30.06.2020 - 10:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fitnessstudio in Coronakrise: "Sind gut über die Runden gekommen"

Bei den Fitnessstudios kehrt langsam wieder Normalbetrieb ein. Doch die Coronakrise hat trotzdem ihre Spuren hinterlassen.

Stephan Oetzinger (vorne) und CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler testen ihre Fitness unter fachkundiger Anleitung von Injoy-Chef Gerhard Paulus (links), Studioleiter Wolfgang Völkl und Juniorchef Stefan Paulus (rechts).
von Helmut KunzProfil

„Wir hatten nur Einbußen von 90 Prozent, weil wir über injoy@home einen kleinen Teil unseres Angebots anbieten konnten“, berichtete Injoy-Besitzer Gerhard Paulus am Freitag beim Besuch von Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger (CSU) und CSU-Fraktionschef Benjamin Zeitler über die Corona-Pause. „Unsere Mitglieder konnten das Aerobic-Programm über Video herunterladen.“ Den Mitgliedsbeitrag habe man auf 9,90 Euro reduziert.

Wie Paulus erklärte, hatte sich die Kündigungswelle in Grenzen gehalten. „Im April waren es neun Austritte. Im Mai waren es 20. Diese Zahlen sind eigentlich für diese Monate normal. Im Mai und Juni steigen die meisten aus." Wegen des Sommers. „Wir sind gut über die Runden gekommen. Jetzt heißt es, die Sommerzeit zu überbrücken, um dann im September wieder mit einem stabilen Kundenstamm weitermachen zu können.“

„Die Kurzarbeit kommt uns entgegen. Die werden wir auch bis zum Ende ausnutzen müssen. Im September werden wir schauen, wie es weitergeht. Bis dahin muss ich als Chef wieder verstärkt ins Tagesgeschäft mit einsteigen.“ Im Injoy arbeiteten sechs hauptamtliche Mitarbeiter und mehrere Aushilfskräfte, von denen ein Teil wieder reaktiviert worden sei, weil man ihnen Perspektiven an die Hand geben und sie nicht auf Dauer verlieren wolle. „Der einzige, der während der Corona-Pause hindurch vor Ort war, war der Lehrling.“

Im Herbst stelle sich die große Frage: Kommt eine zweite Welle oder nicht? „Ein Punkt, der uns schon verunsichert.“ Als es wieder losgegangen sei mit der Wiedereröffnung der Fitnessstudios, durfte nur eine Person pro zehn Quadratmetern ins Studio. Das Injoy besitze über 750 Quadratmeter Fitnessfläche. „Anfangs hatten wir 80 Check-ins pro Tag. Inzwischen liegen wir bei 120." In normalen Zeiten kämen 250 Kunden pro Tag. "Wir haben jetzt acht Stunden täglich geöffnet." Ab Juli werde man die Öffnungszeiten weiter ausdehnen.

Von der Zahl der Trainierenden her, sei man nicht limitiert. "Eingeschränkt waren wir nur, was das Kursangebot anging, weil wir nur auf einem einzigen Platz üben durften." Das ändere sich ab Juli. "Dann sind wir wieder flexibler und dynamischer." Auch Saunen und Duschen sei ab Mittwoch wieder erlaubt. Derzeit installiere man dort Abtrenneinrichtungen, damit vier Personen gleichzeitig duschen könnten.

Wer das Studio an der Dr.-Seeling-Straße betritt, muss sich erst die Hände desinfizieren. Die Mund- und Nasenmaske muss solange getragen werden, bis sich der Kunde am Gerät niederlässt. „Arnold Schwarzenegger empfiehlt, die Masken sogar während des Trainings aufzulassen“, sagte Gerhard Paulus, der die Politiker gemeinsam mit Juniorchef Stefan Paulus durch das Studio führte. Mit Hilfe von Absperrbändern wird der Abstand zum nächsten Gerät ausgemessen. Unten im Tanzstudio wurden Quadrate über den Boden gezogen, innerhalb derer sich die Tanzschüler bewegen können.

Oetzinger zeigte sich erstaunt über das Hygienekonzept. „Wunderbar, wie das hier umgesetzt wurde.“ Es sei der Umsicht der Studio-Betreiber zu verdanken, dass man jetzt ab Juli noch mehr Lockerungen zulasse. „Ich danke den Unternehmern für deren Unterstützung. Sie haben mit zur Eindämmung des Virus beigetragen.“

Existenzsorgen bei Fitnessstudio-Betreibern:

Tirschenreuth
Gerhard Paulus hofft, dass im Herbst keine zweite Corona-Welle kommt.
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