Der Bundestagsabgeordnete prangerte namentlich einen „immer noch dem Staat gehörenden“, in Weiden ansässigen Betrieb an, der „in fast unglaublicher Weise“ „Outsourcing“ betreibe. Ab 1. Februar wurden 170 Mitarbeiter an der Post-Niederlassung Multikanalvertrieb, besser bekannt unter "Philatelie", ausgegliedert.
Bei der Philatelie werde übelst mit den Beschäftigten umgegangen, beschwert sich der Abgeordnete. Besonders Frauen seien betroffen. Für diejenigen, die nicht mitmachen wollten, würden als Ersatz Kräfte im Kosovo und in Rumänien angelernt.
125-jähriges Jubiläum feiert die „Katholische Arbeitnehmerbewegung“ in Weiden heuer. Ein Sozialverband, der seine Wurzel in der christlichen Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts hat und die Finger auch künftig „in offene Wunden legen“ wird. Das kündigen die Kreisvorsitzenden Hermann Stadler und Daniela Ernstberger an. Doch es gab auch weitere Themen: Mütterrente, Wohnungsmieten, Grundrente, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Digitalisierung – alles lohnende Themen für eine politische Auseinandersetzung, betonte Stadler. "Arbeitet die Regierung nicht unprofessionell, wenn die zuständigen Minister in einer Sache gegensätzliche Ansichten vertreten?", fragte Diözesansekretär Markus Nickl. "Gibt es einen Grund für sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen?"
Nickl beklagte unter anderem Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten beim Rentenniveau. Grötsch stimmte ihm zu, betonte aber auch: Man kann "Renten erhöhen so hoch man will“, solange die Mieten aber ins Unendliche stiegen, wird „dem Rentner das Geld niemals reichen“. Zur Frage des bezahlbaren Wohnraums wusste Grötsch nur als Lösung, dass „der Staat aktiver Player im Wohnungsmarkt“ werden müsse, das heißt, bestehenden Wohnraum kaufen und selbst vermieten müsse .Dass Olaf Scholz bei sozialen Projekten stets auf den Finanzierungsvorbehalt hinweise, sei normal. „Das haben alle Finanzminister seit 1949 so gemacht“. Geld sei genug da, so Grötsch. Aber es gebe das Verteilungsproblem. Einerseits gebe es 600 sanierungsbedürftige Brücken, andererseits wollten das Sozialministerium oder das Verteidigungsministerium das Geld.
Der Abgeordnete lobte die heutige Jugend. Diese sei „politischer denn je“, stimmte Alfons Ernstberger zu. Jugendliche und Kinder würden „Europa“ mit höchster Sorge sehen, wusste Grötsch, seien in der Klima-Frage radikal und wären sogar bereit, einen Preis dafür zu zahlen.
Ernstberger plädierte für ein durch Steuern finanziertes Sozialsystem: „Sehen Sie sich die skandinavischen Länder an!“ Stadler übergab dem Abgeordneten die Jubiläumsschrift „125 Jahre KAB Weiden“. Nickl beschenkte ihn mit dem Buch von Constantin Springer „Wir müssen Freiheit aushalten“.


















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