06.08.2019 - 18:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtkrug mit Eiscafé im NOC

Als Nachbar - und Besitzer des Hotels Stadtkrug - ist Daniel Pufke vom Konzept des Nordoberpfalz-Centers überzeugt. Deshalb will er zu dessen Erfolg beitragen - mit dem Eiscafé "Giovanni L." Auch im Stadtkrug gibt's bald Veränderungen.

Daniel Pufke. unter seinem Aushängeschild, dem "Stadtkrug" in der Wolframstraße. Im Hintergrund das Nordoberpfalz-Center, in dem der 43-Jährige mit seiner Lebenspartnerin ein Eiscafé sowie ein Bistro einrichten und betreiben wird.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Daniel Pufke und seine Partnerin Dörte Grambow sind im NOC Franchise-Nehmer von Giovanni Lasagne und vertreten damit eine Marke, die 1961 in Hannover gegründet wurde. Giovanni L. ist zweifacher Eis-Weltmeister mit eigener EU-zertifizierter Eismanufaktur in Schleswig-Hostein. Dort entstehen die über 80 "Deluxe-Eissorten", die weltweit an über 150 Standorten zu haben sind. "Wer ein Eiscafé in einem großen Center betreiben will, muss das professionell angehen", erklärt Pufke, den die lange Partnersuche schließlich zu Giovanni L. führte.

"Unterm Lichtauge"

Schon 2015 stand für Daniel Pufke und Fordara-Vorstand Thomas Schumacher fest, "dass wir gemeinsam was machen". Das "wirklich außergewöhnliche Eiscafé", so Dörte Grambow, die in der vergangenen Woche bereits zwei Tage bei Giovanni L. in Kiel "schnupperte", bekomme einen sehr schönen Platz im Haus: "Im ersten Obergeschoss unter dem großen Lichtauge." 140 Quadratmeter für 85 großzügige Sitzplätze und eine 15 Meter lange Fensterfront. 15 Mitarbeiter werden sich um die Gäste kümmern.

Der 43-jährige Gastronom will sogar noch ein weiteres Standbein im NOC gründen. Den großen Food-Court soll ein "Stadtkrug-Bistro" als lokaler Betrieb bereichern. "Mit Investor Fondara sind wir uns einig. Gespräche mit der Stadt laufen. Es geht noch um Details."

NOC-Bauphase gemeistert

Das Hotel Stadtkrug sei wohl der Betrieb in der Nachbarschaft der Stadtgalerie, der am meisten unter der langen Bauzeit, der riesigen Baustelle vor den Fenstern, vor allem aber durch die wegfallenden Parkplätze in der Wolframstraße zu leiden hat. Vier Jahre Durststrecke für den Hotelbetrieb. "Das hat uns weh getan. Aber wir haben diese Situation dennoch gut gemeistert."

Die Nähe zum NOC - bisher gravierender Nachteil - wollen Pufke und Grambow künftig zum großen Vorteil des Stadtkrugs und zwar auch für das Restaurant ummünzen. "Wir sind das einzige Haus in direkter Nachbarschaft zum NOC. Kunden der Stadtgalerie, die eine gute Küche schätzen, sollen auch zu unseren Gästen im Restaurant werden."

Mit der Fertigstellung des NOC am 26. September ändere sich für das Hotel Stadtkrug die "Gesamtsituation": "All die Beeinträchtigungen fallen weg." Und das ist für die Hoteliers auch der Startschuss, um umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Hotel durchzuführen. Sogar der Innenhof (bisher Biergarten) soll dabei ebenso modernisiert werden wie die Fassade des Hauses in der Wolframstraße.

Wieder eine Stadtkrug-Bar

Krönen wollen Dörte Grambow und Daniel Pufke die Bemühungen, ihren Betrieb in eine sichere Zukunft zu führen, mit der Wiederbelebung der "Stadtkrug-Bar". Dort wurde einst vor und nach den Stadtratssitzungen Kommunalpolitik - über Parteigrenzen hinweg - gemacht. Die Honoratioren der Stadt ließen hier den Tag ausklingen, und selbst Diplomaten aus Prag zählten zu den gerngesehenen Stammgästen.

Kommentar:

Gastronom ganz weich

Von der Hochschule direkt in die Selbstständigkeit – Daniel Pufke hat diesen Schritt nie bereut. Er erwarb vor 19 Jahren das Hotel Stadtkrug, war damals mit gerade mal 24 Jahren bundesweit der jüngste Gastronom, der ein Hotel kaufte.
Durch die Pleite der früheren Besitzer, der Brüder Helbig, hatte das Haus in den 90er Jahren schwierige Zeiten zu überstehen. Mit Pufke kam die Wende. Er konnte auf ein Personal bauen, das in der „Interimsphase“ 1999 den Betrieb über Wochen hinweg sogar ohne Chef aufrecht erhielt.
Fast zwei Jahrzehnte später sagt der Eigentümer: „Der Stadtkrug kann zwar nicht mit Millionen um sich werfen. Aber er ist grundsolide.“ Das Investitionspaket ist geschnürt, um mit der Eröffnung des benachbarten Nordoberpfalz-Centers „den Stadtkrug“ in diese neue Ära in Weiden zu führen: mit zwei neuen Standbeinen im NOC (Bistro und Eiscafé), mit modernisiertem Hotel und weiterhin traditionell guter Küche.
„Wir sehen den Stadtkrug nicht als Geschäft. Er ist unser Leben, unser Lebensmittelpunkt“, betont der heute 43-Jährige. Zustimmung von seiner Partnerin Dörte Grambow. „Wir freuen uns auf die Projekte und geben zurück, was uns der Stadtkrug bereits gegeben hat.“ Überraschend weiche Töne in einem harten Geschäft, ja fast eine Liebeserklärung.

Josef Johann Wieder

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