(uz) Einmotorige Privatflugzeuge aus Latsch, die Unternehmer aus der Oberpfalz nach München fliegen, wolle der Münchener Großflughafen nicht haben. Deshalb habe man die Start- und Landegebühren entsprechend hoch angesetzt, sagte Johannes Eigelsreiter. Der Berater für Landes- und Kommunalpolitik im Auftrag der Münchener Flughafen GmbH war Referent bei einer Veranstaltung der Weidener JU und Seniorenunion. Für solche Geschichten sei die Zahl der Slots (Start, Landung) zu knapp berechnet. Wenn dann reisten Oberpfälzer Geschäftsleute per Hubschrauber an.
Der Münchener Flughafen „ist ein Infrastrukturprojekt für ganz Bayern“, lobte Eigelsreiter. Wenn der Flughafen weiterhin international wettbewerbsfähig bleiben wolle, müsse er ausgebaut werden. Gedacht sei an eine dritte Startbahn. Dies sei auch im Sinne der bayerischen Unternehmen, die nicht in unmittelbarer Flugplatznähe angesiedelt seien. Der Großflughafen sei ein potenter Arbeitgeber. „Wir haben 400 Mitarbeiter, die jeden Tag aus der Oberpfalz einpendeln.“ Das sei eine ganze Menge Lohn, der da gezahlt werde. Zunehmend bekämen immer mehr mittelständische Unternehmen ihre Aufträge über den Flughafen. „Nicht das ganz große Volumen, aber verdoppelt hat sich das in den letzten beiden Jahren schon auf eine Million. Die Zahl der betroffenen Betriebe ist von 25 auf 50 gestiegen.“ Es handle sich überwiegend um Handwerker und Zulieferer. „Das wird sich weiterentwickeln. Und die Oberpfalz wird davon mit profitieren.“
Der Großflughafen befördere pro Jahr 44 Millionen Passagiere, kontinuierlich über 100 000 pro Tag. „Wir werden diese Zahl nicht nur halten, wir werden sie in diesem Jahr sogar wieder steigern“, versprach der Berater. Auch die Anzahl der Flugbewegungen werde noch oben klettern. Eigelsreiter rechnete mit drei bis vier Prozent. „Rechnet man das auf 15 Jahre hoch, dann kommen wir auf 50 Prozent. Das ist schon eine ganze Menge.“ Das Problem: „Die können wir dann am Flughafen München nicht mehr abfertigen. Die wandern ab. Und zwar zu anderen Fluggesellschaften und anderen Drehkreuzen.“ Istanbul baue zurzeit sechs Start- und Landebahnen. Wenn München nicht aufpasse, gehe das große Geschäft an den Bosporus.
„Eigentlich müsste man Geld dafür bezahlen, dass man am Flughafen München arbeiten darf“, fand Eigelsreiter. Sicherlich hätte man sich auch über den Bau eines Transrapids gefreut. „Das wäre eine touristische Attraktion gewesen.“
Weiden in der Oberpfalz
19.06.2018 - 11:15 Uhr
Flughafen sorgt für Arbeitsplätze
von Helmut Kunz
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