Bayern hatte schon immer einen guten Riecher beim Abwickeln lukrativer Geschäfte. In den 1840-er Jahren, als kein anderer in Deutschland dem italienischen Schatzsucher Giuseppe Ferlini über den Weg traute, war es König Ludwig I., der dem verwegenen Abenteurer wenigstens die Hälfte des von ihm gehobenen Schatzes der Königin Amanishakheto abkaufte.
Beide Hälften zu erwerben, das war dem bayerischen Monarchen das Risiko dann doch zu groß. Denn niemand glaubte damals, dass es im schwarzafrikanischen Nubien Goldschmiedekunst gab, die es mit der Pracht der ägyptischen aufnehmen konnte. Viele sahen in Ferlini einen Fälscher.
Echtheit bewiesen
Heute befindet sich der Schatz in München und Berlin. Wie Ägyptologin Roxane Bicker am Sonntag im Internationalen Keramikmuseum bei ihrem Vortrag "Die Juwelen der Kandake - Der Schatz der Amanishakeheto" erläuterte, war es letztendlich der deutsche Ägyptologe Richard Lepsius, der den Beweis der Echtheit des Geschmeides antrat und auch den Preußen überzeugte.
Längst stand das Land am Nil unter römischer Herrschaft. Mit Kleopatra war das alte Ägypten verschwunden. Als das Land am Nil längst Teil des Römischen Imperiums wurde, blühte im Süden noch bis 300 nach Christus das Nubische Reich von Meroe. Unter den Einflüssen aus Ägypten, Griechenland, aber auch aus Schwarzafrika habe sich hier eine eigene Kultur gebildet, erklärte die Expertin. Über 4000 Jahre habe es zwischen dem Pharaonenreich und seinem südlichen Nachbarn Nubien eine wechselvolle Geschichte von Macht und Herrschaft, aber auch einen gegenseitigen Kulturaustausch gegeben.
Geherrscht habe nach schwarzafrikanischer Tradition eine männlich-weibliche Doppelspitze. Um die Zeitenwende habe Königin Amansihakheto das Zepter übernommen, eine, wie Abbildungen zeigen, recht füllige Dame. Um ihr Herrschaftsgebiet und ihren Schatz ging es im Referat.













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