Weiden in der Oberpfalz
05.08.2024 - 16:15 Uhr
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Große Pfarreiengemeinschaft Weiden: Pfarreien im Stadtgebiet fusionieren

Die katholischen Pfarreien in Weiden und dem Landkreis Neustadt stehen vor einschneidenden Veränderungen. In Weiden soll es künftig nur noch eine Pfarreiengemeinschaft geben. Vieles ist auch noch unklar.

Eigentlich waren die Geistlichen in der Region vor drei Wochen zusammengekommen, um sich über die Namen für die neuen Pfarrgemeinschaften zu einigen. Da wurde ein neuer Denkanstoß laut: Die Stadt Weiden solle doch künftig eine einzige große Pfarreiengemeinschaft beherbergen. Das bringt einige Fragen mit sich: Wie werden die Pfarreien innerhalb der Gemeinschaft organisiert? Bleiben alle Kirchen erhalten? Und wie gestaltet sich die Seelsorge überhaupt auf dem – für die einzelnen Pfarrer – vergrößerten Gebiet?

"Wie sich unsere Gebäude und das Personal der Kirche entwickelt, zeigt sich in der Pastoralen Entwicklung bis 2034," erklärt Dekan Alexander Hösl vom Dekanat Neustadt/WN. Die Kirchenplanung befinde sich noch ganz am Anfang – "bisher stehen Profanierung oder Verkäufe nicht im Raum." Zuerst müsse man alle Räumlichkeiten der Kirche begutachten und auf ihren Zustand hin überprüfen.

Weniger Priester auf große Fläche

Auch für Hösl ergeben sich Änderungen. Die Pfarreiengemeinschaft Vohenstrauß umfasst Kirchen von Roggenstein bis Tännesberg. Er hofft trotzdem, dass sich für die Gemeindemitglieder, ob bei ihm oder in den anderen Gemeinschaften, an der Versorgung nicht zu viel ändern wird. "Wir haben leider nicht mehr so viele Priester zur Verfügung. Das liegt an der Kirchenkrise, aber auch am demografischen Wandel. Trotzdem müssen wir die gleiche Fläche abdecken. Dadurch gibt es vielleicht nicht mehr die selbe Fülle an Gottesdiensten, aber jeder der einen besuchen möchte, wird weiterhin die Gelegenheit in der Nähe haben."

Ruhestände und Personalwechsel sollen möglichst natürlich in die Transformation eingeplant werden. Das ist das, was Hösl die "pastorale Entwicklung" nennt. Dadurch soll sich der Zusammenschluss der Pfarrgemeinschaften innerhalb der nächsten zehn Jahre natürlich entwickeln, statt einfach so bestimmt zu werden. So soll den knapp 92.000 Katholiken im Landkreis und in der Stadt Weiden die Umstellung erleichtert werden.

Spezialfall Weiden

Besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Stadt Weiden. Fest steht: die große Stadtpfarreiengemeinschaft kommt. Sie umfasst das komplette Stadtgebiet, ausgenommen Rothenstadt, das wegen der Gemeindenähe mit Etzenricht in die Gemeinschaft Weiherhammer kommt. St. Josef wurde fast einstimmig zum Pfarrsitz erklärt – aber die restliche Gestaltung der Weidener Gemeinschaft steht noch vor vielen Fragen.

Prodekan Johannes Lukas von der Pfarrei St. Konrad erklärt, was ihm und den Weidener Pfarrern wichtig ist: "Zum einen wünschen wir uns, dass die Seelsorge erhalten bleibt. Zum anderen dürfen die einzelnen Pfarreien innerhalb der Gemeinschaft nicht ihre Identität verlieren. Es soll keine Suppe geben, in der sie untergehen." Auch Lukas erkennt, dass nicht mehr genügend Geistliche da sind um den jetzigen Stand weiter aufrechtzuerhalten. Zu personellen Fragen oder dem Erhalt der Gebäude auf dem Stadtgebiet kann allerdings auch er nichts sagen: "Wir sind noch ganz am Anfang von diesem Prozess. Das muss sich alles jetzt noch zeigen." Was er bereits verraten kann: Eine Idee für die Namensgebung steht bereits und liegt dem Bistum vor. Sie müsse aber erst bestätigt werden.

Auch Evangelische Kirche handelt

"Wie es weitergeht und wie schnell, das liegt jetzt vor allem beim Bistum", erklärt Dekan Alexander Hösl. Insgesamt 46 Einzelpfarreien haben er und die anderen Pfarrer in der Region zu 10 Gemeinschaften zusammengeschlossen. Ein Schritt, den die Zeit notwendig macht. Das sieht man auch bei der Evangelischen Kirche so. Die ist im vergangenen Monat einen ganz ähnlichen Schritt gegangen und hat die Dekanate Weiden, Cham und Sulzbach-Rosenberg miteinander verschmolzen.

Der evangelische Dekan von Weiden, Thomas Guba, betonte beim Zusammenschluss: "Wir schaffen eine Struktur, die alle Bereiche entlastet und haben so mehr Zeit für den einzelnen Menschen." Auch hier sind ähnliche Probleme vorhanden: Immer weniger Nachwuchs für die Nachfolge und immer mehr Austritte aus der Kirche. Deshalb brauche man als Kirche neue, zukunftsfähige Wege. "Die Menschen erwarten, dass sich Kirche verändert."

Wie die Veränderungen in der Katholischen Kirche genau aussehen und wie sie aufgenommen werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Dekan Hösl richtet für die Zukunft deshalb einen Appell an die Pfarrer und die Gemeindemitglieder: "Wir sollten miteinander arbeiten und keine Fronten bilden."

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Info:

Dekanat Neustadt an der Waldnaab

  • Region: Landkreis Neustadt und die Stadt Weiden.
  • Dekan: Alexander Hösl, Pfarreiengemeinschaft Vohenstrauß
  • Prodekane: Daniel Frenk, Pfarramt Grafenwöhr, Johannes Lukas, Pfarramt Weiden St. Konrad.
  • Umfasst 46 Einzelpfarreien die zu 10 Pfarreigemeinschaften zusammengefasst werden.
  • Umfasst ungefähr 92.000 Katholiken auf circa 1490 km²
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