31.08.2020 - 14:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

E-Bike-Boom: Training fürs sichere Fahren

Der Corona-Lockdown beschert dem Fahrradmarkt einen regelrechten Boom. Vor allem E-Bikes sind gefragter denn je. Das sichere Fahren will jedoch gelernt sein. Ein Sicherheitstraining der Ortsverkehrswacht Weiden vermittelt Grundkenntnisse.

Das Slalom-Fahren verlief nicht bei allen so flüssig wie hier. Initiator Josef Argauer, Geschäftsführer der Ortsverkehrswacht Weiden (Mitte), gab den Teilnehmern viele Tipps.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

21 E-Biker mittleren Alters sind an diesem Freitagnachmittag zum Übungsgelände des Zweirad-Centers Weiden gekommen, um erste Grundkenntnisse für ihr neues, motorisiertes Gefährt zu erlernen. Ein Sicherheitsparcours wurde extra aufgebaut, an dem sich die Radler vorbeiwinden konnten.

"Überrascht" zeigte sich Initiator Josef Argauer von der Ortsverkehrswacht Weiden über den Zulauf zum Sicherheitstraining. Das allerdings zeige, wie wichtig solche Einführungskurse seien. "Viele Teilnehmer sind lange nicht mehr Rad gefahren und fühlen sich deshalb unsicher", weiß er.

Und tatsächlich: nicht alle fahren den kurzen Slalom-Part, der mit Markierungshütchen gekennzeichnet ist, flüssig ab. Manche wackeln gefährlich. Und andere wagen sich gleich gar nicht daran. "Kopfsache" sei das eben, sagt Argauer, der die Teilnehmer beobachtet und immer wieder Tipps gibt.

Vor allem bei der Vollbremsungs-Station hätten die meisten Hemmungen. "Aber man muss den Mut haben, wirklich in die Eisen zu steigen. Denn das kann im Zweifelsfall lebensrettend sein." Wichtig sei es, ein Gefühl fürs Rad zu kriegen, sagt Argauer. "Und zwar, bevor man sich in den Verkehr wagt."

Run heuer "brutalst extrem"

Philipp Schraml vom Zweirad-Center Weiden unterstützt beim Sicherheitstraining. Er gibt den Neulingen technische Einweisungen, leiht bei Bedarf Räder aus, beantwortet Fragen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien sagt Schraml, dass er und seine Mitarbeiter einen "Run auf E-Bikes" feststellen. "Total ausverkauft" seien die Räder zwischenzeitlich bei ihnen gewesen, vor allem seit dem Lockdown. "Der Boom hält zwar schon seit zehn Jahren an, aber heuer war es brutalst extrem." Die Altersklassen würden sich ab 25 Jahren aufwärts bewegen.

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Weiden in der Oberpfalz

Das Radeln mit dem E-Bike sei schon "eine geile Sache", sagt Fachmann Schraml. Das weiß er aus eigener Erfahrung: das Zweirad-Center vertreibt die Pedelec-Eigenmarke Trenoli - und Schraml und seine Kollegen testen die Räder höchstpersönlich auf Herz und Nieren. Er selbst kann sich nicht so recht entscheiden, ob er E-Bikes oder normale Räder bevorzugt. "Beides hat seinen Reiz." Und jeder habe andere Bedürfnisse.

Aus den Köpfen der Leute würde sich beispielsweise dank der Motorhilfe die Angst vor schwierigen Berg-Aufstiegen rausprogrammieren. Auch für Personen, die abnehmen wollen oder diverse Erkrankungen haben, würden sich E-Bikes hervorragend eignen. Doch Schraml gibt zu: "Es ist schon schade, dass die normalen Räder nicht mehr so angeschaut werden."

Die Nachfrage nach den Sicherheitstrainings sei momentan sehr hoch, sagt Josef Argauer von der Ortsverkehrswacht. Nach dem Training am Freitag habe ihn zum Beispiel gleich wieder eine Anfrage erreicht, ob es noch einen Kurs geben werde. Und den gibt es. Nämlich am Freitag, dem 25.09.20, um 14.30 Uhr. Bei Interesse kann man sich an Josef Argauer unter der Nummer 0171/2698691 oder per E-Mail an info[at]verkehrswacht-weiden[dot]de wenden.

Hintergrund:

Sicherheitstrainings der Verkehrswacht

Seit 2012 veranstaltet die Ortsverkehrswacht Weiden Sicherheitstrainings für Pedelecs. "Im vergangenen Jahr haben wir drei Trainings angeboten", sagt Josef Argauer. Es gehe vor allem darum, ein Gefühl für das Pedelec zu entwickeln, sich sicher im Verkehr zu fühlen. "Denn das Radeln mit Motor ist einfach anders." Mit nur drei kräftigen Tret-Bewegungen könne das Rad auf bis zu 25 km/h beschleunigen. Das müsse man handhaben können.

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