26.07.2020 - 11:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Großbrand am Bahnhof in Weiden: Ursache bleibt unklar

Auch am Sonntag dauern die Ermittlungen nach dem verheerenden Feuer am Weidener Bahnhof an. Eine zweistöckige Lagerhalle ist in der Nacht zum Samstag völlig ausgebrannt. Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen.

von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Rund zehn Stunden lang hielt der Großbrand die Feuerwehren aus Weiden, Schirmitz und Neustadt/WN in Atem. Erst gegen Samstagmittag, als auch die letzten Nachlöscharbeiten abgeschlossen waren, konnten die zahlreichen Helfer abziehen. Lichterloh in Flammen war ein seit Jahren leerstehendes Lagergebäude neben dem Weidener Bahnhof gestanden. Am Samstag kurz nach 1 Uhr hatten mehrere Zeugen bei der Integrierten Leitstelle angerufen, um den spektakulären Brand zwischen dem Hauptgebäude des Bahnhofs und dem Areal der Post AG zu melden.

"Hohe Flammen" aus Dach und Fenstern

"B 4 – Großbrand" – so lautete das Alarmstichwort. Ein entsprechendes Großaufgebot an Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen rückte zum Einsatzort aus. "Bei Eintreffen schlugen bereits hohe Flammen aus dem Dach und mehreren Fenstern", berichtet Stadtbrandrat Richard Schieder. Ein "Innenangriff" sei nicht mehr möglich gewesen, da bereits Teile des Daches und der Zwischendecke eingestürzt waren. Laut Schieder "wurde ein umfassender Löschangriff von allen Seiten mit insgesamt 5 C-Rohren und dem Wasserwerfer der Drehleiter aufgebaut". Atemschutz war dennoch nötig: Starker Rauch bei drehenden Winde machten den Floriansjüngern zu schaffen.

Da sich mehrere große Brandherde unter dem teilweise eingestürzten Dach befanden und nicht erreicht werden konnten, brauchte die Wehr Hilfe: Das Technische Hilfswerk Weiden rückte mit Teleskoplader, Lastwagen, Ladekran und dem großen Radlader an. Damit trug es große Teile des Daches ab und schafften es zur Seite. Diese Arbeiten dauerten zusammen mit dem Nachlöschen am Samstag bis etwa 11 Uhr an. Aufgrund der brennenden Dachpappe gestalteten sie sich schwierig, immer wieder loderte das Feuer auf. Die Bahnstrecke war in der Nacht und noch am Morgen teilweise gesperrt. Der Notfallmanager der Bahn, der vor Ort war, hatte die Sperrungen veranlasst.

Gebäude komplett stromlos

Wie konnte es zu dem verheerenden Brand kommen? Die Bahn AG betont laut Polizei, dass das zweistöckige Gebäude, eine frühere Lehrlingswerkstatt, komplett stromlos sei. Die Ursache sei noch völlig unklar, Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Wegen der Baufälligkeit des etwa 25 mal 10 Meter große Gebäude entstand laut Bahn AG kein Sachschaden. Stadtbrandrat Schieder bezeichnet es als "Glück", dass das Objekt ungenutzt war.

"Die Zusammenarbeit zwischen allen Feuerwehren und Organisationen kann nur als hervorragend beschrieben werden", erklärt Schieder. Im Einsatz waren 15 Feuerwehrfahrzeuge mit 59 Kräften, der Rettungsdienst mit 5 Fahrzeugen und 9 Kräften sowie das Technische Hilfswerk mit 6 Fahrzeugen und 10 Kräften. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen präsent. Noch in der Nacht begannen die Brandermittlungen, die jedoch zumindest bis Sonntagmittag noch ergebnislos blieben.

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