Weiden in der Oberpfalz
08.07.2018 - 13:28 Uhr

Handy-Kunst

Martin Gebhardt zeigt 20 eindrucksvolle Fotografien in der Regionalbibliothek. Entstanden sind sie mit dem I-Phone.

Martin Gebhardt vor seiner Himmelsleiter. Der Fotograf beweist mit seiner Ausstellung, welch aussagekräftige Bilder man mit dem I-Phone "knipsen" kann. Bild: Kunz uz
Martin Gebhardt vor seiner Himmelsleiter. Der Fotograf beweist mit seiner Ausstellung, welch aussagekräftige Bilder man mit dem I-Phone "knipsen" kann. Bild: Kunz

(uz) Katholisch erzogen worden sei er als Bub, erklärte Martin Gebhardt bei der Vernissage. Diese Erziehung habe ihn als Kind oftmals in die Oberköblitzer Dorfkirche geführt. Dort habe ihn weniger das Wort des Pfarrers, als vielmehr die Rokoko-Ausstattung des Kirchleins fasziniert und zur Kunst geführt. Sein Fazit: "Man sollte Sonntags in die Kirche gehen."

Dass auch Kunstfreund Johann Wolfgang von Goethe auf seiner Italienreise die hohle Gasse an der Dorfkirche passiert habe, erwähnte Gebhardt nur am Rande. 1997 habe er schon einmal Fotos in der Bibliothek ausgestellt, erinnerte der gebürtige Nabburger, der heute in Weiden wohnt. Damals noch in Schwarz-Weiß. "Das war in einem anderen Leben." Inzwischen fotografiert er in Farbe. Wobei er keine teure Kamera benutzt. Der Architekt "knipst" seine Bilder mit dem I-Phone, das er immer dabei hat. Auch die Nachbearbeitung geschieht mit dem Handy. Die Qualität kann sich sehen lassen.

"Fotografieren ist ein ganz wichtiges Thema in meinem Leben", sagt er. Vor allem seine Kirchenbesuche hätten in ihm eine starke Sehnsucht nach Räumen und ihrer Ausstattung bewirkt. "Das hat sich seinen Weg gebahnt, auch in der Ausbildung." Gebhardt ist ein Mann des Understatements. Er wisse oft gar nicht, ob die Bilder gelungen seien, die er auf seinem I-Phone aufgenommen habe. "Ich seh' das ohne Brille gar nicht richtig, weiß nicht, ob das scharf ist." Erst hinterher beim Herunterladen.

Alles geschehe plötzlich. "Viele Bilder sind völlig spontan entstanden." Oftmals als Produkte am Rande einer Autofahrt. Eines seiner Lieblingsmotive - und das unterstreicht wiederum sein Faible für Kirchen - sei das Kloster Speinshart, das er gleich drei Mal ausgestellt hat. Fasziniert sei er vor allem von den herrlichen Lagen dieser Klosteranlagen. "Die wussten genau, wo sie hinbauten. Die hatten damals allerdings auch mehr Freiräume als wir heute." Auf fotografische Perfektion lege er keinen Wert. Aber perfekt wirken sie schon, seine Bilder. Gebhardt ist viel in Social-Media unterwegs, die er fast täglich mit neuesten Motiven füttert. Gedruckt sind die Aufnahmen auf Leinwand. Gezeigt werden Winteraufnahmen, Morgennebel, Sonnenaufgänge oder auch architektonische Eindrücke wie die U-Bahnstation Fröttmaning.


 
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