Weiden in der Oberpfalz
22.06.2018 - 16:05 Uhr

Fußfreundliche Großplatten ums NOC

Die Stadt zeigt eine frühe Einsicht und verzichtet auf stöckelschuh-killendes Kopfsteinpflaster. Vielmehr werden großformatige Betonplatten auf den Gehwegen an der Stadtgalerie verlegt, zunächst jedoch nur in Teilbereichen.

Blick in die Ringstraße, die vorerst nur von der Regerstraße her bis zur Einfahrt von  Mode-Müller einen neuen Belag erhält. Bild: Schönberger Schönberger, Gabi [GSB]
Blick in die Ringstraße, die vorerst nur von der Regerstraße her bis zur Einfahrt von Mode-Müller einen neuen Belag erhält. Bild: Schönberger

(wd) Im städtebaulichen Vertrag verpflichtete sich Fondara, nach Abschluss der Arbeiten für die Stadtgalerie das Umfeld wieder herzustellen. Die Stadt strebe jedoch mit dem Bauherrn eine Aufwertung an, erläuterte Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung. Großformatige Betonplatten auf den Gehwegen und Granitpflaster im Fahrbahnbereich werden vorerst in der Weißenburg- und der Ringstraße (bis zur Einfahrt von Mode-Müller) verlegt, die Mehrkosten von 152 100 decken teilweise Stadtbaufördermittel. Die Stadt selbst wird 50 000 Euro an Eigenanteil aufbringen müssen.

Da Fondara für das neue Haus plant, sich um das Nachhaltigkeitszertifikat zu bemühen, werden zum Beispiel eine ganze Reihe von Fahrradständern aufgestellt. In der Ringstraße gebe es zudem drei Bäume sowie Kurzzeitparkplätze. Im Grunde werde das Gestaltungskonzept der Max-Reger-Straße fortgeführt, dem Seidel eine hohe Qualität attestierte.

Überdachte Fahrradständer

Die Sprecher aller Fraktionen begrüßten diese Absicht. Gisela Helgath (Grüne) wünschte sich ein paar Bäume mehr sowie überdachte Fahrradständer: "Es ist wirklich unangenehm, wenn man sich auf einen nassen Fahrradsattel setzen muss." Reinhard Meier und Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) regten an, den neuen Belag in der Ring- weiter bis zur Goethestraße einzubauen. Wildenauer forderte moderne Fahrradständer "mit Anlehnbügel". Gut sei, dass vor dem NOC Kurzzeitparkplätze entstünden, unterstrich Meier.

Der Diskussion gab CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch, der das Engagement Fondaras in die "Umfeldgestaltung" begrüßte, eine neue Stoßrichtung: Bei den derzeitigen Überlegungen gehe es nicht nur um Bodenbeläge, sondern um die Frage, wie die angestammten Geschäfte zu entwickeln seien, damit sie zukunftsfähig bleiben. Zu diesen Überlegungen gehörten auch Ideen wie die Überdachung der Max-Reger-Straße. Weiden müsse den Geschäften eine "institutionalisierte Hilfe" anbieten können. Wichtig sei, die gesamte Innenstadt weiterhin als großes Einkaufszentrum zu sehen und entsprechend zu agieren. Pausch sieht dabei besonders den Sonderausschuss gefordert, der die Anregungen bündele. In der unmittelbaren Umgebung der Stadtgalerie entstehe neues Leben.

Barrierefreiheit

Diese Anregung nahmen sowohl OB Kurt Seggewiß als auch SPD-Stadtrat Matthias Holl auf. Seggewiß erinnerte an die Versuche, die Fußgängerzone am Unteren und Oberen Mark mit einem 1,5 Meter breiten "Plattenband" barrierefrei zu gestalten. Die Maßnahme sei mit der Obersten Baubehörde besprochen gewesen. Die Anlieger wären zur Kasse gebeten worden. Daran sei die Stadt gescheitert. Inzwischen sei das Gesetz für die Straßenausbaubeiträge einkassiert. "Wir müssen uns wieder über Platten vom Oberen zum Unteren Markt sowie in den Gassen entlang der Stadtmauer unterhalten. Das alles drängt und drückt."

Die Stadt wolle Investitionen in der Innenstadt gern begleiten, versicherte der OB. SPD-Stadtrat Matthias Holl vermutete, dass das Nordoberpfalz-Center in der Bahnhof- oder Max-Reger-Straße keine positive Entwicklung auslöse, wenn die Hausbesitzer und Geschäftsinhaber nicht ebenfalls investierten. Dies gelte auch für die Altstadt. Dort seien Anstrengungen nötig, "damit wir nicht nur Cafés rum ums Alte Rathaus haben". Die Stadtgalerie werde jedoch auch "Strahlkraft" entwickeln. Die Stadt dürfe die anderen Straße nicht vergessen, mahnte Gisela Helgath.

Das Leerstandsmanagement der Stadt funktioniere, betonte OB Seggewiß. Die Türlgasse "füllt sich wieder". Leerstände seien zudem immer die Chance für Bewegung in der Belegung der Flächen. "Wir müssen die Gassen im Auge behalten."

 
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