75-jährige hat bereits ihren OB-Kandidaten, denn wer erfolgreich die Stadt führen wolle, müsse gut auf der Achse Weiden, München und Berlin unterwegs sein. Und hier habe Benjamin Zeitler das eindeutig bessere Netzwerk und langjährige, stabile Beziehungen. Zugleich betont sie: "Ich schätze Heiner Vierling sehr. Er ist wirklich ein sehr integrer Mensch." "Die Situation ist jetzt so wie sie ist", meint Bürgermeister Lothar Höher. Das Wichtigste sei, dass der Kreisverband wieder zur Geschlossenheit finde. Höher gehört zum Team, das die Urwahl vorbereitet. "Wir probieren das. Andere Kreisverbände waren damit erfolgreich. Wir fragen unsere Mitglieder, mit wem sie in die Wahl gehen sollen. Und das ist gut so."

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