16.07.2021 - 16:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hochwasser: Einsatzkräfte der Oberpfalz in den Startlöchern

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Die beiden Bundesländer NRW und Rheinland-Pfalz sind stark von den Unwettern in den letzten Tagen betroffen. Die Auswirkungen sind massiv. Immer noch kommt es zu zahlreichen Überflutungen. Hilfe kommt jetzt auch aus der Oberpfalz.

Die Johanniter aus Schwandorf und Schwarzenfeld sind am Freitagmorgen in das Hochwassergebiet Köln aufgebrochen.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes aus Unterfranken sind am Donnerstagabend bereits nach NRW aufgebrochen, um die Einsatzkräfte im Kampf gegen das Hochwasser zu unterstützen. Weitere Helfer aus Bayern sollen folgen. So haben sich am Freitagmorgen die Bayerischen Johanniter auf den Weg nach Köln gemacht. Das teilte der Verband in einer Pressemitteilung mit. Insgesamt schicken die Bayerischen Johanniter 21 Helferinnen und Helfer in das Hochwassergebiet. 15 davon sind aus Schwandorf und Schwarzenfeld. Die Einsatzkräfte sollen vor Ort eine Notunterkunft mit Verpflegung für 200 betroffene Menschen aufbauen.

Verbände in Alarmbereitschaft

"Wir sind in einer Phase der Alarmierung," sagt Michael Schmid vom Bayerischen Roten Kreuz Amberg-Sulzbach. Schmid sagt, dass es in Bayern fünf Hochwasserrettungszüge der Wasserwacht gibt. Davon sind zwei bereits im Einsatz. Dabei handelt es sich laut Schmid um den Wasserrettungszug aus Unterfranken und aus Oberbayern. "Wir als Wasserwacht Amberg-Sulzbach stellen zwei Komponenten für den Hochwasserrettungszug Ostbayern. Diese beiden Fahrzeuge sind jetzt in Bereitschaft." Das bedeutet innerhalb von 15 Minuten wären die beiden Fahrzeuge abfahrbereit. In der Oberpfalz haben Einsatzkräfte im Landkreis Schwandorf, Neumarkt und im Landkreis Amberg-Sulzbach alles für einen mehrtägigen Einsatz gepackt, sagt Schmid. "Sobald die Freigabe vom Innenministerium kommt, fahren über 30 Personen vom BRK aus der Oberpfalz als geschlossener Zug los." Auch die Luftretter der Wasserwacht warten bereits auf ihren Einsatz. Schmid rechnet damit, dass es noch am Freitag losgehen könnte. Dem widerspricht der Pressesprecher vom BRK Bayern Sohrab Taheri-Sohi allerdings. Am Freitag gehe es nicht mehr los. "Es kommt darauf an, wann NRW sich meldet und noch mehr Hilfe sucht." Erst einmal bleibe es bei den zwei Wasserrettungszügen, die bereits vor Ort sind, sagt Taheri-Sohi.

Das BRK in Schwandorf ist momentan in einem Voralarm (Alarmstufe 2), erzählt der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Joachim Seeliger. "Ob und wann ein tatsächlicher Alarm (Alarmstufe 1) ausgelöst wird, ist noch nicht absehbar." Aus Schwandorf seien momentan sechs Einsatzkräfte in Bereitschaft. Zusätzlich "stehen zwei Luftretter im Bereitstellungsraum Oberschleißheim bereit."

Ablösung erschöpfter Hilfskräfte

Auch Andreas Duschner vom Technische Hilfswerk aus Weiden sagt, "wenn Hilfe aus Bayern benötigt wird, dann fahren wir wahrscheinlich auch mit." Anders als Schmid vom BRK rechnet Duschner allerdings erst in den nächsten Tagen damit, dass das THW Weiden in die Hochwassergebiete ausrückt. Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen, sagt Duschner. "Wenn die Einsatzkräfte vor Ort erschöpft sind, dann müssen die abgelöst werden." Der konkrete Einsatzauftrag kommt dann von der THW-Leitung, so Duschner. "Von Bonn aus wird bestimmt, welche weiteren Einsatzkräfte benötigt werden."

Das THW in Nabburg ist bisher auch noch nicht in Marsch gesetzt, berichtet der Beauftragte Dietmar Bleistein. Allerdings beobachten die Helfer aus dem Landkreis Schwandorf die Lage genau. Bleistein rechnet damit, dass der Einsatz länger dauern wird. Auch Bleistein bestätigt, es sei möglich, dass die Helfer nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden müssen. Und auch auf einen weiteren möglichen Brennpunkt blickt Bleistein: Im Voralpenraum werden ebenfalls schwere Unwetter erwartet. Es sei gut möglich, dass auch dort bald Hilfe gebraucht wird.

Die Schweinfurter Wasserwacht des BRK hilft im nordrhein-westfälischem Erftstadt bei der Bekämpfung des Hochwassers. 35 Ehrenamtliche seien in der Nacht angekommen, sagte Thomas Lindörfer, Sprecher des BRK. Zunächst sei der Einsatz über das Wochenende geplant, wie es danach weitergeht, hänge vom Wetter ab, sagte Lindörfer. Auch das bayerische THW hat Helferinnen und Helfer in das Hochwassergebiet in NRW geschickt. 60 Frauen und Männer bekämpfen das Hochwasser im Raum Köln mit Großpumpen, teilte Sprecher Dominik Helms mit.

Viele Menschen verlieren alles bei den Hochwassern in NRW

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