31.05.2021 - 00:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

„Ein Erfolg vieler Frauen und Männer“

Nicola Schiffer leitet das Druckzentrum "Der neue Tag". Im Interview spricht sie über ihre „top Mannschaft“, die „Partnerschaft von Print und Online“ und eine Rotationsmaschine „im besten Alter“.

Nicola Schiffer, Leiterin des Druckzentrums der Oberpfalz-Medien
von Reiner Wittmann Kontakt Profil

ONETZ: Frau Schiffer, wenn Sie vor der laufenden Rotationsmaschine stehen, was geht Ihnen da so durch den Kopf?

Nicola Schiffer: Ganz ehrlich, dass die Maschine nur das eine ist. Das andere sind die Menschen, die sie zum Laufen bringen. Wenn wir auf das zehnjährige Bestehen des Druckzentrums der Oberpfalz-Medien zurückblicken, dann ist das vor allem ein Erfolg der vielen Frauen und Männer, die sich während dieser Zeit für ein gemeinsames Ziel engagiert haben: Sie tun alles, damit unsere Leser und Kunden zufrieden sind. Und ich denke nicht nur an die Rotationsmaschine, ich denke ebenso an die komplexe Technik in der Weiterverarbeitung. Dass alles so gut funktioniert, ist auch Verdienst meines Vorgängers Robert Pöllath, der sich 2019 in den Ruhestand verabschiedet und ein gut bestelltes Feld hinterlassen hat.

ONETZ: Das Wort Druckzentrum assoziiert man zunächst allein mit dem Druck der Zeitung …

Nicola Schiffer: … dabei geschieht hier noch viel mehr, richtig. Zum einen drucken wir an sechs Tagen der Woche unsere Zeitungstitel, „Der neue Tag“, „Sulzbach-Rosenberger“ und „Amberger Zeitung“, daneben laufen auf der Maschine aber natürlich Aufträge von Kunden und unsere „Oberpfälzer Wochenzeitung“. Damit die Zeitung zum Leser kommt, bedarf es neben der Rotation, wie gesagt, noch weiterer Stationen. So befindet sich im Druckzentrum zum Beispiel auch der Versand, in dem viele Mitarbeiter dafür sorgen, dass die Fahrer die richtigen Produkte an den richtigen Ort liefern können. Hier werden die Werbebeilagen unserer Kunden in die Zeitung beigelegt. Am Ende der Kette steht hinter jeder Produktion ein großer logistischer Aufwand.

ONETZ: Wie sehen Sie das Nebeneinander von Print und Online?

Nicola Schiffer: Für mich haben beide Formen ihre Berechtigung. Es gibt unterschiedliche Zielgruppen und Nutzer. Ich glaube an das gedruckte Wort genauso wie an eine schnelle Information, die ich online, quasi in Echtzeit, erhalte. Später kann diese schnelle Info zum Beispiel gut recherchiert, gespickt mit Zusatzinformationen und schön gestaltet gedruckt erscheinen. Das gilt auch für die Werbung. Es gibt Menschen, die möchten in aller Ruhe durch gedruckte Prospekte stöbern, und gehen dann in ein bestimmtes Geschäft, um dort die Angebote zu nutzen. Und es gibt Menschen, die finden es ganz großartig, wenn sie auf ihrem Handy vorgeschlagen bekommen, was ihnen eventuell gefallen könnte und konsumieren dann.

ONETZ: Welche Konsequenzen hat das für Sie geschäftlich und privat?

Nicola Schiffer: Für unser Unternehmen als Ganzes sehe ich hier die Herausforderung, aber auch die Chance einer guten Mischung, einer Partnerschaft von Print und Online. Unsere Aufgabe ist es, gute Inhalte und für jede Generation die passende Werbeform zu bieten. Für mich ist auch privat immer eine gute Kombination aus beidem wichtig. Wenn ich lernen möchte, wie man Socken strickt, und dazu ein Buch in der Hand halte, in dem auch auf ein Video für Ferse und Fußspitze verwiesen ist, dann ist das für mich ein super Beispiel. Aber mir vorher schon ein ellenlanges Video ansehen, das möchte ich nicht. Von diesen Beispielen gibt es eine ganze Menge.

ONETZ: Im Rotationsdruck steckt viel Power, gerade auch für kommerzielle Kunden.

Nicola Schiffer: Das kann ich nur unterstreichen. Wir können im Zeitungsdruck hohe Auflagen in kurzer Zeit produzieren, auf unserer Maschine 45000 Exemplare pro Stunde. Bedruckstoff ist Zeitungsdruckpapier, das es es auch in aufgebesserten Qualitäten gibt, die voluminöser und „weißer“ sind. Es gibt sogenannte Halbformate, die in unserem Fall dann einem DIN-A-4-Format entsprechen. Auch Sonderformate, wie sogenannte Superpanos, „Half Cover“ und „Flying Pages“, sind auf unserer Maschine möglich, ebenso Längsperforationen.

ONETZ: Die „Produktion“ endet nicht an der Druckmaschine.

Nicola Schiffer: Wie schon angesprochen, ja. Danach folgt die Weiterverarbeitung. In unserem Hause sind wir hier mit einem Heft- und Schneidaggregat ausgestattet, welches uns in die Lage versetzt, Produkte mit Zeitschriftencharakter herzustellen. Dazu kaufen wir Umschläge, die auf sogenannten gestrichenen Papieren gedruckt sind und somit edler aussehen. Wir legen diese Umschläge um den Innenteil, der auf unserer Rotationsmaschine gedruckt wurde. Das zusammengelegte Produkt versehen wir dann mit einer Rückendrahtheftung und beschneiden die Ränder. Auf Wunsch übernehmen die Oberpfalz-Medien auch Layout und Content – und fertig sind Imagebroschüre oder Kundenmagazin.

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ONETZ: Ein weiteres Standbein ist die Verteilung von Prospekten.

Nicola Schiffer: Ja. Auch hier ist ein reibungsloser Ablauf mit motivierten Mitarbeitern, gut funktionierenden Maschinen und sinnvoll eingesetzter Technik unser großer Vorteil. Wir stecken beispielsweise in unserer Direktverteilung (OWZ)– mit unterschiedlichsten Belegungen – Werbung in über 150.000 Zeitungen ein.

ONETZ: Mit dem Druckzentrum ist jetzt auch dessen technisches Kernstück, die Rotationsmaschine, 10 Jahre alt. Ist das viel?

Nicola Schiffer: Nein, sie ist im besten Alter! In Menschenjahren liegen wir da vielleicht bei einem Äquivalent von 40 Lebensjahren, wenn Sie diese Analogie gestatten. Da sind Sie noch lange nicht alt, dafür aber reif und erfahren. So ist es bei unserer Druckmaschine auch. Technologisch ist sie nach wie vor sehr gut und lässt (fast) keine Wünsche offen, andererseits ist sie „eingefahren“, wir wissen, wie wir das Beste aus ihr herausholen. Bis sie in Rente geht, ziehen noch viele Jahre ins Land.

Am Ende der Kette steht hinter jeder Produktion ein großer logistischer Aufwand.

Nicola Schiffer, Leiterin des Druckzentrums

 

 

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