Weiden in der Oberpfalz
08.07.2024 - 14:35 Uhr
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Weiden, Sulzbach-Rosenberg und Cham: Drei evangelische Dekanate werden eins

Die Dekanate Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden gehören seit dem 1. Juli zusammen. Was das für die evangelischen Gemeindeglieder bedeutet und wie diese einen Kasten Zoigl ergattern können.

Seit dem 1. Juli bilden die evangelischen Dekanate Cham, Sulzbach-Rosenberg und Weiden das größte Flächendekanat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. "Niemand hat uns gezwungen, wir selbst haben die Initiative ergriffen und den Zusammenschluss auf den Weg gebracht", sagt Karl Georg Haubelt, stellvertretender Vorsitzender des Dekanatsausschusses in Sulzbach-Rosenberg. Der Auslöser für die Fusions-Idee war der Ruhestand von Dekan Karlhermann Schötz. "Die Stelle einfach nur neu zu besetzen, war uns nicht genug. Wir wollten mutig sein und etwas Neues machen", sagt Regionalbischof Klaus Stiegler. "Und das große Dekanat eröffnet neue Wege für uns alle." Es werde allen einige Vorteile bringen, ergänzt Haubelt.

Die Vorteile – die seien hauptsächlich strukturell bedingt, erklärt Dekan Thomas Guba aus Weiden. "Es ist ein Zusammenschluss von Pfarreien, Verwaltung und Diakonie. Wir schaffen eine Struktur, die alle Bereiche entlastet und haben so mehr Zeit für den einzelnen Menschen." Es gebe immer weniger Theologiestudenten und immer mehr Menschen, die aus der Kirche austreten. Das sei eine Herausforderung, auch in finanzieller Hinsicht, ergänzt Haubelt. Als Kirche sei man gezwungen, neue, zukunftsfähige Wege zu finden. "Die Menschen erwarten, dass sich Kirche verändert."

Drei Dekanate auf Augenhöhe

Im Dekanat Cham-Sulzbach-Rosenberg-Weiden leben aktuell rund 70.000 Evangelische in 69 Kirchengemeinden. Das Gebiet umfasst 7435 Quadratkilometer und somit sechs Landkreise sowie die kreisfreien Städte Amberg und Weiden. Es reicht von Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth) bis Zwiesel (Landkreis Regen) sowie von Etzelwang (Landkreis Amberg-Sulzbach) bis zur tschechischen Grenze. "Die weiten Strecken schrecken uns nicht ab", sagt Haubelt. Die Dekanatsstellen sind in Nord und Süd aufgeteilt – Guba ist für das nördliche Gebiet verantwortlich (ehemaliges Dekanat Weiden), Ulrike Dittmar übernimmt den Süden (ehemaliges Dekanat Sulzbach-Rosenberg und Cham).

Ein Dekan stehe über den Kirchengemeinden und unter der Landeskirche, erklärt Pressesprecherin Susanne Götte. Ein Dekan sei der Dienstvorgesetzte von Pfarrern und anderen Mitarbeitern, führt neue Pfarrer ins Amt ein, ist Ansprechpartner in Konfliktfällen und Chef der Verwaltung. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Die jeweilige Gemeindesituation wahrzunehmen und zu würdigen, dabei gute regionale Lösungen der anstehenden Fragen zu finden, wird das Wichtigste sein", sagt Guba. "Die Struktur der Kirchen ist an vielen Punkten in der Vergangenheit geblieben. Das hat Halt und Sicherheit gegeben. Aber in der sich schnell verändernden Gesellschaft brauchen wir andere Wege", so Dittmar.

Das Dekanat Cham-Sulzbach-Rosenberg-Weiden gehöre zu den ersten Dekanaten, die mit den Umstrukturierungen in der bayerischen Landeskirche ernst machen, erklärt Guba weiter. Denn bis 2032 sollen aus 66 Dekanatsbezirken 44 werden. "Das ist die Zukunft der evangelischen Kirche", sagt Stiegler. "Eine Kooperation fördert die kollegiale Zusammenarbeit." Dittmar ergänzt: "Die drei Dekanate sind auf Augenhöhe und gestalten jetzt die Kirche miteinander." Wenn eine Pfarrei mehrere Kirchengemeinden vereine, werden die Pfarrer entlastet. Sie seien keine Einzelkämpfer mehr, sagt Guba. Außerdem werde die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen gestärkt. Beispielsweise können Konfirmandengruppen zusammengelegt oder Chöre gemeindeübergreifend organisiert werden. "Kirchenmusik, Bildung und Jugendarbeit schöpft aus mehr Quellen als bisher", sagt Haubelt.

Gemeinsam feiern

Der aktuelle Name "Cham-Sulzbach-Rosenberg-Weiden" sei allerdings für ein Dekanat noch etwas sperrig, sagt Stiegler. "Wer einen guten Vorschlag hat, kriegt einen Kasten Zoigl – oder zwei." Chat-GPT konnte bei der Namensfindung auch nicht weiterhelfen, ergänzt er. "Ich habe schon an Zoigl-Dekanat gedacht, aber ich glaube, der Name setzt sich bei den Chamer Kollegen nicht durch", sagt Haubelt und lacht dabei. Auch fehle noch ein gemeinsames Logo und eine gemeinsame Internetseite. "Bis Weihnachten kriegen wir das hin", so Guba.

Um den Zusammenschluss der Dekanate offiziell zu besiegeln, gibt es am Samstag, 13. Juli, um 16 Uhr einen Festgottesdienst in der Christuskirche in Sulzbach-Rosenberg. "Es gibt auch einen Bus. Wer will, kann kostenlos hin- und wieder zurückfahren", sagt Guba. Der Bus fährt um 14.30 Uhr vom Neuen Rathaus in Weiden ab. Die Rückfahrt ist für 18.30 Uhr geplant. Wer mitfahren will, muss sich bis spätestens Donnerstag, 11. Juli, anmelden – telefonisch unter der 0961/ 4704921 oder per E-Mail an dekanat.chasurowen.weiden[at]elkb[dot]de.

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Weiden in der Oberpfalz24.01.2024
Hintergrund:

Über das Dekanat Cham-Sulzbach-Rosenberg-Weiden

  • Regionen: Nord (ehemaliges Dekanat Weiden) und Süd (ehemaliges Dekanat Sulzbach-Rosenberg und Cham)
  • Dekane: Thomas Guba (Nord), Ulrike Dittmar (Süd)
  • Sitz: Leibnitzstraße, Weiden
  • Zahlen: 69 Kirchengemeinden, 70.000 Gemeindemitglieder, 7435 km² Fläche, 52 Pfarrstellen, 5 Stellen für theologisch-pädagogische Mitarbeitende für Kinder- und Jugendarbeit, 4 Stellen für hauptberufliche Kirchenmusiker, 18 evangelische Kindertagesstätten
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