11.12.2020 - 18:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

„Denkwelt Oberpfalz“ fest vor Augen

Der Vertrag hat nur fünf Seiten. Doch die Kooperationsvereinbarung für die Denkwelt Oberpfalz gilt als Meilenstein für die Entwicklung und den Transfer von Künstlicher Intelligenz "hinaus in Wirtschaft und Gesellschaft".

Aufmerksame Beobachter: Professor Wolfgang Weber, Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger sowie Professor Alfred Höß (hintern von links) "bezeugen" die Vertragsunterzeichnung durch OTH-Präsidentin Andrea Klug und Erich Bauer, den Vorsitzenden der LUCE-Stiftung.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

OTH-Präsidentin Professor Andrea Klug wählt einen treffenden Vergleich: Die Unterzeichnung des Vertrages mit der Lars-und-Christian-Engel-Stiftung (LUCE = Licht) sei ein Lichtblick in trister Zeit. Überzeugt von den beiden "Antreibern", Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger und LUCE-Vorstandvorsitzendem Professor Erich Bauer, unterstütze der Freistaat Bayern die Vorbereitungen für die Denkwelt. "Da mussten in den vergangenen drei Jahren dicke Bretter gebohrt werden." Dieses Leuchtturm-Projekt sei nun sogar Bestandteil der Hightec-Agenda des Freistaates, der in den nächsten zwei Jahren fünf Millionen Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung stelle. Hinzu kommen weitere vier Millionen Euro Projektmittel aus München.

Gleichzeitig kann die OTH durch staatliche Förderung ihr Kompetenz-Zentrum Künstliche Intelligenz deutlich aufrüsten - mit weiteren Professuren, der Entlastung von Professoren und natürlich mit weiteren Studiengängen. Dadurch könne die OTH künftig etwa 50 verschiedene Studiengänge anbieten, betont die OTH-Präsidentin. Die künftige Denkwelt decke sich nahtlos mit den Anforderungen, die sich aus der Reform des Hochschulgesetzes ergeben, die künftig noch mehr in die Gesellschaft hineinwirken sollen. So werde es etwa möglich, Berufsschullehrer an der OTH auszubilden.

Robuste Künstliche Intelligenz sei in der industriellen Produktion ebenso gefordert wie in der Mobilität, der Logistik, in der Energieversorgung oder im Gesundheitswesen, erklärt Professor Alfred Höß, Vizepräsident der OTH. Der OTH spiele in die Hände, das junge Professoren, die derzeit noch für anderen Fachbereiche tätig seien, selbst bereits über "sehr gute Vorerfahrung" mit Künstlicher Intelligenz verfügten.

Bayern unterstützt die Denkwelt mit Millionen

Weiden in der Oberpfalz

Im Kooperationsvertrag füllen allein die angedachten gemeinsamen Projekte von LUCE-Stiftung und OTH mehr als zwei Seiten. Im Mittelpunkt steht dabei die Forschung sowie der Wissens- und Anwendungstransfer für die Künstliche Intelligenz in den verschiedensten Facetten in Wirtschaft und Gesellschaft. "Künstliche Intelligenz ist bereits allgegenwärtig", betont Klug. Die Zusammenarbeit mit der LUCE-Stiftung beginne dabei keineswegs bei Null.

Von den vielen "Häutungen", dem "agilen, dynamischenWachsen" der OTH profitiere die gesamte Region, unterstreicht Erich Bauer, der Vorsitzende der LUCE-Stiftung, der selbst als Präsident der Hochschule führte. Er zeichnet den Weg der zunächst aus der BHS Corrugated ausgegliederten Werkstätten, dann der Ausgliederung der "Überbetrieblichen Ausbildung" nach Weiden, sowie der Rückkehr in den Sience-Park nach Weiherhammer nach. Der nächste Schritt soll die Denkwelt sein. Unter dem Dach der Stiftung würden längst "Forschungsverbünde" gelebt. Erklärtes Ziel ist der Wissens- und Technologietransfer in die Region, damit die Menschen bleiben und nicht abwandern. "Als Stiftung haben wir andere Möglichkeiten als ein klassisches Unternehmen." Die Kabinettsbeschlüsse im September hätten den Durchbruch gebracht. "Bisher hatten wir die besten Ideen, aber keine Mittel. Jetzt bekommen wir auch Geld." Damit könnten die geplanten Kooperationen umgesetzt werden. "Wir haben uns dem Projekt Denkwelt Oberpfalz verschrieben und die Vision 2024 in Halmesricht vor Augen."

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