24.07.2021 - 15:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hilfskontingent aus Weiden und dem Landkreis Neustadt rückt ins Flutgebiet aus

Am Samstagvormittag wurde der Marschbefehl verlesen: 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Neustadt/WN und aus Weiden rücken nach Rheinland-Pfalz aus, um nach den Überschwemmungen im Katastrophengebiet zu helfen.

Eine Übersichtsaufnahme von den eingesetzten Einsatzkräften, im Hintergrund einige Einsatzfahrzeuge, die nach NRW aufbrechen werden.
von Redaktion ONETZProfil

Unvermittelt wurde gestern von Seiten des Bayerischen Innenministeriums über die Regierung der Oberpfalz ein Hilfeleistungskontingent des Landkreises Neustadt/WN, zusammen mit der Stadt Weiden, zur Ablösung der Kräfte aus Unterfranken angefordert, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr Weiden.

Binnen 24 Stunden startete heute nach der Versammlung am Neuen Festplatz um 10.30 Uhr das Kontingent, bestehend aus 21 Fahrzeugen und 94 Kräften von Weiden aus nach Rheinland-Pfalz. Dort werden diese im Laufe des heutigen Tages ihr Quartier am ehemaligen Heeresflugplatz Mending im Landkreis Mayen-Koblenz beziehen, teilt die Feuerwehr Weiden weiter mit. Oberbürgermeister Jens Meyer verabschiedete das Kontingent vor Ort.

Feuerwehr-Konvoi aus der Oberpfalz unterwegs in die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz

Von Seiten der Feuerwehr Weiden wurden drei Fahrzeuge (Dekon-P, RW und TLF 20/40) angefordert, diese sind mit 11 Kräften (9 x FF Weiden, 2 x FF Rothenstadt) besetzt.

Das Kontingent wird von Kreisbrandrat Marco Saller geführt, von Seiten der FF Weiden ist SBI Ludwig Grasser als Führungsdienstgrad eingesetzt. Zudem wurde für das Kontingent explizit auch eine Fachkraft für PSNV-E (Psychosoziale Nachsorge für Einsatzkräfte) angefordert, welche durch die Fachberaterin Steffi Hagn der Feuerwehr Weiden gestellt wird. Dies vor dem Hintergrund, so schreibt die Feuerwehr, dass die vor Ort vorgefundenen Verwüstungen und die Anzahl der betroffenen Bewohner auch erfahrene Einsatzkräfte an ihre Grenzen bringt.

Dabei sind die Feherwehren aus Altenstadt, Windischeschenbach, Schirmitz, Moosbach, Floß, Kirchenthumbach, Vohenstrauß, Störnstein, Weiden, Pleystein, Waldthurn, Grafenwöhr, Etzenricht, Luhe, Oberwildenau, Eschenbach sowie die Unterstützungsgruppe „Örtliche Einsatzleitung“ (UG-ÖEL) des Landkreise Neustadt/WN. Ein KTW des BRK-Kreisverbandes Weiden/Neustadt sichert das Kontingent mit zwei Einsatzkräften ab. Mit an Bord sind Führungskräfte der Kreisbrandinspektion Neustadt/WN sowie der Stadt Weiden.

Sie werden in Rheinland-Pfalz das Kontingent Ober-/Unterfranken ablösen (Stadt und Landkreis Aschaffenburg, Miltenberg, Bayreuth) und deren Dienst am Sonntag, dem 25. Juli, übernehmen. Zurückkehren soll das Kontingent schließlich wieder am Mittwoch, dem 28. Juli.

Der Einsatz der am Mittwoch mit vier Fahrzeugen und einem Dutzend Männer und Frauen des BRK Weiden- Neustadt/WN gestarteten Hilfskräfte wurde verlängert. Die Helfer waren im Raum Ahrweiler eingesetzt. Sie hätten bereits am Samstag zurück kommen sollen, werden aber jetzt erst am späten Sonntag Abend erwartet.

Die Fahrt mit nur 60 km/h im Konvoi dauert mindestens acht Stunden. In Weiden erwartet sie eine Einheit der „Psychosozialen Notversorgung für Einsatzkräfte“, um das Erlebte besser verarbeiten zu können.

Das THW ist für den Katastrophenfall in der Oberpfalz vorbereitet

Oberpfalz

 

 

Kommentare

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Gerhard Stahl

Es waren keine 24 Stunden, die unsere Feuerwehrleute Vorlauf hatten. Der Einsatzbefehl des Innenministeriums kam erst gegen 16 Uhr, also 18 Stunden vor der Eintreffzeit am Bereitstellungsraum in Weiden.

Da nicht jeder Feuerwehrkommandant ständig zuhause sitzt und auf nicht vorangekündigte Einsatzbefehle des Innenministeriums wartet, konnte der Kommandant meiner Feuerwehr seine Aktiven nach Klärung von Fragen erst kurz vor 19 Uhr informieren, das 2 Fahrzeuge mit 6 Personen angefordert wurden. Dass die Einheiten aus Aschaffenburg, Main-Spessart und Bayreuth abgelöst werden müssen, war sicherlich absehbar gewesen, die "Nachfolger" hätte man vorinformieren können.

Aber: Feuerwehrleute sind gewohnt, schnell zu reagieren: bereits nach 12 Minuten hatte unserer Kommandant die Zusage von 3 Kameraden. Die weiteren 3 benötigen Aktiven fanden sich im Laufe des Abends. Der Gerätewart legte Nachtschicht ein, um alle mitzuführenden Aggregate bei einem Probelauf zu überprüfen. Am nächsten Morgen standen 6 Kameraden mit 2 aufgerüsteten Fahrzeugen am Gerätehaus einsatzbereit zur Verfügung.
Kein Außenstehender macht sich darüber Gedanken, dass das ganze System nur funktioniert, weil "einige immer" da sind.

Ein Dank gebührt dabei den Partnerinnen der Kameraden, die ihren Ehemann, Lebensgefährten, Freund in Minutenschnelle für 5 - 6 Tage (näheres war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt) ziehen lassen, auch wenn kleine Kinder daheim sind. Darüber macht sich kaum jemand Gedanken.

26.07.2021