24.02.2021 - 12:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Jugend forscht": Weidener Kepler- und Augustinus-Schüler begeistern

Wie am Fließband wurde bei der Siegerehrung des Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" eine lange Reihe einfallsreicher Erfindungen junger Forscher vorgestellt. Die Jury hatte Probleme, überhaupt Sieger zu benennen.

Organisatoren und Programmgestalter (von links oben bis rechts unten) sind OTH-Präsidentin Andrea Klug, Musikduo Franzi Aller und Caro Trischler, OTH-Professor Magnus Jaeger, Gesine Kessler-Mohr von der Bundesgeschäftsstelle, Vertreter der Firma Pfleiderer und Regionalwettbewerbsleiter Tobias Wagner.
von Siegfried BühnerProfil

Der 11-jährige Fabian Jockel vom Willibald-Gluck-Gymnasium in Neumarkt begeisterte die Jury bei der Siegerehrung des diesjährigen Regionalwettbewerbs "Jugend forscht" ganz besonders. Der junge Erfinder konstruierte ein sogenanntes Head-up-Display als Nachrüstsystem für Autos. Damit wird es möglich, dass der Fahrer während der Fahrt alle wichtigen laufenden Fahr-Informationen direkt im Sichtfeld der Windschutzscheibe ablesen kann. Fabian erhielt dafür den ersten Preis im Forschungsbereich Arbeitswelt und damit auch im Wettbewerbsbereich „Schüler experimentieren“.

Für OTH-Professor Magnus Jaeger, der die einzelnen Arbeiten mit Regionalwettbewerbsleiter Tobias Wagner vorstellte, ist diese Erfindung „gut durchdacht und bringt eine physikalisch-technische Problemlösung, die in der Arbeitswelt gut verwendet werden kann“. Fabian war einer von 43 jungen MINT-Talenten, die sich mit 33 Erfindungen am Regionalwettbewerb Nördliche Oberpfalz des bundesweit größten Wettbewerbs "Jugend forscht" beteiligt haben. Als Regionalsieger wird Fabian am Landeswettbewerb teilnehmen.

Patenschaft und Organisation der Siegerehrung im Online-Format hatte die OTH Amberg-Weiden übernommen. „Forschung im MINT-Bereich dient dazu, die Zukunft unserer Gesellschaft zu sichern“, stellte OTH-Präsidentin Andrea Klug bei der Begrüßung der jungen Forscher fest. Einen ganzen Tag lang nehmen sich die Mitglieder der Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Schulen und ehemaligen Studenten für die Auswahl der Preisträger Zeit. In Präsentationen stellten die Jungforscher ihre Erfindungen vor.

Es waren Projekte in den sechs Themenfeldern Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Mathematik, Physik und Technik. Jaeger ließ bei der Vorstellung der Projekte mehrfach erkennen, dass sich die Jury bei der Auswahl von Wettbewerbssiegern sehr schwer tat. Schließlich entschied sie sich im Bereich Biologie für den 17-jährigen Klaus Reich vom Augustinus-Gymnasium Weiden mit seinem Forschungsprojekt „Ursachen und Auswirkungen von Nitrat im Grundwasser“. Regionalsieger im Bereich Chemie wurde der 17-jährige Johannes Kratzer vom Willibald-Gluck-Gymnasium Neumarkt mit dem Projekt „Lab und Labaustauschstoffe und deren Effektivität bei der Milchgerinnung“. Dabei geht es um Verbesserungen der Effektivität bei der Milchgerinnung.

Im Bereich Mathematik gab es zwei erste Preise. Sie erhielten Jonas Thumbs (16 Jahre) und Leonard Prokisch (16 Jahre), vom Gymnasium Parsberg, für das Projekt CatLab, einer Gesichtserkennung für Katzen. Ebenfalls auf Platz eins landete Linus Meierhöfer (18 Jahre) vom Kepler-Gymnasium Weiden mit dem Projekt „QrTOR – Modernes quantenresistentes Onion Routing“. Sieger im Bereich Physik wurde Sebastian Beierl (18 Jahre) vom Augustinus-Gymnasium Weiden mit dem Projekt „Soap Membrane Filter“, bei dem unter anderem Bakterien ausgefiltert werden können. Sieger im Bereich Technik wurden Tim Buheitel (18 Jahre) und Fabian Meyer (17 Jahre) vom Willibald-Gluck-Gymnasium Neumarkt mit der Entwicklung einer dezentralen Energieversorgung für einen Haushalt.

Jaeger machte auch deutlich, dass die jungen Erfinder in Pandemiezeiten weniger Unterstützung als sonst üblich durch ihre Lehre erhralten konnten. Neben den Regionalsiegern wurden auch zahlreiche zweite und dritte Preise sowie Sonderpreise vergeben. Wie kreativ auch diese Projekte sind, zeigen ihre Themen wie zum Beispiel „Mikroplastik-Aufnahme von Tomaten“, „Filter gegen Mikroplastik im Waschwasser“, „Handy-Hülle mit Desinfektionsspender“, „autonomes Gewächshaus“ oder „nachrüstbare 180-Grad-Rückfahrkamera“.

Den von der Jury vergebenen Preis für eine Schule erhielt das Augustinus-Gymnasium Weiden. Einen Sonderpreis für Talentförderung wurde an die Firma Pfleiderer, Neumarkt, vergeben. Beteiligt an der Preisverleihung war auch Gesine Kessler-Mohr von der Bundesgeschäftsstelle Jugend forscht. Grußworte sprachen die Oberbürgermeister Michael Cerny und Jens Meyer. Auch zukünftig wird die OTH Amberg-Weiden den Regionalwettbewerb Jugend forscht organisieren und betreuen. Laut Jaeger sollen sich dann auch alle Schulformen am Wettbewerb beteiligen.

Jugend forscht: OTH Amberg-Weiden künftig Pate und Ausrichter

Amberg
Mit Abstand jüngster Regionalpreisträger war der 11-jährige Fabian Jockel.
Hintergrund:

Was ist Jugend forscht?

  • Deutschlands bekanntester Schülerwettbewerb
  • Spannende Projekte zu alltäglichen Dingen oder globalen Herausforderungen
  • Bereiche: Wissenschaft, Natur und Technik
  • OTH Amberg-Weiden hat für nördliche Oberpfalz Patenschaft übernommen und richtet künftig Regionalwettbewerbe „Jugend forscht und Schüler experimentieren” aus
  • Diesjähriger Wettbewerb war am 22. Februar im Onlineformat

"Forschung im MINT-Bereich dient dazu, die Zukunft unserer Gesellschaft zu sichern."

OTH-Präsidentin Andrea Klug

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