01.06.2020 - 12:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Feinkost Günter" schließt Laden in Weiden

Viele Stammkunden schauten noch einmal vorbei: Am Samstag hatte das Weidener Feinschmeckergeschäft "Feinkost Günter" zum letzten Mal geöffnet. Die Schließung war lange geplant.

Das Ehepaar Agnes und Martin Günter (Mitte) schloss am Samstag seinen Feinkostladen in der Türlgasse. Stammkunden wurden mit Prosecco verabschiedet.
von Helmut KunzProfil

Das Weidener Feinschmeckergeschäft „Feinkost Günter“ in der Türlgasse ist seit Samstag, 13 Uhr, Geschichte. Agnes und Martin Günter gehen in Rente. Sie tun das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen habe man die Schließung seit zweieinhalb Jahren geplant und freue sich jetzt auf ein Stück mehr Freizeit. Und: Zehn Stunden Stehen am Tag fallen weg. Zum anderen trauere man den vielen Kunden nach, zu denen man in den vergangenen 37 Jahren ein zum Teil freundschaftliches Verhältnis aufgebaut habe.

Viele Stammkunden kamen, um sich persönlich von dem Ehepaar zu verabschieden. Einige brachten Geschenke mit. „Alles sehr liebevolle Menschen“, wie Martin Günter betonte. „Ich hatte nur nette Kunden.“ Gefeiert wurde mit einem Glas Prosecco. Einen Nachfolger werde es nicht geben. „Der Laden wird geschlossen.“ Auch die Belegschaft bedankte sich bei ihren Chefs mit einem Geschenkkorb.

„Es ist schade, dass es in ganz Weiden keinen Laden mehr dieser Art gibt“, meinte Agnes Günter. „Es gibt keine Nachfolger, die unsere Kunden verwöhnen.“ Sie betonte den riesigen Freundeskreis. Sei habe Stammkunden bis aus Bottrop und Wiesbaden. „Dass so viele heute gekommen sind, um sich persönlich zu verabschieden, das findet man selten. Normalerweise macht ein Laden zu, das war's dann."

„Es war ein Geben und ein Nehmen. Du kannst noch so gute Waren verkaufen. Wenn die Kunden nicht darauf anspringen, wird das nichts.“ Lustig sei’s immer gewesen. „Hier hat alles gepasst.“ Bei „Feinkost Günter“ habe der Kunde auf ausgesuchte Ware vertrauen können. Fleisch, Wurst, Käse, Schokolade, Weine. „Wir haben die Hersteller persönlich gekannt. Es ist nämlich wichtig, zu wissen, wie und von wem die Sachen hergestellt werden.“

Noch ein letztes Wort zum regionalen Einkauf und zum Thema "Feinkost" am Beispiel von Käse: "Den aus der Region zu beziehen ist relativ schwierig. Traurig bei uns ist, dass die Kühe nicht draußen auf der Weide stehen." Nehme man die heimischen Wiesen unter die Lupe, stelle man fest, dass es hier keine Blumen und Kräuter, wie im Allgäu gebe. "Ohne Grundnahrung, keine gute Milch und kein erlesener Käse." Regional hergestellter Käse könne niemals mit der Qualität aus dem Allgäu oder der Schweiz mithalten.

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