27.05.2020 - 12:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Geld- und Bewährungsstrafe für Kupferdiebe

Auf Dachrinnen und Kabel hatte es ein Pärchen bei mehreren Diebstählen in Pleystein und Eslarn abgesehen. Es wurde erwischt und musste sich jetzt vor dem Weidener Landgericht verantworten. Ein "Knüppel" spielte dabei eine besondere Rolle.

Symbolbild
von Autor hczProfil

Von dem Märchen, dass man geglaubt habe, es sei Sperrmüll, wollte Landgerichtspräsident Gerhard Heindl nichts hören. In der Gerichtsverhandlung am Montag ging es um zwei Diebstähle von Kupferblechen, Dachrinnen und Kabeln in Pleystein und Eslarn.

Ein 30-jähriger, in Tschechien wohnhafter Pole, und seine 24-jährige Freundin waren vor rund einem Jahr mit ihrem Opel Astra in die beiden Orte gefahren. In Pleystein hatten sie laut Anklageschrift nachts 40 Kilo Kupferbleche – nach Aussage eines Stukkateurmeisters mussten es aber mindestens 200 Kilo gewesen sein – eingeladen, und in der Tschechei verkauft.

In der Nacht darauf stahlen sie von einer Baustelle in Eslarn abermals kupferne Dachrinnen und Elektrokabel. Als ein Nachbar sie ansprach, das Einladen zu unterlassen und Fotos von den Dieben und ihrem Auto machte, holte der Pole aus seinem Auto einen aus Kunststoffsträngen geflochtenen Knüppel und bedrohte den 54-Jährigen damit. Er drängte ihn mehrere Meter zurück, konnte aber nicht verhindern, dass dieser Bilder mit seinem Smartphone machte. Die Diebe flüchteten, wurden aber schnell von der Polizei gefasst.

Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts zeigten sie sich geständig. Dass der Einsatz der „Waffe“ nur zur Verhinderung der Identitätsfeststellung stattfand und nicht, um das Diebesgut zu halten, milderte den Schuldgehalt der Tat. Rechtsanwalt Stephan Schütz wies in seinem Plädoyer auch auf die angespannten finanziellen Verhältnisse seiner Mandantin hin. Diese hat zurzeit keinerlei Einkünfte und ein kleines Kind zu versorgen.

Für seinen 30-jährigen Mandanten beantragte Rechtsanwalt Matthias Haberl ein Jahr auf Bewährung. Dieser hat bereits drei Wochen in U-Haft verbracht, weil er zu einem angesetzten Gerichtstermin nicht erschienen war. Haberl wies insbesondere darauf hin, dass der Fabrikarbeiter mit dem Knüppel nur gedroht hat.

Präsident Heindl, Richter Matthias Bauer und die Schöffen urteilten gnädiger als es Staatsanwältin Sandra Dechant beantragt hatte. 130 Tagessätze á 5 Euro Geldstrafe für die mittellose Frau, 16 Monate auf Bewährung für den Mann. Dechant hatte 130 Tagessätze á 10 Euro und 24 Monate auf Bewährung gefordert.

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