23.12.2018 - 11:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Drogenfund im Fernbus folgt Haftstrafe

Ein Drogenfund im Fernbus von Prag nach München wird einem Tschechen zum Verhängnis. Das Schöffengericht schickt ihn für über zwei Jahre ins Gefängnis.

Das Schöffengericht Weiden verurteilt einen Tschechen wegen Drogenschmuggels. Er saß im Fernbus von Prag nach München, als er 2017 erwischt wurde. Jetzt fiel das Urteil.
von Autor hczProfil

(rns) Zur Überraschung der Prozessbeobachter verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch am Donnerstag einen 43-Jährigen zu zweieinviertel Jahren Freiheitsstrafe. Rechtsanwalt Marc Steinsdörfer kündigte Berufung an. Unter dem Vordersitz des Tschechen waren im Februar 2017 im Fernbus Prag-München 475 Gramm Marihuana gefunden worden. Von Anfang an behauptete der selbstständige Monteur, dass ihm das Rauschgift nicht gehörte. Allerdings befanden sich seine DNA-Spuren an den Plastiktüten. Diese hätten jedoch, so ein Biologe vom Landeskriminalamt, auch von einer Berührung mit den Socken des Mannes stammen können, der während der Fahrt die Schuhe ausgezogen hatte. Als "unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen" bezeichnete dies der Sachverständige.

Oberstaatsanwalt Bernhard Voit sah die Anklage dadurch bestätigt, weil kein anderer Mitfahrer für den Rauschgiftschmuggel infrage kam. Die große Menge deutete darauf hin, dass der Ledige Handel treiben wollte. Voit forderte drei Jahre. Verteidiger Steinsdörfer sagte, dass seinem Mandanten die Plastiktüten "nicht ohne jeden vernünftigen Zweifel" zugeordnet werden konnten. Im halbleeren Doppeldeckerbus wäre es ungeschickt gewesen, Rauschgiftpakete im Fußraum zu deponieren. Außerdem sei sein Mandant, nachdem er nach sechsmonatiger U-Haft entlassen worden war, vier Mal aus Tschechien zur Verhandlung angereist. Steinsdörfer plädierte auf Freispruch.

Richter Windisch und die beiden Schöffen verurteilten den Vater vierer Kinder wegen Einfuhr und Handeltreibens. "Ein unbekannter Dritter wäre das Risiko der Entdeckung seiner Ware nicht eingegangen", wiegelte Windisch die Theorie Steinsdörfers ab, dass jemand das Rauschgift in Prag in den Bus gelegt haben könnte, um es in München herauszuholen.

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