Mit Frack und Zylinder die Herren und modischen schwarzen Hüten und Trauerschleier für die Damen fand sich eine illustre Trauergemeinde ein, um am Aschermittwoch der wieder viel zu schnell verflossenen, heuer langen, aber dennoch zu kurzen Faschingszeit nachzujammern.
Nicht nur in Mainz am Stadtbrunnen pflegt man das Geldbeutelwaschen nach den närrischen Tagen, sondern auch in Rothenstadt. So begrüßte die Sprecherin des Stammtisches Sabine Zenger an der „Höslbräu-Schänke“ die dem Fasching Nachtrauernden am Aschermittwoch. Mit dem Ansinnen, nach durchzechten Faschingsnächten frische Moneten in die Geldbörsen zu spülen, pflegt man diese Tradition zu Beginn der Fastenzeit. „In Regensburg an der Donau wusch der Bürgermeister auch schon einmal die Stadtkasse, um den Stadtsäckel aufzubessern“, wusste Zenger zu berichten.
Frisches Wasser mit dem Schöpfer aus dem nahen Bach kam dazu in den Waschtrog. Als Trauerredner fungierte der bewährte Günther Mayer, der des Reimens mächtig ist: „Ja liebe Leut‘, wie wir hier steh‘n beianand, mit eurem schwarzen Trauerg‘wand. Auch seh‘ ich solche, die den Stammtisch genießen, und andere, die stolpern durch Felder oder über Wiesen. Ein bisschen Wehmut ist dabei, der Fasching ist halt vorbei. Und so woll’n mir wies der Brauch ist in Bayern, dieses Ritual nun feiern. Holt's raus die Geldbeutel zum Wasch‘n, aus den Hosen oder Damentaschen. Hoffentlich is‘ wos drin, alte Knickl, dann hängmas auf die Geldbeutel – zum Trocknen auf am Strickl.“
Der Erlös des Geldbeutelwaschens, der sich mit einer Sammlung mit Zylinder im Wirtshaus fortsetzte, kommt heuer der Jugendfeuerwehr in Rothenstadt zu Gute. Die Wirtin Piroschka Hösl legte noch etwas Moneten drauf und kredenze der Trauergemeinde Bratheringe oder marinierten Hering zu Pellkartoffeln als Fastenspeise.





















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