08.06.2021 - 17:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Grüße aus der Mukkebude – eine Live-Kultur-Kolumne von Lukas Höllerer

Ja, echt jetzt! Die Kultur kommt zurück, zeitgleich mit dem Sommer. Um nichts mehr in der Region zu verpassen, gibt es hier künftig regelmäßig Tipps. Lukas Höllerer kümmert sich darum, dass kein Geheimtipp mehr geheim bleibt.

Lukas Höllerer hat Sonnenbrille und Sommerhemd rausgekramt, jetzt kann es losgehen mit den ersten Konzerten.
von Autor LHÖProfil

Boom zack, es geht los. Es wird Sommer und das kulturelle Leben in der Region reibt sich seine verpennten Augen. Aber wer kennt’s nicht, dieses Erwachen, wenn man einfach nur froh ist, dass der Alptraum vorbei ist, und man sich für einen Moment furchtbar freut, wieder im Hier und Jetzt zu sein? In diesem Fall war der Alptraum aber die Wirklichkeit und der Nachtschweiß ist noch vom letzten Nieselregen des Megafrühlings 2021.

So ganz glauben kann ich’s noch nicht, dass Livekultur wieder möglich ist. Erst wenn ich wieder vollgepumpt mit Nervosität an einem Mischpult stehen werde. Erst wenn ich mich auf Feten nach glattgelaufenen Veranstaltungen mit einigen regionalen Drinks in der Blutbahn freuen kann, was Musik und alles was dazugehört mit mir machte und macht. Dann ist er losgegangen, ein neuer, schöner Traum, den ich entweder zu Hause in Weiden mit dem Verein "das sündikat" oder mit diversen Künstler*innen auf Reisen leben darf. Da komme ich her und da will ich so badly wieder zurück. Klar ist: Die letzten eineinhalb Jahre haben was mit mir gemacht. Mal sehen, was genau.

Aber jetzt: Auf die (Sitz-)Plätze, fertig, los! Gerade jetzt gilt es die Lust auf neue, schönere und nachhaltigere regionale Kultur nicht bei noch einem weiteren Netflix-Abend verkommen zu lassen. Rausmit euch! Lauscher auf, Augen zu. Lasst mich euer nerviger Musiknerd-Bekannter sein, jedoch einer ohne XY-Singer-Songwriter Fanbox im Schrank.

LIUN & The Sience Fiction Band.

Tipp #1: Nach all der miesen Zeit für Konzerte schiebt die Bundesregierung mit diversen Förderungen zum Glück die Kulturbranche an vielen Stellen finanziell an, was den positiven Nebeneffekt hat, dass mitunter auch ganz neue Formate entstehen können. Bestes Beispiel: Die Konzertreihe „Heimatron“ des "Heimat Clubs" in Regensburg. Dort kann man am 14. Juli das Indie-Rocker-Herz höher schlagen lassen. Zu sehen: "FOTOS". Pures Gitarren-Synthesizer-DeutschTexte-Gold.

Tipp #2: "LIUN & The Sience Fiction Band" am 10. Juni in Bayreuth, präsentiert vom dortigen Jazzforum. Ein Projekt der Schweizer Sängerin Lucia Cadotsch und des Saxophonisten und Produzenten Wanja Slavin.

Da ich selbst zur trommelschlagenden Zunft gehöre, MUSS ich betonen, dass der Drummer dieser Formation der selbige ist, der mich in der Regel bei der allerallerallerbesten Band „The Notwist“ schon öfter die Kontrolle über meine Kinnlade hat verlieren lassen: Andi Haberl. Einer meiner Helden seitdem Iron Maiden für mich uninteressant wurde. Zu erwartender Sound: Urban, zuweilen düster und maximal einnehmend mit feinst selektierten Synthesizersounds und harmonischen Ausflügen in mein musikalisches Sehnsuchtsland: South London und die dortige Neo Jazz/Soul Szene.

Wieder Betrieb im "Kultur Bahnhof" in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Zur Person: Lukas Höllerer

  • 28 Jahre alt, lebt in Weiden und träumt seit der Kindheit von lauten Bässen, hellen Lichtern und seiner Lieblingsband „The Notwist“
  • Tobt sich immerzu kulturell aus, sei es als Veranstalter, Tonmann oder Musiker
  • Immer auf der Jagd nach neuen, spannenden Sounds. Egal ob am Schafferhof, bei den Projekten des "sündikat e.V." oder auf, vor oder hinter irgendwelchen Bühnen zwischen Köln und Korea

 

 

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