Nordkorea - Einblicke in ein abgeschottetes Land, das war der Titel, unter dem die Weidener Gruppe von Amnesty International zu einem informativen Länderabend ins Haus der Evangelischen Gemeinde eingeladen hatte. Besonderer Anlass war das diesjährige 40-jährige Bestehen der Weidener Gruppe 1648.
So vermittelte Florian Köhler einen Überblick über die Geschichte des Landes, besonders aber über die Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert. Hugo Braun-Meierhöfer gab Einblicke in das politische System, die Ideologie und die Führungsstruktur.
Der Vortragende verdeutlichte die Zentrierung aller wichtigen Entscheidungen in der Person von Kim Jong Un. Die politischen Entwicklungen der letzten Monate kamen ebenso zur Sprache, wie die möglichen Zukunftsperspektiven aufgrund der jüngsten gemeinsamen Absichtserklärungen der beiden koreanischen Staaten. Ergänzt wurden die Informationen durch kurze Musikbeiträge, aber auch durch realistische und satirisch-kritische Darstellungen, etwa des absurden Personenkults, durch nordkoreanische bildende Künstler der Gegenwart.
Hans-Peter Pauckstadt-Künkler trug einen Abschnitt aus dem Buch "Denunziation" von Bandi (Pseudonym eines Dissidenten) vor, in dem die Beobachtungen eines "Blockwarts" zu vernichtenden Folgen für eine Familie führten.
Natürlich ging es an diesem Abend auch um das eigentliche Anliegen von Amnesty International. Nämlich die zahlreichen Verletzungen der Menschenrechte in diesem Land. Die Grundlinien der Kritik dazu skizzierte Veit Wagner. Schließlich nehme Nordkorea den letzten Platz auf der "Liste der Demokratie" (The Economist) ein. Wagner verwies auf die Quellen der Aussagen und Berichte: Flüchtlinge und geflohene Wärter dienten Organisationen wie UN, Human Rights Watch, Amnesty und anderen als Informanten.
Bewegungs- und Meinungsfreiheit seien extrem eingeengt. Das Internet lediglich ein auf das Land begrenzt. Es gebe immer wieder willkürliche Festnahmen und Sippenhaft bei geringsten Vergehen, wie Missachtung der drei Führerpersönlichkeiten der Familie Kim.
So könne man durchaus sagen, dass dieses Volk von einer herrschenden Clique in Kollektivhaft genommen werde. Ganz besonders kritisiert die Weltöffentlichkeit das Lagersystem in diesem Land: Davon gäbe es etliche Einrichtungen, die der dauernden Internierung beziehungsweise der Umerziehung von bis zu 150 000 Inhaftierten dienten: "The hidden gulags", verborgene Großlager, deren Existenz das Regime leugnet, die aber durch erschreckende Aussagen von Zeugen und durch Satellitenaufnahmen belegt seien.
Die Verhältnisse erinnerten an die Konzentrationslager im Dritten Reich, beschreibe amnesty die Situation. Geringste Vergehen reichten oft hin, weggesperrt und jahrelang misshandelt zu werden. Die Zuhörer wurden gebeten, eine von Amnesty ausgelegten Petitionen zu unterzeichnen. Zum Abschluss des Abends wurden die Besucher eingeladen, Kostproben der koreanischen Küche zu genießen und sich den Geschmack der dort allgegenwärtigen Essensbeilage, des Kimtschi, einzuverleiben: Sauerkraut auf Koreanisch: rot, säuerlich und vor allem scharf.













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