08.10.2018 - 18:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Jusos machen Nacht zum Protest-Tag

Weidener Jusos protestieren gegen Wohnungsnot mit einem Camping-Sit-in vor dem Alten Rathaus und testen den Weidener Bahnhof auf seine Barrierefreiheit - mit einem ernüchternden Ergebnis.

Jusos schlugen am Samstag ihre Zelte vor dem Alten Rathaus auf, um auf die Wohnsituation in Deutschland aufmerksam zu machen.
von Helmut KunzProfil

Wohnungsnot betreffe junger Menschen nicht nur in den Ballungszentren. Vorsitzende Anna-Maria Stoklossa; "Das ist ein Thema, das uns alle betrifft und das endlich angepackt werden muss." Die Jusos forderten den flächendeckenden Einsatz der Mietpreisbremse ein, außerdem ein Landesförderungsprogramm "Junges Wohnen" für bedarfsgerechten Wohnraum für junge Menschen und die Schaffung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft. Zudem den Erhalt von Ausbildenden- und Blockschulwohnheimen. SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl begrüßte die Aktion. "Es muss wieder mehr in den sozialen Wohnungsbau investiert werden, anstatt 30000 Wohnungen an einen privaten Investor zu verscherbeln."

Bereits am Mittag hatten die Jusos zusammen mit Abgeordneter Annette Karl den Bahnhof besucht. Am eigenen Leib testeten sie mit einem Sauerstoffgerät, Krücken und Rollstuhl den Weidener Bahnhof auf Barrierefreiheit. Das Fazit der Teilnehmer: Ohne die entsprechende Hilfe sei es unmöglich, die Gleise zu überqueren oder in den Zug zu steigen. "Ein Aufzug wäre eine Lösung", meinte Johannes Gollwitzer, der aufgrund der Krankheit Mukoviszidose ein Sauerstoffgerät benötigt, es aber gleichzeitig wegen des Gewichts nicht hochheben darf.

Johanna Grillenbeck war im Rollstuhl unterwegs: "Man ist unflexibel und fühlt sich einfach nur hilflos." "Es kann nicht angehen, dass beeinträchtigte Menschen nicht spontan unabhängig mit dem Zug fahren können, während unser Ministerpräsident 700 Millionen Euro für die Raumfahrt zur Verfügung stellt", meinte Annette Karl.

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