21.08.2019 - 18:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Denkwelt Oberpfalz" in Weiden wirklich spektakulär

Die Visionen werden konkreter. Die "Denkwelt Oberpfalz" (DWO) bei Halmesricht ist bereits zu greifen. Sie sind in die Zukunft gerichtet und spektakulär. Das Leuchtturm-Projekt der LUCE-Stiftung begeistert die Weidener Stadträte.

"Tendenziell in die Höhe" ist die Entwicklung der Gebäude in der Denkwelt Oberpfalz bei Halmesricht geplant. Erste Entwicklungsstudien liegen bereits vor.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Severin Hirmer von der Lars-und-Christian-Engel-Stiftung, dafür steht "LUCE", nimmt am Mittwochmorgen die Weidener Stadträte mit auf die Reise zur Denkwelt. Bereits seit 2016 wird intensiv am "Leuchtturm für das Forschen, Arbeiten und Leben in der digitalen Zukunft" gearbeitet. In wenigen Tagen soll bei einem Pressegespräch gezeigt werden, wie dieses Zentrum der Digitalisierung für Wirtschaft und Wissenschaft in der Stadt Weiden gestaltet kann. Die Stadträte erhielten einen kleinen Vorgeschmack, der Appetit machte.

Nachbarn einbinden

So appellierte OB Kurt Seggewiß begeistert an die Stadträte, "diesen Ball ins Tor zu schießen". Die Stadt jedenfalls wolle die planungsrechtlichen Vorgaben (Bauleitplanung, Änderung der Flächennutzungsplanes, neuer Bebauungsplan" rechtzeitig schaffen und auch eine kreative Erschließung ermöglichen. Er betonte aber auch, dass es bei den Verabredungen bleibe, die beim Grundstückskauf vereinbart wurden: "Keine Wohnbebauung und kein Supermarkt. Dieses Wort gilt."

Bei den drei Initiatoren des Projekts, also LUCE, der OTH und der Stadt Weiden, ist klar, dass die Gebäude der Denkwelt, die auch vom Freistaat mitgetragen werde (derzeit 2,5 Millionen Euro Förderung), nicht in die Fläche wuchern dürfen. Vorerst ist nicht daran gedacht, dass die nötigen "Türme" höher als die Sternhäuser (in der Mooslohe) geplant werden. Wichtig sei es auch, die Bürger der Stadt, vor allem die Nachbarn in Halmesricht und in Neunkirchen, bei der Planung und jedem Entwicklungsschritt "mitzunehmen".

Digitalisierung anpacken

Rund 20 Hektar für das Projekt seien bereits im Besitz der Familie Engel. Die Denkwelt solle ein "Ort der Vernetzung" sein. "Darin sehen wir die Riesenchance für die Region, besonders für die wirtschaftliche Entwicklung. Industrie 4.0 braucht eine Bildung 4.0 für eine Gesellschaft 4.0", zitiert Hirmer Professor Erich Bauer, der mit der Familie Engel als "Treiber" des Vorhabens gilt. Das Thema Digitalisierung sei in den Köpfen. Es fehle aber oft die Bereitschaft, sie anzupacken und umzusetzen.

Die Denkwelt startete bereits 2019 mit dem "Initialprojekt" Future Lab im Science-Park C4 in Weiherhammer. Weiteres Standbein ist das Künstliche-Intelligenz-Zentrum für Infrastruktur, Forschung, Innovation und Ausbildung (KIZ), das zunächst auch im Science-Park ansässig ist und dann zum "Knotenpunkt der Denkwelt Oberpfalz" in Halmesricht wird. Bereits im Jahr 2024, so die bisherige Vorgabe, sollen diese Einrichtungen nach Weiden umziehen und damit die Denkwelt eröffnen.

Allein für das Künstliche-Intelligenz-Zentrum sei ein zweistelliger mittlerer Millionen-Betrag vorgesehen. "Wir wissen, dass alle Mittelständler unsere Erkenntnisse nutzen können. Wir geben der Region ein Werkzeug an die Hand, um wettbewerbsfähig bleiben zu können." Zugleich betonte Hirmer aber auch: "Andere Regionen gehen beim Thema Digitalisierung mit ganz anderer Dynamik ran." Deshalb wollten die Initiatoren des KIZ, die OTH Amberg Weiden, die Technische Universität München und der Freistaat Bayern, nicht bis zum Bezug der Denkwelt warten. Sie seien vielmehr schon jetzt sehr aktiv, wenn auch vorerst in Weiherhammer.

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