10.05.2020 - 12:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hotel "Stadtkrug" in Weiden wird umgebaut

Der Umbau im Hotel „Stadtkrug“ in Weiden läuft auf Hochtouren. Daniel Pufke investiert zwei Millionen Euro in das Traditionshaus. Trotz der erschwerten Bedingungen in Coronazeiten zeigt sich der Inhaber optimistisch.

von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Schon lange war die Modernisierung des Hotels "Stadtkrug" geplant. "Freundlicher, heller und gastgerechter" sollen Zimmer und Ambiente werden, sagt Daniel Pufke, der das Hotel mit Restaurant im Jahr 2000 kaufte. Seitdem haben der 44-Jährige und seine Lebensgefährtin Dörte Grambow viel Herzblut in das Unternehmen gesteckt. "Das Hotel war damals meine Existenzgründung. Der Stadtkrug hat Bestand. So was schneidet man nicht ab."

Die Küche ist so gut wie fertig. Mit dem Gabelstapler wurde der neue Herdblock hineingehievt. Küchenchef Olaf Rojek, der seit zwölf Jahren im "Stadtkrug" aufkocht, freut sich unter anderem über einen Profi-Konvektomaten (Heißluftdämpfer). Die hochwertigen Geräte und auch die neuen Kühlhäuser haben ihren Preis. "Allein die Küche kostet rund eine Viertel Million Euro", sagt Pufke.

Neue Juniorsuiten

Gespart wird auch nicht im restlichen Haus. Hier erhalten die 50 Landhaus-Zimmer (25 Einzel- und 25 Doppelzimmer) des künftigen "3 Sterne plus"-Hotels ein neues Ambiente. "16 Zimmer mit einer Größe von 20 Quadratmetern werden gerade komplett entkernt und Bäder, Fenster, Böden erneuert. Ganz neu sind zwei 35 Quadratmeter große Juniorsuiten mit Whirlpool," erklärt der Hotelbesitzer. Geschichte sind nach dem Umbau die Balkone im zweiten Stock, die zu den sogenannten "Handwerkerzimmern" gehören. "Die Balkone werden überbaut und die Fläche (6 Quadratmeter) den Zimmern zugeschlagen", sagt Pufke.

Biergarten reaktivieren

Größere Umbauten laufen im Erdgeschoss. Der Gastraum mit 40 Sitzplätzen wird zum Garten hin durch einen Wintergarten über die ganze Front erweitert. "Das schafft weitere 20 Sitzplätze und mehr Licht", sagt Pufke. Auch will der 44-Jährige einen Teil des Innenhofs wieder als Biergarten nutzen. Im Nebenzimmer wird die Wand durchbrochen, um den Raum zu vergrößern.

Der rustikale Charme des "Stadtkrugs" soll trotz Umbauten unbedingt erhalten bleiben, ist dem Chef wichtig. "Wir arbeiten überall mit einem sanften Lichtkonzept und setzen Akzente. Die Zimmer erhalten zum Beispiel weiße Landhaustüren, im Gastraum gibt es neue Tische." Zum Wiedererkennungswert gehöre auch das typische "Stadtkrug-Grün", das im Haus auftaucht. Gesellschaftlicher Treffpunkt bleibe die "Stadtkrug-Bar".

Rund zwei Millionen Euro investiert Pufke in die Modernisierung des Hotels samt neuer Technik, die er mit Eigenkapital, Fördermitteln und Finanzierungen stemmt. "Lange genug haben wir darauf gewartet, dass wir loslegen können." Der Hotelbesitzer hatte sich mit dem Umbau unter anderem an der Eröffnung des benachbarten Einkaufscenters NOC orientiert. Dort betreibt Pufke seit September 2019 das "Stadtkrug-Bistro" und als Franchisenehmer das Eiscafé "Giovanni L.". Er habe immer an das NOC und an die Synergieeffekte für die Innenstadt geglaubt. Schließlich nutzten seine Gäste auch das neue Parkhaus.

Dass der Umbau nun in die Coronakrise fällt, damit habe niemand rechnen können. "Wir haben die vier Jahre Bauzeit des NOC erlebt, dann werden wir auch Corona überleben. Das Leben geht weiter."

Bis Ende des Jahres sollte die komplette Sanierung abgeschlossen sein. "Eigentlich wollten wir alles mit einem großen Silvesterball feiern", bedauert Pufke, das daraus wohl nichts wird. Das letzte i-Tüpfelchen, der Anstrich der Hotelfassade, ist aufs nächste Frühjahr verschoben.

Info:

Hotelbetrieb in Coronazeiten

Eine Schließung des Hotelbetriebs während des Umbaus kam für Inhaber Daniel Pufke nicht infrage. Eine Handvoll Gäste (Geschäftsreisende und Monteure, z. B. aus Tschechien) übernachten auch während der Coronakrise im Haus. „Wir laufen im Notbetrieb, die Öffnungszeiten sind eingeschränkt. Das Frühstück besteht aus Lunchpaketen“, sagt Pufke.

90 Prozent der insgesamt 40 Angestellten (Hotel, Bistro und Eiscafé) seien in Kurzarbeit. Mit den von Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag angesagten Lockerungen könne er jetzt zumindest planen. Ab Montag, 11. Mai, wolle er wieder Eis im NOC verkaufen, seine Mitarbeiter seien bereits informiert. Die rund 80 Sitzplätze würden wohl auf 30 reduziert, um die Abstandsregeln einzuhalten. Der Biergarten im „Stadtkrug“ könnte ab 18. Mai in abgespeckter Form öffnen. „Damit ist nichts verdient, aber wir wollen den Menschen zeigen, dass wir da sind. Wir müssen wieder Leben in die Gastronomie reinbringen“, sagt Pufke.

Damit auch das Restaurant ab 25. Mai startklar ist, rennt der Chef im Moment mit dem Zollstock durch den Saal. „Fünf Tische müssen mindestens raus.“ Ob er Tischwäsche verwenden darf? „Das ist noch nicht ganz klar, ob das hygienisch sinnvoll ist,“ sagt Pufke. Vieles werde noch zu klären sein. Corona werde jedenfalls noch lange nachwirken, ist er sich sicher. (shl)

Eiscafé und Gulaschsuppe vom "Stadtkrug" im NOC

Weiden in der Oberpfalz

"Gut bürgerlich" geht's im Hotel "Stadtkrug" weiter

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