05.08.2019 - 10:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Für totgesagte Fußgängerampel geht es weiter

Eine Ampel, die zwar überflüssig ist, aber auch unverzichtbar? Doch, so etwas gibt es: vor C&A in der Sedanstraße.

Die Fußgängerampel bei C & A braucht es künftig nicht mehr. Eigentlich. Aus technischen Gründe bleibt sie dennoch.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Ein Geschäftsmann wundert sich: Nach der Erneuerung der Deckschicht in der Sedanstraße ist nun auch wieder der Fußgängerweg bei C&A abmarkiert. "Sollte der nicht weg?" In der Tat. Demnächst wird der gesamte Bereich zwischen K&L Ruppert und C&A umgestaltet – ganz im Sinne einer "weichen Separation" von motorisiertem Verkehr und Fußgängern. Ein durchgängiger, 2,50 Meter breiter Mittelstreifen soll den Passanten dann als Querungshilfe dienen. Ausgewiesene Überwege braucht es dann nicht mehr. Die Fußgängerampel am Issy-les-Moulineaux-Platz wird zunächst dunkel geschaltet, bevor sie nach technischer Umrüstung zur Bedarfsampel mutiert (Passanten, die sich unsicher fühlen, können per Knopfdruck ein Signal anfordern). Und die Ampel vor C&A wird komplett überflüssig.

So zumindest hieß es in der jüngsten Stadtratssitzung Anfang Juli, in der Baudezernent Oliver Seidel die Pläne vorstellte. An denen hat sich eigentlich auch nichts geändert. Insofern wunderte sich selbst Seidel, als wir ihn am Donnerstag auf die Markierungsarbeiten für den Überweg hinwiesen. Letztere geschahen – wie auch die gesamten Ausbesserungsarbeiten am Asphalt – in Regie von NOC-Bauherr Fondara. Der Baudezernent hakte nach. Und klärte dann auf: Die Ampel bei C&A bleibt – aus technischen Gründen. "Man kann sie nicht rausnehmen, sie ist fest in den Steuerungsprozess der Lichtzeichen an der Kreuzung Sedan-/Bürgermeister-Prechtl-/Goethestraße eingebunden." Sprich: Sie kann nicht aus dem Verkehr gezogen werden, ohne auch alle anderen lahmzulegen. Auch für ihn, so Seidel, sei das "eine erfrischende Erkenntnis".

Die Fußgängerampel erhält nun eine längere Gnadenfrist – bis möglicherweise das geplante weitere Verkehrsgutachten neue Lösungen für den NOC-Vorplatz präsentiert. "Möglich, dass man sich für den Knotenpunkt etwas komplett Neues einfallen lässt", sagt der Dezernent. Auch eine durchgängige Fußgängerzone sei in der politischen Diskussion "ja noch nicht vom Tisch". Für die Gestaltung des öffentlichen Raums der Innenstadt West plant die Stadt voraussichtlich für 2021 einen Wettbewerb, der auch den Bereich Sedan-/Dr.-Pfleger-Straße einschließt.

Nicht möglich war es übrigens, die kommenden Arbeiten zur Umgestaltung von Sedan- und Dr.-Pfleger-Straße mit den nun abgeschlossenen zu verbinden. Letztere waren laut Seidel von langer Hand geplant, während der Stadtrat erstere erst vor drei Wochen beschloss. Fest steht, dass die Markierungsarbeiten noch in den Ferien erfolgen sollen und etwa zwei bis drei Wochen dauern. Unklar bleibt, wann sie genau starten. Immerhin: Vollsperrungen sind nach Angaben des Baudezernenten nicht nötig. "Es wird sicher Beeinträchtigungen geben, aber die Straßenbreite gibt es her, dass wir, wenn wir Teilbereiche behandeln, den Verkehr weiter fließen lassen können."

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