Weiden in der Oberpfalz
12.12.2018 - 10:56 Uhr

Faltbare Drohne fliegt durch Löcher

Schweizer Forscher haben sich vom Flug der Vögel inspieren lassen. Nun gibt es eine Drohne, die sich im Flug kleiner macht und so durch enge Spalten kommt.

Die neue Drohne klappt sich während des Flugs zusammen, um Ritzen oder kleinere Löcher in der Wand besser zu passieren. Bild: UZH
Die neue Drohne klappt sich während des Flugs zusammen, um Ritzen oder kleinere Löcher in der Wand besser zu passieren.

Ein Team der Universität Zürich hat eine neuartige Drohne entwickelt, die bei Naturkatastrophen Rettungsteams unterstützen kann. Die Drohne kann im Flug ihre Propellerarme einfahren und macht sich dadurch so klein, dass sie durch enge Spalten und Löcher passt, teilte die Universität Zürich am Mittwoch mit.

Video: Faltbare Drohne

Drohnen und Roboter werden von Rettungskräften eingesetzt, um eine Überblick zu bekommen oder eingeschlossenen Personen zu finden und könne so den Rettern den Weg zeigen. Dabei müssten sie nicht selten durch einen Riss in der Wand, ein halb offenes Fenster oder ein Gitter ins Innere eines Gebäudes fliegen - was wegen der Größe der Drohnen oft nicht möglich ist, schreibt die Universität. Der neuartige den Quadrokopter mit vier unabhängig drehbaren Propellern bietet dafür eine Lösung. Das Team hat sich von Vögeln inspirieren lassen. Diese legen bei Platzknappheit ihre Flügel in der Luft an. Die Schweizer Drohen klappt sich zusammen, um Ritzen oder kleinere Löcher in der Wand zu passieren. Während des Weiterflugs vergrößert sie sich dann wieder. "Unsere Lösung ist mechanisch gesehen recht einfach. Aber dank der integrierten Wahrnehmungs- und Kontrollsysteme ist unsere Drohne sehr vielseitig und autonom", sagt Davide Falanga, Die Propeller sind auf mobilen Armen montiert, die sich schwenken lassen. Die Steuerung reguliert in Echtzeit jede neue Position der Arme und passt je nach Schwerpunkt die Propellergeschwindigkeit an.

Laut Mitteilung kann die Drohne sogar Gegenstände transportieren. Entwickelt wurde der Quadrokopter von Forschern der Robotics and Perception Group an der Universität Zürich und des Laboratory of Intelligent Systems an der EPFL - beide sind Teil des vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) Robotik. Die Drohne soll so weiterentwickeln werden, dass sie sich in alle drei Dimensionen zusammenfalten kann. Verbesserte Algorithmen sollen sie vollständig autonom machen.

 
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