Weiden in der Oberpfalz
18.11.2021 - 13:00 Uhr

Fachkräftemangel nimmt zu: IHK Nordoberpfalz diskutiert Maßnahmen

Für die Unternehmen in der Nordoberpfalz wird Fachkräftemangel immer mehr zum Problem. Mitglieder des IHK-Gremiums diskutierten nun Lösungen dafür. Auch die Berufsschulen in Weiden und Neustadt waren Thema.

Die Mitglieder des IHK-Gremiums Nordoberpfalz beurteilen die Umstrukturierung der Weidener (im Bild) und Neustädter Berufsschule sowie der Wirtschaftsschulen in Weiden und Eschenbach positiv. Archivbild: Gabi Schönberger
Die Mitglieder des IHK-Gremiums Nordoberpfalz beurteilen die Umstrukturierung der Weidener (im Bild) und Neustädter Berufsschule sowie der Wirtschaftsschulen in Weiden und Eschenbach positiv.

Ein Thema treibt die regionale Wirtschaft gerade besonders um: die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften. „In vielen Branchen der Nordoberpfalz trifft die stabile Konjunktur auf die strukturelle Herausforderung des demografischen Wandels. Zudem erschwert Corona die Berufsorientierung und führte zu einem Bewerbermangel“, sagte Bernd Fürbringer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Nordoberpfalz.

Wie die IHK mitteilt, diskutierten bei einer Sitzung die Gremiumsmitglieder gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes, IHK-Fachkräfteexpertin Sibylle Aumer und dem neuen Präsidenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH), Prof. Clemens Bulitta, die Auswirkungen und mögliche Maßnahmen.

20.000 fehlende Fachkräfte

Die Reserven des regionalen Arbeitsmarktes seien aufgebraucht, die Rekrutierungspotenziale erschöpft. „Der Fachkräftemangel steht für die Unternehmen in der Region an Platz eins des wirtschaftlichen Risikos – noch vor Rohstoffpreisen oder anderen Rahmenbedingungen“, unterstrich Aumer die Dringlichkeit des Themas.

Der IHK-Fachkräftemonitor prognostiziert für 2026 einen Saldowert von branchenübergreifend 20.000 fehlenden Fachkräften für die Oberpfalz und den Landkreis Kelheim. Doch schon heute gibt es Fälle, bei denen Aufträge von Unternehmen nicht mehr abgearbeitet oder angenommen werden können und die Gastronomie wegen Personalmangel geschlossen bleibt.

Zusammenarbeit mit der OTH

Das IHK-Gremium werde sein regionales Engagement zur Gewinnung potenzieller Mitarbeiter weiter verstärken, so Fürbringer. Neben der betriebseigenen Aus- und Weiterbildung stellte Aumer die Möglichkeit der Zuwanderung aus Drittländern als einen Lösungsaspekt vor, um qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland in die Betriebe zu holen. Seit März 2020 gebe es im Rahmen des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes einige Erleichterungen.

Als einen wichtigen Baustein für die Qualifizierung von Nachwuchskräften sieht das Gremium die Zusammenarbeit mit der OTH. Die Wirtschaftsvertreter und OTH-Präsident Bulitta waren sich einig, dass es dabei nicht nur um die akademische Bildung gehe. Vielmehr solle auch der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft verstärkt werden. Gemeinsames Ziel der Region müsse sein, den Menschen Perspektiven vor Ort zu bieten und Fachkräftenachwuchs selbst zu sichern.

Umstrukturierung positiv bewertet

Die derzeit ins öffentliche Licht gerückte Umstrukturierung der Weidener sowie der Neustädter Berufsschule sowie der Wirtschaftsschulen in Weiden und Eschenbach wurde von den Gremiumsmitgliedern sehr positiv beurteilt. Es bestehe die einmalige Gelegenheit für die Region, die berufliche Bildung in die Zukunft zu führen.

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz20.10.2021

„Der Fachkräftemangel steht für die Unternehmen in der Region an Platz eins des wirtschaftlichen Risikos – noch vor Rohstoffpreisen oder anderen Rahmenbedingungen."

HK-Fachkräfteexpertin Sibylle Aumer

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.