28.05.2021 - 16:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Impfskandal" von Pleystein landet vor dem Arbeitsgericht Weiden

Der "Impfskandal" von Pleystein beschäftigt mittlerweile auch das Arbeitsgericht in Weiden: Eine Pflegeassistentin erhebt Vorwürfe und wird fristlos gekündigt. Sie spricht von mindestens 27 Impfdränglern.

Der Pleysteiner "Impfskandal" beschäftigt auch das Weidener Amtsgericht.
von Autor RNSProfil

Hohe Wellen schlägt der "Impfskandal Pleystein" nun auch in Weiden. Im Zusammenhang damit steht ein Verfahren vor dem Weidener Arbeitsgericht. Die Güteverhandlung am Mittwoch vor Richterin Anna Maria Richter endete ergebnislos.

Nachdem im "Neuen Tag" am 24. Februar ein Artikel "Impfdrängler auch im Pleysteiner Pflegeheim" ("Wohnen am Kreuzberg") erschienen war, sich am 11. März der geimpfte Stadtpfarrer zu rechtfertigen versucht hatte und am 12. März der Geschäftsführer der Pflegeheim GmbH versucht hatte, die "Impfdrängelei" zu rechtfertigen, hatte eine, seit knapp zwei Jahren dort beschäftigte, Pflegeassistentin es - nach eigenen Worten - mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, zu schweigen.

Die "Unwahrheiten und Falschbehauptungen" ihres Vorgesetzten teilte sie schriftlich einem Gesellschafter der GmbH sowie der zweiten Bürgermeisterin Andrea Lang mit. Die 58-Jährige schrieb zu zahlreichen Behauptungen Beteiligter, die auch im Onetz wiedergegeben worden waren, Richtigstellungen. So etwa dazu, dass angeblich "keine Personen aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit geimpft" worden seien, oder dass viele der zu Unrecht Geimpften Ehrenamtliche gewesen seien, die sich in Seniorenheimen in die Betreuung einbringen. Dies stimme nicht, behauptet die Frau. Wenn laut Aussage von BRK-Geschäftsführer Sandro Galitzdörfer pro Impftermin ein/zwei Dosen übrig blieben, wie könne es dann sein, dass dann angeblich 20 bis 25 Personen pro Termin zusätzlich geimpft wurden?

Fristlos gekündigt

Bereits am 26. März bekam die Frau die fristlose Kündigung ihres Arbeitgebers. Eine schriftliche Begründung wurde ihr nicht gegeben. Mit Hilfe von Rechtsanwalt Dr. Burkhard Schulze zog sie vor das Arbeitsgericht. Ziel ist, die fristlose in eine ordentliche Kündigung - mit längerer Weiterzahlung der Vergütung - abzuwandeln. In der Güteverhandlung beschuldigte Rechtsanwalt Andreas Vogtmann (Bayreuth) die Klägerin eines "Rundumschlags" gegen ihren früheren Arbeitgeber. Sie habe in einem - der Klägerin und ihrem Rechtsbeistand bisher nicht vorliegendem - Schreiben ihre Vorgesetzten als "zornige und unfähige Leute" bezeichnet, ihnen den "Kauf des Vohenstraußer Krankenhauses auf Kosten des Pflegeheims" vorgeworfen und anderes geäußert, das nicht durch "Whistleblower-Schutz" gedeckt sei, weil sie ja nichts "aufgedeckt" habe. "Wenn jemand seinen Arbeitgeber nach außen diskreditiert, ist dies Grund für eine fristlose Kündigung", sagte Vogtmann. Mit der Beendigung des Arbeitsvertrags ohne Abfindung waren Rechtsanwalt Schulze und seine Mandantin nicht einverstanden. Am 21. Juli, 9 Uhr, geht es weiter.

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