10.07.2019 - 15:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fragen und Antworten zur neuen Sedanstraße

Rund 9000 Fahrzeuge täglich rollen über den Issy-les-Moulineaux-Platz. Für sie soll sich demnächst einiges ändern. Die Stadt setzt ab August auf "weiche Separation". Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Halten ist Fahrdiensten wie dem ARV auch künftig in der Dr.-Pfleger-Straße erlaubt. Die Parkplätze allerdings fallen weg. Für Autos wird's trotzdem enger auf der Straße.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Sedan- und Dr.-Pfleger-Straße werden damit Radler- und Fußgänger-freundlicher. Einige Stadträte wären sogar noch einen Schritt weitergegangen. Zum Beispiel Bürgermeister Jens Meyer (SPD), der nach wie vor den Traum von einer durchgängigen Fußgängerzone hat. Für eine verkehrsberuhigte Zone, in der sich neben Radlern und Passanten nur Busse, Taxis und Lieferverkehr bewegen dürfen, tritt Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) ein, wie er im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung deutlich machte. Insofern ist die provisorische "weiche Separation" rund um den Issy-les-Moulineuaux-Platz ein Kompromiss. Denn es gibt auch ganz andere Meinungen. So trägt die CSU zwar die Lösung mit, stünden ihr aber weiter kritisch gegenüber, bekannte Fraktionsvorsitzender Markus Bäumler. Hier entstehe ein Nadelöhr. Die wichtigsten Fragen zu den Plänen – und die Antworten:

Wann beginnt der Umbau?

Die Markierungsarbeiten zu Fahrradspuren und Mittelstreifen für Fußgänger sollen laut Baudezernent Oliver Seidel in den Sommerferien vorgenommen werden - falls der Stadtrat in der Sitzung am 22. Juli grünes Licht dazu gibt.

Was passiert mit den Parkplätzen?

Die 20 bis 25 Parkplätze zwischen Postgasse und Kurt-Schumacher-Anlage werden den Radspuren geopfert. Nach Seidels Überzeugung kann das NOC-Parkhaus den Bedarf auf jeden Fall decken. Matthias Holl (SPD) fordert die Verwaltung dazu auf, Ersatz für wegfallende Behindertenparkplätze zu suchen. Möglichkeiten dazu gibt es offenbar im Stadtmühlweg. Ansonsten ist Holl der Meinung, dass die Parkplätze den Verkehrsfluss aktuell "massiv behindern". Parkplätze auf dem Mittelstreifen regt Hans-Jürgen Gmeiner (CSU) an. Dafür seien sie zu schmal, sagt Baudezernent Seidel. Außerdem beeinträchtige das die Funktion des Streifens als Querungshilfe.

Reichen die Spurenbreiten für alle Fahrzeuge aus?

Der Schutzstreifen für Radler ist 1,50 bzw. 1,65 Meter breit, der Mittelstreifen für Fußgänger 2,50 bzw. 2,45 Metern. Für den motorisierten Verkehr bleibt eine Straßenbreite von 2,25 Metern – zu wenig für breitere Fahrzeuge wie Busse, wie Seidel einräumt. Diese müssten also Linien überfahren, was eigentlich nur in Ausnahmefällen erlaubt ist. Möglicherweise problematisch angesichts täglich 380 Busfahrten je Fahrtrichtung? Stefan Rank (Bürgerliste) befürchtet nicht zuletzt deshalb ein Verkehrschaos und Sicherheitsrisiken, Hans Blum einen "Rückstau bis nach Weiden-West". In der Stadtverwaltung gibt es dazu keine einheitliche Meinung. Seidel beschreibt die interne Diskussion als "Spannungsfeld zwischen Ängsten und Hoffnung". Aber er hält fest: "Verkehrsfluss und Sicherheit sind weiter gegeben."

Was passiert mit den Fußgängerampeln?

Die bei C&A fällt weg – das Überqueren der Straße soll künftig ja überall im fraglichen Bereich unkompliziert möglich sein. Die Ampel am Issy-Platz wird zur "Dunkelanlage" – unsichere Passanten können hier auf Knopfdruck Grünlicht anfordern. Umbau und Umprogrammierung könnten aber erst zu einem späteren Zeitpunkt als den Sommerferien erfolgen, bedauert Seidel. Der vorübergehende Verzicht auf die Ampel sei nach Absprache mit der Verkehrsbehörde "tolerierbar".

Wie und wann werden die neuen Spuren im Süden (beim Rathaus) und im Norden (Richtung Kolpingplatz) fortgeführt?

Das ist noch unklar. Spannend scheint vor allem die Frage, wie es mit dem Verkehrsknotenpunkt Sedan-/Bürgermeister-Prechtl-/Goethestraße (vor dem NOC-Eingangsbereich) weitergeht. Vor einer provisorischen Ausgestaltung auch dieses Bereichs müssten „aktuelle Verkehrsbelastungsdaten“ abgewartet werden, heißt es im Konzept des Büros BSV (Aachen). Die Erfahrungen nach der NOC-Eröffnung sollen dann hier einfließen.

Ist das eine Lösung auf Dauer?

Nein. Im Prinzip soll zwar alles so bleiben, wie es aktuell die Pläne von BSV vorsehen. Aber, wie Stadtsprecherin Roswitha Ruidisch auf Anfrage erklärt: „Wenn sich die neue Verkehrsführung etabliert hat, kann dann zu gegebener Zeit über die Ausgestaltung des Bereiches nachgedacht werden, die sich unter anderem in Form von neuen Bodenbelägen und Stadtmöblierung ausdrücken könnte.“ Für die Gestaltung des öffentlichen Raums der Innenstadt West plane die Stadt voraussichtlich für 2021 einen Wettbewerb, der auch den Bereich Sedan-/Dr.-Pfleger-Straße einschließe.

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