22.11.2020 - 09:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Höchste Anerkennung der arabischen Welt für Dalal Makari-Pausch

Für den Friedensnobelpreis wurde die Wahl-Weidenerin Dalal Makari-Pausch bisher zweimal vorgeschlagen. Eine ähnliche Anerkennung auf höchstem Niveau wurde ihr jetzt in Kairo verliehen.

Friedensengel als Preis aus der arabischen Welt für Dalal Makari-Pausch.
von Siegfried BühnerProfil

Wäre ein solch hochrangiger Preis in Europa vergeben worden, hätte diese Schlagzeile breite Aufmerksamkeit erhalten. Doch weil die Preisverleihung in Kairo stattfand, dauerte es einige Tage, bis diese Meldung sich hier verbreitete. Unter Anwesenheit des Generalssekretärs der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, und unter der Schirmherrschaft der Arabischen Liga und von zwei UN-Organisationen erhielt Dalal Makari-Pausch vor wenigen Tagen den „Preis für arabische Frauen und soziale Verantwortung“ verliehen.

Randa Rizk, Generalsekretärin des Arabischen Rates für soziale Verantwortung, eine Unterorganisation der Arabischen Liga, sprach die Laudatio auf die Preisträgerin und würdigte „langjährige Verdienste für Frauen, Kinder und Flüchtlinge in der arabischen Welt“. Der Preis reiht sich ein in eine lange Reihe von hochrangiger Auszeichnungen für die Arbeit und für Projekte von Makari-Pausch als Leiterin ihres Internationalen Instituts Drama ohne Grenzen.

In Israel war sie zum Beispiel 2015 zur „Person des Jahres“ gewählt worden. Weil sie selbst den neuerlichen Preis in der arabischen Welt im Rang des Friedensnobelpreises einordnet, sei er von ganz besonderer Bedeutung für sie und ihre Arbeit, erklärt nun Makari-Pausch gegenüber unserer Redaktion. Nur in Ausnahmefällen, oft nach vielen Jahren Pause, würde er überhaupt vergeben werden.

Wie sehr die Arbeit der Wahl-Weidenerin und gelernten Theaterwissenschaftlerin in den arabischen Staaten geschätzt wird, zeigte sich unter anderem in der Einladung des Königs von Bahrein Anfang diesen Jahres aufgrund eines Projekts für krebskranke Frauen. Ein Interview mit BBC London, erst in dieser Woche geführt, zeigt die zunehmende Wertschätzung der Arbeit von Makari-Pausch auch in Europa. In der nördlichen Oberpfalz genießt sie schon längst als unter anderem als Malerin, Kuratorin, Dozentin und Theaterakteurin große Anerkennung.

Seit fast 20 Jahren hat die Preisträgerin unter dem Dach ihres Drama-ohne Grenzen-Instituts ein fast weltweites Netzwerk an Unterstützungsprojekten für Frauen und Kinder in schwierigen Situationen aufgebaut. Neben den arabischen Staaten umfasst das Netzwerk zum Beispiel auch Indien, Kanada und Armenien. Überall gibt es Ansprechpartner, die bestehende und auch neue Projekte unterstützen. „Ich habe selbst in meiner Jugend in Damaskus von der Arbeit der UN und der UNICEF profitiert und möchte dafür auch wieder etwas zurückgeben“, beschreibt Makari-Pausch eine ihrer Motivationen. Bis zum Beginn der Coronakrise pendelte sie fast monatlich zwischen Weiden und einem ihrer weltweit organisierten Projekte. Derzeit werden die Kontakte und Projektsteuerungen weitgehend online vorgenommen.

Die Arbeit hat häufig Hilfe zur Selbsthilfe als Ziel. So wurden in Marokko zum Beispiel mit Jugendlichen in einer Tischlerei verschiedenste Holzprodukte hergestellt. Mit den Produkten können auch Einnahmen erzielt werden. In Indien ging es für Frauen um Kochen und Maskenherstellung. Bei Projekten, vor allem für traumatisierte Frauen und Kinder und generell Menschen in Not, wird Malerei, Theatertherapie, auch Puppen- und Schattentheater zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Von Spenden hält die in Palästina Geborene und zunächst mit den Eltern nach Syrien Geflohene wenig und sagt: „Jedes Projekt ist Quelle für ein anderes Projekt.“ Und über die Zukunft: „Ich habe noch viel vor und möchte weiter die ganze Welt erreichen.“

Hier geht's zum Onetz-Artikel: Arabische Liga schlägt Dalal Makari-Pausch vor: Friedensnobelpreis 2018 für Weidenerin?

Dalal Makari-Pausch bei einem ihrer Vorträge in der VHS in Weiden.

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